Wie wir positives Denken kultivieren können

Positives Denken ist eine Fähigkeit und eine Eigenschaft, die wir kultivieren können. Doch positives Denken hat verschiedene Aspekte. Es kann zum einen heißen, die Dinge von ihrer positiven Seite zu sehen oder Sinn in etwas zu sehen, es kann aber auch heißen, zuversichtlich zu sein und Vertrauen in Gott zu haben.

Siehe die Dinge positiv

Bei einem zur Hälfte mit Wasser gefülltem Glas können wir sagen, dass das Glas halb leer oder halb voll ist. Wenn wir uns darauf konzentrieren, dass das Glas halbvoll ist, freuen wir uns darüber, dass wir ein halbvolles Glas haben und davon trinken können. Wir können uns aber auch darüber ärgern, dass wir nur ein halbvolles Glas haben und das Wasser nicht so lange reichen wird.

Positives Denken heißt also zuerst, Dinge von ihrer positiven Seite aus zusehen. Wir können Dinge als Fehlschlag interpretieren oder als Lehrgeld und Lektion akzeptieren. Wir können auch Schwierigkeiten hinnehmen und als Herausforderungen sehen, aus denen wir gestärkt herauskommen.

So können wir, was auch immer wir sehen, positiv sehen.

Wir können in einem Menschen Ungeduld sehen, oder aber den Willen, Dinge schnell umzusetzen. Wir können jemand als jähzornig bezeichnen, oder ihn als jemanden mit Feuer und intensivem Temperament sehen. Wir können auch Trägheit als Bedächtigkeit verstehen. Es sind alles unterschiedliche Weisen, das Gleiche zu sehen.

Das ist der erste Aspekt des positiven Denkens – und dieser Aspekt lässt sich am einfachsten kultivieren. Indem wir uns öfter selbst zuhören, wie wir mit uns sprechen, können wir schauen: Was kann ich anders formulieren? Wie könnte ich hier das Positive sehen?

Positives Denken heißt nicht, eine rosarote Brille aufzusetzen und das andere nicht zu sehen. Aber es heißt, das was ist, klar zu sehen und positiv zu interpretieren.

Finde Sinn in allem

Ein zweiter Aspekt des positiven Denkens ist, immer etwas Sinnhaftes zu sehen. Wenn wir den Sinn hinter etwas sehen, entsteht ein Gefühl tiefster Positivität.

Angenommen wir sind krank, haben Schmerzen und leiden. Wenn wir darin einen Sinn sehen können, dann ist das alles nicht mehr so schlimm.

Oder wenn wir als Yogalehrer nachts komisch gelegen und einen steifen Nacken bekommen haben, dann können wir auch dahinter Sinn finden und die Erfahrung bejahen. Nun haben wir die Gelegenheit, einmal mit steifen Nacken zu praktizieren, um uns so später besser in die Teilnehmer hineinversetzen zu können, die wegen eines steifen Nackens zu uns kommen.

Genauso, wenn uns jemand furchtbar enttäuscht hat und wir einen Vertrauensbruch erleben. Auch hier können wir Sinn finden und gestärkt aus der Situation herausgehen.

Obgleich wir versuchen, geschickt und liebevoll mit Menschen umzugehen, ist es auch eine wertvolle Erfahrung, eine Enttäuschung zu erleben. So können wir andere besser verstehen, die auch mal enttäuscht wurden.

Einen Sinn in Dingen zu finden ist also der zweite Aspekt des positiven Denkens.

Habe Zuversicht und Vertrauen

Der dritte Aspekt vom positiven Denken ist eine gewisse Zuversicht. „Es wird schon irgendwie gutgehen“. Dinge passieren, Dinge gehen schief, aber wir können trotzdem die positive Überzeugung haben, dass es langfristig schon gutgehen wird.

In diesem Sinne ist positives Denken dann auch optimistisches Denken. Optimismus ist ein Aspekt dieser Positivität und bedeutet dann auch, das Vertrauen zu haben, es langfristig zu schaffen.

Wir können auch Affirmationen oder Visualisierungen nutzen, um positive Gedanken zu kultivieren. Immer wenn wir selbst merken, dass etwas zu viel ist oder wir es nicht hinbekommen, können wir eine Gegenaffirmation nutzen.

Wir können auch visualisieren, uns vorstellen, wie wir es schaffen und wie die Aufgabe abgeschlossen ist. Es kann auch reichen, uns auf die Freude zu konzentrieren, die wir empfinden, wenn es abgeschlossen ist und wir es erreicht haben.

Alles ist ein Ausdruck des Göttlichen

Der höchste Aspekt des positiven Denkens ist die tiefe Überzeugung, das hinter allem eine göttliche Wirklichkeit steckt – das Wissen, das tief im Inneren in jedem Menschen der göttliche Kern wirkt.

Hinter allem, was im Universum geschieht, ist ein göttlicher Kern. Das ganze Universum ist ein Ausdruck des Göttlichen und letztlich geschieht, was geschehen soll. Das ist die höchste Form des positiven Denkens, welche die Kraft gibt, auch die anderen Aspekte des positiven Denkens zu kultivieren.

Du kannst einmal selbst überlegen, welche Aspekte des positiven Denkens du schon nutzt und welche du noch weiter kultivieren könntest.

Zum positiven Denken gehört durchaus auch, anzuerkennen, dass andere Emotionen und Eigenschaften ebenfalls wichtig sind. Manchmal ist es auch wichtig, Melancholie zu üben – auch Trauer, Lampenfieber oder Angst können ihren Zweck haben.

Denn auch das ist positives Denken: Auch in scheinbar weniger Positivem das Positive zu sehen.

Letztlich besteht positives Denken darin, die positive Seite in den Dingen zu sehen, einen Sinn zu sehen und das Göttliche zu sehen.


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