In unserem Herzen ist ein Ort der Stille – Sat Chid Ananda Swarupoham

Diana Helen Fegert
Lesezeit: 6 Min

Kennst du ihn, den Ort der Stille in dir? Den Ort, an dem das Denken zur Ruhe gekommen ist? Alle Yoginis und Yogis streben danach, diesen wunderbaren Ort zu finden, denn dort soll man das Flüstern Gottes vernehmen, Heilung erfahren und eins werden mit der universellen Liebe.

Ein Beitrag von Diana Helen Fegert

Wie kommen wir dorthin? Viele Lehrer gibt es in der Welt, die uns den Weg weisen. Doch das Wichtigste, um geradlinig zum Ziel zu kommen, ist unsere tagtägliche Praxis – unser Sadhana. Ob wir gemeinsam mit anderen praktizieren, in der Familie, im Ashram, oder uns allein unter Fremden fühlen, weil auf unserem Arbeitsplatz niemand meditiert oder Yoga macht – entscheidend ist, dass wir aktiv werden. Das bedeutet auf „yogisch“:

  • Rauf auf die Yogamatte und Asanas üben;
  • Täglich meditieren;
  • Unser Handeln Gott widmen, um der universellen Liebe zu helfen, in den Herzen der Menschen zu erwachen;
  • Vor dem Schlafengehen ein wenig Inspiration in der Bhagavad Gita suchen;
  • Mit Hingabe ein paar Kirtan-Lieder singen;
  • Uns mit einem Gebet selbst in den Schlaf wiegen.

Ein Tag bietet endlose Möglichkeiten, den integralen Yoga zu leben. Und wenn wir das lange und hingebungsvoll tun, werden sich nach einer Weile kurze Momente der Stille in unserem Herzen und in unserem Geist zeigen – ein Beweis dafür, dass wir auf unserem Weg Fortschritte machen. Vielleicht können wir sogar das Flüstern Gottes vernehmen und es in die Welt bringen, als Freundlichkeit unseren Mitmenschen gegenüber.

Die Stürme im Herzen beruhigen

Dunkle Wolkenformation über dem Wattenmeer an der Nordsee mit weiter Horizontlinie.

Und wenn unser Herz SOS funkt, weil die Dinge im Tagesablauf nicht so laufen, wie wir es uns wünschen – und das passiert ja öfter, oder?! – dann rezitieren wir ohne Unterlass: Sat Chid Ananda Swarupoham, bis es uns wieder besser geht. Wir erinnern uns dabei daran, dass wir der göttliche Funke auf Erden und als solcher immer liebenswert sind – der Abglanz des Höchsten persönlich. Wie könnten wir dann nicht liebenswert sein?

Manchmal dauert es lange, bis unser Herz sich beruhigt und wir müssen an solchen Tagen vielleicht unsere Yogapraxis vertiefen, die Asanas länger halten, bis sich die Gefühle lösen, Kirtan singen, bis unser Herz wieder Liebe funkt, und beten, damit das Göttliche selbst uns erinnert, wer wir eigentlich wirklich sind. Denn irgendwie haben wir das alle vergessen – und vergessen es immer wieder, bis der Yoga uns erinnert, denn er flüstert uns den ganzen Tag „Ich liebe dich.“ zu.

Und erst wenn wir uns ihm widmen, unser Leben auf den Yoga ausrichten und dem Göttlichen dienen, wird dieses Flüstern immer deutlicher vernehmbar und die Liebe fühlbar. Das ist der höchste Sinn des Yoga, denn in diesen Momenten küsst Shakti Shiva, und wir sind glücklich – selbst wenn unser Nachbar lärmt, unser Liebster uns gerade nicht liebt oder unsere Eltern und Geschwister ärgerlich über uns sind. Im göttlichen Glanz finden wir Zuflucht vor all dem. Wir überwinden Raga – unser Wollen und Begehren –, Dvesha – unsere Abneigung – und finden stattdessen Liebe, die uns Frieden und Glück schenkt.

