Yoga Wiki über Mut

Was ist Mut? Ist Mut ein Gefühl oder einfach nur eine Eigenschaft? Wenn ein Mensch mutig ist, fühlt er sich kraftvoll. Diese Kraft steht ihm zur Verfügung, um eine bestimmte Handlung zu vollführen. Der Mut kann aber von unterschiedlichen Gefühlen geleitet sein. Man kann eine mutige Handlung aus Wagemut heraus vollführen und dabei völlig gedankenlos handeln, weil man vielleicht nur einem (animalischen) Instinkt nachgegeben hat. Oder aber man handelt wohlüberlegt und braucht dann dennoch Mut, um das Überlegte umzusetzen. Das heißt also, dass man einen sehr emotionalen Mut an den Tag legen kann oder aber einen ruhigen, durchdachten Mut.

Mut bringt einen Menschen dazu zu handeln. Er nimmt eine Sache oder sein Leben in die Hand und agiert. Er ist aktiv. Er wartet nicht passiv, dass ein anderer handelt. Ein mutiger Mensch geht nach vorne, wenn es notwendig ist. Er hat seine eigene Meinung und steht dazu, auch wenn sie ihm nicht nur Sympathien einbringt. Er steht selbstbewusst für eine Sache ein. Ein mutiger Mensch meidet keine Konflikte, er wird sie allerdings auch nicht extra provozieren. Ein mutiger Mensch geht kraftvoll durchs Leben und erweckt den Eindruck, sein Leben vollkommen im Griff zu haben.

Mut ist eine gute Eigenschaft, und man setzt sie am Sinnvollsten ein, indem man sie für seine eigene innere Einkehr nutzt. Wie viele Menschen haben Angst vor Spiritualität? Wie viele Menschen haben Angst davor, in die Meditation zu gehen oder auch nur ansatzweise Meditation zu üben? Sie haben Angst davor, diese Welt zu verlieren. Sie sehnen sich nach Gott und gleichzeitig haben sie auch Angst vor ihm. Sie haben Angst vor dem Unbekannten und projizieren diese Angst auf alles Mögliche. So erschaffen sie viele kleine Ängste vor Hunden, Schlangen, Ratten, Fahrstühlen und vielem mehr. Wer kommt dann noch auf die Idee, dass den ganzen Ängsten eine einzige Urangst zugrunde liegt, die auf die Abwendung von Gott zurückzuführen ist? Was wäre, wenn das die Wahrheit ist? Müssten wir uns dann nicht nur um diese Urangst kümmern? Müssten wir dann nicht unsere gesamte Energie in Richtung Gott lenken, um uns dieser Urangst zu stellen?

Was ist, wenn diese Urangst völlig unbegründet ist? Vielleicht darf man hier nicht das Wort „unbegründet“ wählen, denn Gründe für seine Ängste wird man sicherlich genügend finden. Ein Hund könnte einen beißen, eine Schlange könnte einen vergiften, eine Ratte könnte einen vielleicht auch beißen und ein Fahrstuhl könnte irgendwo stecken bleiben oder abstürzen… Wenn wir uns all diese Ängste ansehen, dann haben wir immer nur Angst um unseren menschlichen Körper. Wieso haben wir dann Angst vor Gott und vor dem Unbekannten? Gott liegt jenseits vom physischen Körper.

Wenn also unsere Ängste bisher mit unserem physischen Körper zusammenhingen, dann müssen wir jetzt wohl daraus schließen, dass wir Angst davor haben, unseren physischen Körper zu verlieren, wenn wir zu Gott zurückkehren. Wir werden unseren physischen Körper sowieso ablegen, wenn wir sterben. Und wenn wir schlafen gehen, legen wir unseren Körper jedes Mal ab – es sei denn wir schlafen im Stehen. Wir legen also unseren Körper jede Nacht ab und gehen auf eine astrale Ebene, auf der wir träumen und Dinge ohne unseren physischen Körper erleben. Wo bleibt dann die Angst davor, den physischen Körper zu verlieren? Und wie begründet erscheint nun diese Angst oder eine der anderen kleineren Ängste?

Angst hat also auch sehr viel mit Mut zu tun. Angst ist der Gegenpol von Mut. Wenn wir Mut spüren, spüren wir auch Angst. In einer Welt der Dualität, in der wir leben, werden wir immer beides spüren – wenn nicht gleichzeitig, dann zeitlich versetzt. Das liegt in der Natur polarer Dinge. Wenn wir also mutig sein wollen, wieso dann nicht gleich den Mut für das Höchste einsetzen? Wieso nicht auf der Suche nach Gott mutig sein? cw

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