Yoga Therapie Erfahrungsbericht “Glaukom/Grüner Star”

Yogatherapie Erfahrungsbericht zu den Thema Was bedeutet Glaukom / Grüner Star?:

Glaukom bezeichnet das Problem des Augeninnendrucks. Der entsteht, wenn das ständig im Auge zirkulierende Kammerwasser sich in den Augenkanälen staut – dann drückt es auf den Sehnerven und schädigt ihn irreparabel, er wird ausgehöhlt; Sehnerven können nicht ersetzt werden. Der Grüne Star war in früheren Zeiten jene schleichende schmerzlose Augenkrankheit, bei der sich das Sehfeld des Menschen zusehends verkleinerte, bis er schließlich erblindete; rechter und linker Bildrand waren immer näher zusammengerückt. – Heute empfiehlt man Vorsorgeuntersuchungen in jüngerem Alter, und durch Tropftherapie kann die Verschlimmerung des Glaukoms mit großem Erfolg aufgehalten werden.
Das Glaukom wird bei mir entdeckt

Ich war etwa 30 Jahre alt, befand mich in einer Weiterbildungsmaßnahme (Sprachenschule) und verdiente nebenbei etwas Geld dazu mit Arbeit im Service. An einem Abend im Congress-Center passierte der Unfall: Bestellt war eine Flasche Sekt, ich bekam eine ungekühlte Flasche und schepperte mit Flasche und Eis im Sektkühler die langen Wege entlang zu dem Tisch, an dem ich bediente. Ich zurrte die Drähte der Flasche auf, schaute in dem halbdunklen Raum ab und zu auf die Bühne, es war die Veranstaltung einer Zimmerleute-Vereinigung. Dann gab es wohl einen dumpfen Knall, und ich war wie betäubt. Ich registrierte nicht wirklich, was geschehen war, spürte nur, dass ich den Kopf nicht mehr senken konnte zum Abkassieren. Der Sektkorken war hochgeschossen und hatte mich erwischt – an der Unterseite des linken Augenbrauenknochens gab es eine Platzwunde, wie später in der Klinik festgestellt wurde. Leider hatte auch der darunter liegende Augapfel etwas abbekommen, in der Netzhaut bildete sich ein Ödem. Die zurückbleibenden Narben verursachten später beim Sehen Krakellinien.

Es folgten Tage, an denen ich von der Klinik zum Arzt geschickt und von dort wieder an die Klinik verwiesen wurde. Dabei hörte ich zum ersten Mal von Augeninnendruck und einer Druckhöhe von 44/45. Am dritten Tag und einem erhitzten Wortwechsel zwischen den Parteien bekam ich im Uni-Krankenhaus sofort ein Bett, und das Auge wurde operiert. Eine Irisausschneidung bewirkte die Senkung des Augeninnendrucks auf Normalwerte, die bei 15 bis 18 liegen. Und ich wusste nun, dass ich eine Engwinkelglaukom-Patientin bin.

Heute bin ich weitaus mehr über den Unfall erschreckt, als ich es damals war – nicht auszudenken, wenn der Sektkorken einige Millimeter tiefer aufgeprallt wäre, und welch ein Glück, dass nicht Schlimmeres passiert war damals bei den Druckwerten von über 40, die von Tag zu Tag höher stiegen. Tiefe Dankbarkeit empfinde ich auch denen gegenüber, die meine Augen medizinisch über lange Jahre so gut versorgt haben, sei es meine wunderbar gründliche Augenärztin, die jetzt im Ruhestand ist, und auch die ausgezeichneten und so bemühten Ärzte und Schwestern in der Augenklinik Heidberg. Der frischeste Dank geht an die indischen Weisen, die uns über Jahrtausende hinweg den Yoga überliefert haben, und an ihre heutigen Erben bei Yoga-Vidya, die mit so viel Enthusiasmus das alte Wissen weitervermitteln.
Behandlungen – Klinikaufenthalte – Erfolge

Augentropfen-Therapie. Zwei Arten von Augentropfen sind grob zu unterscheiden – einmal Tropfen, die den Zufluss hemmen, zum anderen Tropfen, die den Abfluss des Kammerwassers verstärken.

