Angst vor dem Unterrichten als Yogalehrer*in? So überwindest du sie!

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Viele angehende Yogalehrer*innen kennen sie: die Angst vor dem Unterrichten. Sie beginnt oft schon während der ersten Unterrichtsprobe in der Yogalehrer-Ausbildung – und begleitet manche noch Jahre danach. Zwar lässt sich diese Angst durch Übung, Erfahrung und Selbstreflexion deutlich verringern, doch ein gewisses Kribbeln bleibt häufig. Das ist normal – und dennoch belastend, wenn es überhand nimmt.

Der innere Konflikt: Unterrichten wollen und trotzdem Angst haben

Ich kenne diesen inneren Kampf nur zu gut: Auf der einen Seite der Wunsch, Yoga zu unterrichten und Menschen auf ihrem Weg zu begleiten. Auf der anderen Seite Zweifel, Selbstkritik und das Gefühl, „nicht gut genug“ zu sein.

Mein eigener Weg begann 2006 bei Yoga Vidya, wo ich meine Ausbildung absolvierte und später ein eigenes Yoga-Center gründete. Von außen sah es aus, als wäre alles in Ordnung – innerlich jedoch zweifelte ich ständig an mir.
Einschränkende Glaubenssätze – wie „Ich mache alles falsch“ oder „Ich muss die Erwartungen anderer erfüllen“ – sind weit verbreitet. Sie entstehen oft schon in der Kindheit und begleiten uns unbewusst.

Der Weg aus der Angst beginnt in dir selbst.

Deine Gedanken und Erfahrungen formen, wie du dich als Yogalehrer*in erlebst. Indem du lernst, dich selbst zu stärken und neue Perspektiven einzunehmen, kannst du die Angst Stück für Stück loslassen und in dein volles Potenzial treten.
Hier sind drei kraftvolle Impulse, die dir dabei helfen können:

1. Selbstvertrauen nähren – Saucha (Reinheit) praktizieren

Nach jeder Yogastunde – egal, wie sie gelaufen ist – erinnere dich daran: Du hast dein Bestes gegeben.
Schau in den Spiegel, lächle dir zu und sage: „Das habe ich gut gemacht.“ Diese bewusste Anerkennung stärkt dich und löst die Macht innerer Kritik. Stell dir vor, wie du selbstkritische Gedanken wie heiße Kohlen loslässt – sie dürfen gehen. Mit der Zeit wirst du merken: Kritik trifft dich weniger, und du entfaltest dich in deiner Intuition, Kreativität und Freude.

2. Den Fokus verschieben – Karma Yoga leben

Frag dich immer wieder: Warum bin ich hier? Warum unterrichte ich Yoga?
Die Antwort liegt selten in Perfektion, sondern in Verbindung: Menschen kommen zu dir, weil sie Entspannung, Bewegung, Energie oder einfach einen Ort brauchen, an dem sie willkommen sind. Wenn du dich darauf konzentrierst, für sie da zu sein, löst sich der Druck, dich selbst zu beweisen. Dein Unterrichten wird leichter – und erfüllender.

3. Dankbarkeit kultivieren – Santosha (Zufriedenheit) üben

Erinnere dich regelmäßig daran, dass du genau dort bist, wo du gerade sein sollst. Schreibe Affirmationen auf, wiederhole sie im Stillen oder meditiere darüber. Zum Beispiel:

  • Ich bin genau hier richtig, an diesem Punkt meines Lebens.
  • Alles geschieht im perfekten Moment – ich bin getragen und geführt.
  • Ich bin wertvoll und gebe immer mein Bestes

Dankbarkeit bringt dich ins Jetzt und lässt die Angst vor Fehlern verblassen. Mit der Zeit wächst Vertrauen – in dich, deinen Weg und in das, was du zu geben hast

Fazit

Vertraue dir – und dem Prozess. Alles entwickelt sich genau so, wie es sein soll. Du bist auf deinem Weg, und jeder Schritt, den du gehst, bringt dich weiter in deine Stärke. Lass los, was dich zweifeln lässt, und öffne dich für das Vertrauen, dass alles zur richtigen Zeit geschieht.

In meiner langjährigen Tätigkeit als Ausbildungsleiterin für Yogalehrer*innen durfte ich – gemeinsam mit meinem Lebensgefährten – unzählige Yoga-Begeisterte dabei begleiten, in ihre Kraft zu finden und Ängste loszulassen. Es erfüllt mich jedes Mal zutiefst, mitzuerleben, wie der heilsame Weg des Yoga sich in ihnen entfaltet – einzigartig, lebendig und immer wieder neu.

Ein Beitrag von Annette Essig

Wir sind Yoga Vidya Neustadt

Annette Essig

Zertifizierte Yogalehrerin, Rückenyogalehrerin, Ayur-Yoga Lehrerin, Meditations-Kurs-Leiterin, Faszienyoga Trainerin, Reiki Meisterin & Lehrerin in der Tradition von Mikao Usui, Chakra Healing Ausbildung. 6 Jahre Studium buddhistischer Grundlagen- und Meditationstexte.
Weiterbildungen: Kinderyoga, Pawan Mukta Asanas (Yoga für die Gelenke, Energieblockaden lösende und verdauungsfördernde Übungen), Yin Yoga, Gong und Spiraldynamik.
Inhaberin der Yoga Vidya Zentren Neustadt seit 2008 und Kaiserslautern 2013-2024.

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