Yoga Wiki über Held

Es gibt Superhelden, gebrochene Helden, Antihelden oder Eintagshelden. Hollywood spielt besonders gern mit dem Archetypen des Helden, ist er doch auf der Täterseite stets der gute, meist schöne und von allen bewunderte. In einem Modell von Opfer – Täter – Held, gilt der Held als der erstrebenswerteste. Viele Menschen glauben jedoch, es sei unmöglich ein Held zu sein. Das schöne am Yoga ist: Jeder kann zu einem Held werden.

Virabhadrasana ist die Stellung des Kriegers und Helden. Im Yoga geht es in dieser Asana um den „guten“ Helden. „Vira“ ist der Held. „Bhadra“ heißt gut oder großartig. Virabhadra ist also der „gute Held“. Es gibt eine Legende in der Vayu Purana in der Virabhadra als Sohn von Shiva gilt, da dieser ihn zu einem bestimmten Zweck aus seinem Mund erschaffen haben soll. Virabhadra hatte eintausend Köpfe, eintausend Augen, eintausend Füße und führte eintausend Keulen, eintausend Speere mit sich und trug eine Muschel, einen Diskus, einen Streitkolben, einen flammenden Bogen und eine Streitaxt. Er erfüllte die ihm zugedachte Mission gut. So führt die Bezeichnung der Held (Virabhadrasana) auf den Sohn Shivas zurück. Und Shiva ist auch der Schutzpatron aller Yogis. So kann man sich im Held mit Shiva und seinem Sohn verbunden fühlen.

Der Held als Stellung hat interessante Wirkungen auf den Übenden. Auf körperlicher Ebene entwickelt man Kraft in den Beinen, besonders im Quadriceps (Beinstrecker) und im Gluteus (Gesäßmuskel). Das Durchhaltevermögen wird gesteigert und weckt Enthusiasmus. Falls man mit Vata-Störungen zu tun hat, empfiehlt sich der Held in besonderem Maße. Diese Asana erdet, stärkt und harmonisiert auf energetischer Ebene. Wer mit ChakraKonzentration im Held arbeiten möchte, achte auf das Muladhara Chakra und das Ajna Chakra. Auf geistiger Ebene wird Kraft, Festigkeit, Mut und inneres Heldentum entwickelt.

Letztendlich geht es um die inneren „Feinde“, die es zu „besiegen“ gilt. Die einen nennen ihn inneren Schweinehund, Gier, Zorn oder wie oder was auch immer. Gleichmut, Feindesliebe bzw. Nächstenliebe können hier kultiviert werden. Es geht darum, die Liebesfähigkeit des Herzens so zu entwickeln, dass es nichts anderes mehr empfinden kann. Also achte stets darauf, im Held nicht dein Ego zu füttern, sondern der Liebe oder Gott treu zu bleiben, zumindest deiner eigenen Ethik. Im längeren Halten des Helden lässt sich der eigene Geist mit seinen Bewegungen, Impulsen und Gedanken wunderbar beobachten. Bleibe stets bei deiner Atmung, gerne Ujjayi-Atmung und aktiviere Mula Bandha. Das Anspannen der Beckenbodenmuskulatur hilft zudem, die zuvor genannten Chakras zu aktivieren. Wenn du die Beine gut geerdet, das Gewicht auf diesen gleichmäßig verteilt hast, und du die Beine quasi mit einem Impuls zueinander ziehst, kannst du den Held leicht lange halten.

Werde zu einem guten Helden, sei der Held, der zu innerer Zufriedenheit findet oder diese weiter kultiviert. Wer braucht da noch einen imaginären Held in Lichtprojektionen auf einer Kinoleinwand? Die Welt braucht wahre Helden, die sich selbst ändern können, um etwas Großartiges zu bewirken. Alltagshelden eben mit viel Liebe und der Kraft zu tun, was getan werden muss. Das ist wahres Sadhana und gelebte Spiritualität, ohne tausend Köpfe, Arme, Waffen und einer Axt – aber mit derselben Kraft und demselben Enthusiasmus. Sei ein Held! cb

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