Über 25 Jahre tropfte ich meist 3 mal pro Tag beide Tropfenarten in jedes Auge.
Augenklinik, diverse Aufenthalte

Der Grund für Klinikbesuche /-aufenthalte waren immer zu hohe Druckwerte. Wenn nötig, wurde ich dann in meiner Tropftherapie neu eingestellt, oder es wurde etwas anderes versucht; einmal in den neunziger Jahren – ich hatte gerade Prüfungsstress – gab es beispielsweise eine Ziliarzotten-Verödung statt OP. In den Jahren 1998 (linkes Auge) und 2002 (rechtes Auge) gab es zwei schwerere operative Eingriffe, die weitere kleinere Maßnahmen, auch Laserbehandlungen, nach sich zogen. Bei diesen größeren Operationen ging es um den Einbau von Kunstlinsen. Die Kunstlinsen sind flach und beanspruchen nicht so viel Platz wie die natürlichen Linsen, die im Alterungsprozess runder und dicker werden. Das Ziel der OP war also, Platz zu gewinnen in der Engwinkelglaukom-Situation, bei der in meinem Fall allein die engen Kammerwinkel bereits einen zügigen Abfluss des Kammerwassers behindern.

Normalerweise sind diese als Katarakt-Operationen bekannten Eingriffe, die meist zur Behebung des Grauen Star, der Linsentrübung, durchgeführt werden, heute schon Routineeingriffe. Doch bei meinen Augen war durch das jahrelange Tropfen und durch kleinere, immer mal auftretende und kaum merkbare Entzündungsprozesse im Auge die Regenbogenhaut festgewachsen. Das merkte man in den Jahren vor der OP bereits daran, dass die Pupille nicht mehr weitgestellt werden konnte. Bei den Operationen musste dann also die Regenbogenhaut operativ abgetrennt werden, und die Folge war, dass die Pupille starr zurückblieb, das heißt, sie kann sich nun nicht mehr automatisch an die Lichtverhältnisse anpassen und sich verkleinern bzw. vergrößern. Ist mein Gesicht jetzt dem Sonnenlicht zugewandt, fällt alles Licht voll in meine recht großen Pupillen, und ich kann die vor mir stehende Person höchstens mit fast geschlossenen Augen in dunklen Umrissen erkennen. So muss ich bei Gesprächen immer dafür sorgen, dass ich die Sonne/das Licht im Rücken habe.

Neben dieser Einschränkung aber brachte die oben beschriebene Operation eine große freudige Überraschung: Seit damals (2002) tropfe ich das unverletzte rechte Auge überhaupt nicht mehr. Die verwirrende Bemerkung so mancher Augenärzte: “Sie haben eigentlich gar kein Glaukom” hat sich damit bestätigt. Eine weitere Bestätigung dafür erhielt ich kürzlich von einem Optikermeister: “Wenn ich mir Ihren Sehnerv betrachte, käme ich nie darauf zu sagen, dass Sie jahrelange Glaukompatientin sein könnten; die typischen Krater fehlen gänzlich.” Wie schön, große Freude. Und ich weiß, Yoga wird dabei helfen, diesen guten Zustand so weit es geht zu erhalten.

Glaukom und Yoga

Als ich im Jahr 2006 im Alter von 61 Jahren mit Yoga begann, bekam ich beispielsweise auch für den Kopfstand grünes Licht von meiner neuen Augenärztin. Aber ich war zurückhaltend, großartige fortgeschrittene Übungen hatte ich für mich nicht im Sinn; ich ging manchmal auch eher aus einer Stellung heraus, obwohl ich sie von der Kraft her mühelos länger hätte halten können, aber ich wollte die Augen wieder in aufrechte Position bringen. Im Internet wurde das Thema Yoga bzw. Kopfstand kontrovers diskutiert, die Kommentare reichten von “bloß nicht, auf keinen Fall!” bis zu der Aussage: “Durch Kopfstand verschwindet das Glaukom.” Im Laufe der Yogalehrerausbildung (YLA), die ich im Januar 2007 begann, lernte ich, dass durchaus jede dieser Aussagen richtig sein kann, denn die Wirkungen des Yoga können von Person zu Person sehr unterschiedlich und sogar konträr sein. Immer aber wirken sie im jeweiligen Körpergefüge harmonisierend.