Eine kleine Übung für dich

Schließ deine Augen und spüre dein Herz – nur dein Herz. Lass dich nicht ablenken, kehre immer wieder zu deinem Herzen zurück. Spürst du Gefühle, Schmerz, Angst, Frustration? Nimm sie wahr und lächele ihnen zu. Dann atme gleichmäßig in dein Herz ein und aus. Und nach einer Weile flüstere ihm zu:

 „Sat Chid Ananda Swarupoham. Du bist der göttliche Funke auf Erden und absolut und für immer liebenswert.“

Spüre wieder hin zu deinem Herzen und fahre damit fort, bis es dir besser geht, bis hinter der Dunkelheit auf einmal Licht sichtbar wird. Wie eine Lotusblüte, die sich durch den Schlamm zum Licht emporarbeitet, musst du dich der Dunkelheit in deinem Herzen stellen: hinhören, spüren, lächeln, hineinatmen, ihm zuflüstern – Sat Chid Ananda Swarupoham.

Dauert das eine halbe Stunde? Gut. Dann machst du das. Dauert es Wochen oder Tage? Auch gut. Dann führst du diese Übung immer wieder aus – neben deinem üblichen Sadhana.

Ist das anstrengend? Ja! Du stellst dich dem Urgrund deines Seins, deinem Fühlen, deinem Karma. Aber nur so wirst du eines Tages Shiva küssen können und glücklich sein – und das nicht nur zwei Minuten lang. Du wirst einen stillen Strom des Glücks in deinem Herzen spüren, der dich auch in turbulenten Momenten beruhigt und dich schnell wieder in deine Mitte bringt.

Der Weg erfordert Hingabe

Hände in Gebetshaltung mit einer Mala-Gebetskette als Symbol für Meditation, Gebet und spirituelle Verbindung

Lass dich auf keinen Fall ablenken – nicht von den Medien, nicht von kritischen Mitmenschen, nicht von deinem Fühlen, deinen Selbstzweifeln oder deiner Angst, dir selbst zu begegnen. Gehe deinen Weg mit aller Konsequenz. Praktiziere den integralen Yoga den ganzen Tag, und du wirst den stillen Ort in dir finden – dein Glück, dein göttliches Leuchten, das dich schützt, führt und eines Tages wieder nach Hause in die Ewigkeit geleitet.

Namasté

Diana Helen Fegert, Autorin diverser Artikel des Yoga Vidya Blogs

Diana Helen Fegert

Diana Helen Fegert ist seit ihrer Kindheit mit dem Yoga verbunden. Über viele Jahre hinweg hat sie intensiv meditiert, bis sich die Grenzen zwischen der äußeren Welt und den Lichtwelten aufzulösen begannen. Später öffneten ihr auch schamanische Praktiken den Zugang zu jenen Ebenen, die im Alltag oft verborgen scheinen.

Ihre Lehrer hat sie in der Welt gefunden – unter anderem bei Yoga Vidya, im Chopra Center, am Ayurvedic Institute – und in ihrem eigenen Herzen, diesem heiligen Ort, der uns lehrt, führt und erhellt. Das Herz verweist uns auf unseren inneren Guru, auf das göttliche Licht, das uns begleitet und durch unser Leben führt. Dieses göttliche Licht zu finden, ist unsere wichtigste Aufgabe im Leben. Und wenn wir es gefunden haben, strahlt es durch uns hinaus in die Welt. Auf diesem Weg hat Diana ihr Dharma gefunden. Mit ihren Texten, unter anderem für das Magazin Yoga Aktuell, ihren Bildern, Meditationen und dem Wissen, das die geistige Welt ihr schenkt, möchte sie die Welt bereichern.

Webseite: dianasskylight.com
InsightTimer: insighttimer.com/dianasskylight

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