Yoga Wiki über Sangha

Sangha bedeutet Schar, Versammlung, Gemeinschaft und Gesellschaft. Zumeist wird Sangha im buddhistischen Kontext verwendet. Drei Dinge sind für einen Buddhisten besonders wichtig: 1. Buddha, als Lehrer, 2. Dharma, die Lehre und 3. Sangha, die Gemeinschaft. Dies sind drei Möglichkeiten, zu denen man Zuflucht nehmen kann. In dem Moment, in dem man Zuflucht zu einem dieser drei genommen hat, gilt man theoretisch als Buddhist, da man durch die Lehre und Praxis verbunden ist.

Der Mensch ist ein soziales Wesen, laut Aristoteles ein „Zoon Politikon“. Im alten Griechenland wurden alle Menschen, die außerhalb einer Gemeinschaft lebten als Barbaren betrachtet. Das einzelne Individuum ist entwicklungspsychologisch und zur Gesunderhaltung auf Gesellschaft angewiesen, ob mit oder ohne spirituellen Hintergrund. Doch für Swami Sivananda galt ein Leben ohne spirituellen Kontext als reines vegetieren.

Alle Religionen und Naturvölker haben spirituelle oder religiöse Sanghas. Die christliche, muslimische oder jüdische Gemeinde, der Königsreichssaal der Zeugen Jehovas oder die Sevakaversammlungen bei Yoga Vidya. Auch der Satsang ist eine Sangha. Alle Koopcenter, Stadtcentren und Ashrams bei Yoga Vidya bilden eine Sangha. Allgemein im Yoga sind die Gurubhais, also die Mitschüler, in einer Sangha. So sind alle Ashrams dieser Welt, die Sivananda verehren, eine Sangha. Alle Yogapraktizierende egal welcher Tradition bilden, wissend oder nicht, eine Sangha.

Angenommen zwei treffen sich, der eine aus Deutschland und der andere aus Spanien. Auf die Frage, wer woher käme, würde der eine antworten, er sei Deutscher und der andere sagen, er sei Spanier. Wäre nun der Deutsche zum Beispiel in Singapur und würde erneut gefragt, antwortet er, er sei Europäer. Würde unser deutscher Freund auf einen anderen Planeten fliegen und dort eine andere Spezies treffen, er würde sagen, er sei Terraner. Die Bewertung einer Sangha hat auch was mit Kontext, Identifikationsgrad und Bezugssystem zu tun.
Manchmal verliert man sich im kleingeistigen Sein, in Identifikationen und rühmt sich dennoch seines spirituellen Weges. Letztendlich ist es gut, sein Sadhana zu machen. Es ist gut, sich einer spirituellen oder religiösen Gesellschaft anzuschließen. Dennoch sind alle Menschen auf diesem Planeten eine Gemeinschaft. Kinder Gottes eben. Besonders in Tagen der Globalisierung aber auch eines unsäglichen Terrorismus, der Umweltzerstörung, Kriege, Krisen, die Auswirkungen auf alle haben, wird nur allzu deutlich, dass wir alle eine Sangha sind.

Platon beschreibt seine ideale Gesellschaft so, dass alle Menschen sich als Brüder und Schwestern sehen sollen. Die Kinder sind somit die Kinder von jedem. Im manchen Gemeinschaften und Gesellschaften Afrikas wird dies heute noch so praktiziert. In solchen Gesellschaften spielt Gastfreundschaft eine viel größere Rolle als im westlichen Kulturkreis. Ein Fremder ist ein Freund, den man noch eben noch nicht so gut kennt.
In einer Sangha zu leben, bedeutet das Ego schnell zu transformieren. Karma Yoga in einem Ashram ist deswegen so nützlich. Man wächst mit anderen. Man kann auch ein mitfühlendes Herz den anderen gegenüber stärker entwickeln. Vielleicht hat man das Glück, bei einem Guru oder Lehrer in einer Sangha sein zu können. Yoga Vidya bietet so eine Möglichkeit. Vom Buddhismus lässt sich lernen, dass die Zuflucht zu Gleichgesinnten, zu den göttlichen Geboten oder zu einem fortgeschrittenen Lehrer sehr förderlich ist.

Als Mensch lebt man in vielen Formen einer Sangha gleichzeitig: Familie, spirituelle Gemeinde, Freundeskreis sowie mit seinen angenommenen Lehren. Das Verbindende einer jeden Sangha sind die Ziele und Werte. Weitere Informationen zu Sangha im Wiki. cb

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