Präzision, Hingabe und Humor mit Kay Hadamietz

Kay Hadamietz ist ein erfahrener und beliebter Yogalehrer. Vor einigen Wochen hat er bei uns im schönen Yoga Vidya Westerwald Ashram eine Yoga Personal Trainer Ausbildung geleitet. Wir wollten genauer wissen, worum es dabei geht und haben ihn gefragt.

Kay, was versteht man unter einer Yoga Personal Trainer Ausbildung?

Kay: Ich verstehe darunter eine Chance für die Teilnehmer, noch mehr über die Vielfalt des Menschseins zu lernen. Dabei wird schwerpunktmäßig das Verständnis von Yoga und Ayurveda genutzt. Die Teilnehmer bringen weitere Zutaten aus der Pädagogik, Physiotherapie, Schulmedizin, Psychologie oder Heilkunde mit. Dadurch ist die Ausbildung sehr lebendig, reich und jedes Mal etwas anders. Ich biete einen Überblick über Möglichkeiten und Herausforderungen eines Yoga Personal Trainings und erarbeite mit den Teilnehmern bespielhaft individuelle Strukturen, Techniken und Angebote für ein solches.

Wie geht man als Coach vor?

Kay: Es ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe eine Einzelperson als Trainer, Coach oder Mentor zu begleiteten. Dafür muss ich aus den eigenen Vorstellungen, Erfahrungen und Wertungen heraustreten. Ausgangspunkt sind die Ziele und Wünsche der Klienten. In manchen Fällen müssen diese erarbeitet oder präzisiert werden. Eine Anamnese oder bestimmte Fragetechniken können dabei sehr hilfreich sein. Dann wird eine Zielvereinbarung geschlossen und ein Trainingsprogramm zusammengestellt. In regelmäßigen Abständen wird der Trainingserfolg geprüft und wenn erforderlich das Programm erweitert oder modifiziert.

Die Teilnehmer bekommen nach dieser Seminarwoche einen Abschluss. Welche Werkzeuge bekommen sie von dir?

Kay: Die Teilnehmer lernen verschiedene Formen der Anamnese kennen. Weiterhin darf ich yogische Techniken zur Selbstreflektion an sie weiterreichen, aus denen sich Fragestellungen für ein Coaching ableiten lassen. Sie bekommen eine klare Struktur sowie eine Vielzahl an Übungen, um Klienten in ihren Prozessen zu unterstützen.

Waren denn alle zufrieden?

Kay: Die Meisten, etwa 95% ja. Nur einige Wenige kommen in Eventstimmung und erwarten für ihr Geld etwas ganz Neues geboten zu bekommen. Dann sind sie überrascht, wenn ich sie einlade, aus sich selbst zu schöpfen. Die Angebote, die Yoga macht sind einfach, lebensnah und sehr alt. Manche Menschen scheint es zu enttäuschen, wenn die Antworten nicht kompliziert und abgehoben sind. So ist auch die groß anmutende Frage: „Wie können wir die Welt retten?“ schnell beantwortet: Mit der Einhaltung der Yamas und Niyamas.

Ich gehe nie mit dem Anspruch in ein Seminar, alle zufrieden stellen zu müssen. Dann könnte ich nicht mehr authentisch unterrichten. Ich bin sehr dankbar, dass mir eine Teilnehmerin auf meinen Wunsch hin ein sehr ausführliches Feedback geschrieben hat. Die Hinweise werden ganz sicher in die nächste Ausbildung einfließen.

Was ist Yoga für dich?

Kay: Yoga ist für mich erinnern, Selbstreflexion, Eigenverantwortung, mein Sadhana, Reinigung, Weisheit, Verbindung mit der Schöpfung, universelle göttliche Idee … einfach das Schönste. Die integrale Idee von Sivananda spricht mich sehr an. Sie ist die Basis meines Yogi Seins.

Was hast du vor deiner Zeit als Yogi gemacht?

Kay: Mein Weg hat mich von der Leichtathletik, über den Kampfsport, vor zwölf Jahren dann zum Yoga geführt. Vor sieben Jahren habe ich dafür meine Selbstständigkeit als Architekt eingetauscht, lebte zweieinhalb Jahre in der Ashram Gemeinschaft in Bad Meinberg und seit vier Jahren biete ich als freiberuflicher Yogalehrer unter dem Namen XPERIENCE YOGA in vielen Städten Workshops an, halte Vorträge und bilde Yogalehrer aus.

Mein Angebot ist geeignet ein Verständnis für die Idee und das Potential von Yoga zu erwecken, sich körperlich, geistig, emotional, energetisch zu stärken, den Mut zur Freiheit in der Eigenverantwortung zu entwickeln, Mitgefühl und Liebe in der Achtsamkeit zu finden, sich über die Begrenzungen gesellschaftlicher Konventionen und des kritisch rationalen Geistes hinaus zu entfalten, sich einer Idee zu öffnen, welcher die Zwänge statistischer Signifikanz entbehrlich sind.

Mit welcher inneren Haltung sollte ich praktizieren? Man ist oftmals frustriert wenn man nicht in die Asana kommt, sie nicht perfekt ausführen kann.

Kay: Vielleicht hilft es dir, deine Hatha Yoga Stunde wie einen Mikrokosmos zu sehen. Dabei steht Om für den Urknall, das Mantra birgt das Thema und die Asanas stehen für die Unwägbarkeiten des Lebens, mal locker im Vorbeigehen gemeistert, mal braucht es mehrere Leben (Yogaeinheiten). Du wirst geführt und gibst dich der Führung hin. Dein Atem ist der Weltenpuls. Durch deine Achtsamkeit, deine Selbstreflektion, deine Vorstellungskraft, den Einsatz deiner ganzen Sinnlichkeit wird jede Asana zu einem initiierenden, transformierenden Ereignis. Nimm jeden aktuellen Seinszustand an und begegne dir wohlwollend, zärtlich. Das Leben (die Yogaeinheit) ist eine Kommunikation auf vielen Ebenen. Beteilige dich und schöpfe dein Potential voll aus.

Kay, du hast einen enormen Wissensschatz, bist ein sehr erfahrener Yogalehrer (BYV) und Ausbilder und deine Teilnehmer sind begeistert. Du hast einige Lehrer gehabt während deiner Yogalaufbahn, stimmt das?

Kay: Das Leben hat uns als Teil der Schöpfung in Weisheit eingebettet. Wo wir hinschauen schaut die Weishei