Im zweiten Jahr der YLA begann ich dann im Februar/März 2008, den halben Kopfstand allein zu Hause zu üben, weil ich unbändige Lust dazu hatte. Anfangs wurden es nur immer Purzelbäume, schließlich aber hielt ich mich genauestens an die angesagten Schritte (Sukadevs 3er- CD für Fortgeschrittene, -B-), und es wurde klar, dass ich das Gewicht nicht genügend auf die Ellenbogen verlagert hatte. Noch immer passiert es, dass ich zu viel Schwung beim Hochkommen habe und einfach hinten rüber kippe, aber immer öfter kann ich mich auch 3 Sekunden lang oben halten, und das macht mich schon sehr glücklich. Es klappt aber nur, wenn ich mir vorher etwas nachdrücklich sage: So, nun bleibst du mal oben, und wenn ich oben bin, Befehlsform: Jetzt bleib oben! Wir wissen, wie sehr Yoga mit inneren Einstellungen zusammenhängt, und dass umgekehrt über Yoga-Stellungen geübt werden kann, die inneren Einstellungen zu verändern. Meine Kopfstand-Arien sind für mich der beste Beweis für diese Vorgänge.

Das Jahr 2008

Als ich kürzlich wieder in der Praxis war, stellte meine Augenärztin irritiert fest, dass die Hornhautkrümmung bei mir einen Wert zeigte, den sie sich nicht erklären konnte: “Sie haben eine völlig falsche Brille”, entschied sie, “jetzt brauchen Sie wieder die Werte von 2005.” Ich hatte schon seit längerem bemerkt, dass das Weitsehen hervorragend klar funktionierte wie nie zuvor, aber ohne diese Brille. Beim Optiker bestätigte mir der Fachmann für schwierige Fälle, dass meine Brille beim rechten Auge auf 60 Prozent eingestellt war, ich jedoch an fast 90 Prozent herankäme mit den richtigen Gläsern – ist das nicht eine tolle Veränderung? Was meint Ihr – kommt das vom Yoga oder von meinen Kopfstand-Versuchen?

Der famose Optiker-Experte entdeckte auch noch etwas, das kein Augen-Spezialist je vorher bemerkt hatte: Wenn ich den Blick senke und auf eine Papiervorlage schaue, streben die Außenkanten meines Blickfelds nach unten außen auseinander, wie bei einer Pyramide. “Es muss Sie doch ungeheure Kraft kosten, den Blick in der Mitte des Blattes zusammenzuführen, um zu lesen”, stellte der Optiker fest. Ich verneinte das, ich gebe seit Jahren Korrekturen in den PC ein. “Dann haben Sie dabei schon so viel Übung erworben”, meinte er. Ich erzählte ihm auch von den Yoga-Augenübungen und machte sie ihm vor, er sagte: “Aha, unser Sehtraining”, und ich sagte: “Ja, ja, und ursprünglich ist das auch ein Geschenk aus dem Yoga.”

Ach ja, Yoga ist etwas Faszinierendes und Geheimnisvolles, ich kann nur einstimmen in die Schwärmereien über das Wunderbare, wie es hier zum Yoga in den anderen Berichten schon aufgeschrieben wurde.

Om Shanti Om, herzliche Grüße

Erika Wünsche, Hamburg

P.S.: Was ich mir wünsche, ist, in Hamburg einen Yoga-Augenarzt zu finden, am besten einen, der forschungsbegeistert ist. Ich hätte gern, dass Augeninnendruckwerte vor und nach Yogaübungen gemessen werden; bis jetzt musste ich mich immer nur auf mein Gefühl verlassen.

Nein, am liebsten hätte ich wohl selbst gern ein Messgerät, dann könnte ich zum Beispiel direkt nach dem Schulterstand messen, dann eine halbe Stunde danach und wann auch immer – eine frische Idee, mal sehen. – Weiß irgend jemand etwas dazu?

Sende uns deinen persönlichen Yoga / Yogatherapie Erfahrungsbericht zu.

euer Yogi Heinz Pauly
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