Das Verständnis von Immunität im Ayurveda

Wir leben in der Zeit von Corona und bewegen uns ständig vorwärts auf unserer Reise neuer Einsichten und Ideen. Der aktuelle Artikel befasst sich daher mit der Immunität.

Wie erhält man eine gute Immunität? Was muss dafür getan werden? Welche Arten von Immunität gibt es? Und wie entwickelt man sie?

Was ist Immunität?

Bevor wir ins Detail gehen, müssen wir wissen, was Immunität ist. Im Allgemeinen bezeichnet Immunität den natürlichen Abwehrmechanismus unseres Körpers, der uns vor jeder Art von Infektion durch Mikroorganismen schützt.

Die Immunität wird hauptsächlich in zwei Typen unterteilt:

  1. Die humorale Immunität      
  2. Die zellvermittelte Immunität

Humorale Immunität – Antikörper zur Abwehr von Eindringlingen

Die humorale Immunität ist eine durch Antikörper ausgelöste Immunität. Das heißt, wenn fremde Bakterien, Viren, Pilze oder Protozoen in unseren Körper eindringen und versuchen, uns krankzumachen, produziert unser Körper eine bestimmte Art von Antikörpern. Diese helfen uns, solche fremden Eindringlinge zu bekämpfen und uns vor Krankheiten zu schützen.

Gutes Immunsystem
Starkes Immunsystem für eine optimale Gesundheit

Wo werden Antikörper gebildet?

Nun stellt sich die Frage, wo diese Antikörper in unserem Körper gebildet werden. Sie werden in unserem Blutplasma, in der Milz, im lymphatischen Gewebe und in den Lymphgefäßen gebildet.

Produktion im Knochenmark

Es gibt spezielle Zellen, die als B-Lymphozyten bekannt sind, die im Knochenmark produziert und entwickelt werden und die spezifische Antikörper gegen bestimmte Mikroorganismen absondern.

Bislang konnten Wissenschaftler 5 Arten von Antikörpern feststellen, die als IgA, IgM, IgG, IgD, IgE bezeichnet werden. Es ist möglich, dass in Zukunft weitere Arten entdeckt werden.

Wanderung durch Blut- und Lymphgefäße

Nachdem diese B-Lymphozyten im Knochenmark gebildet werden, wandern sie durch den ganzen Körper und durchlaufen viele Veränderungen, je nach den Bedürfnissen unseres Körpers. Sie wandern durch Blutgefäße und Lymphgefäße.

Das bedeutet, dass Knochenmark, Blutgefäße und Lymphgefäße die wichtigsten Gewebe für die Humorale Immunität sind. Wenn es also irgendeine Art von Insuffizienz im Knochenmark, im Blut oder in den Lymphgefäßen gibt, dann wird auch unsere humorale Immunität beeinträchtigt. 

Ayurvedische Perspektive im Vergleich

Auch im Ayurveda gibt es vier Gewebe, die in direktem Zusammenhang mit der humoralen Immunität stehen. Sie sind bekannt als:

  • Ashti Dhatu
  • Majja Dhatu
  • Rakta
  • Rasa Dhatu

Asthi bedeutet Knochen und Majja bedeutet Knochenmark, Rakta und Rasa sind Blut und Lymphgefäße. Ayurveda erwähnt deutlich, dass, wenn unser Stoffwechselprozess auf irgendeine Weise beeinträchtigt wird, dies die richtige Produktion der Dhatus (Gewebe) behindern kann.

Das bedeutet, dass ein schwacher Stoffwechsel, schwaches Knochenmark, schwache oder unzureichende B-Lymphozyten und eine geringe Antikörperproduktion zusammenhängen.

Faktoren für eine gute Humorale Immunität

1. Erhalt unseres Körpergewebes

Ungünstige Lebensmittelkombinationen schwächen das Agni
Starkes Agni zur Regulation der Antikörper

Gleichzeitig schwächt jede Art von Behinderung des Blut- und Lymphflusses in unserem Körper auch die Fähigkeit unseres Körpers, ausreichend Antikörper zu produzieren. Die Dhatus (Gewebe) unseres Körpers und wie sie Antikörper produzieren, was mit dem richtigen Agni (Verdauungsfeuer) reguliert werden kann, ist daher der wichtigste Faktor im Kampf gegen eindringende Mikroorganismen.

2. Reinigung des Körpers

Der zweite Faktor ist der ununterbrochene Fluss dieser Antikörper in unserem Körper. Um diesen sicherzustellen, müssen wir unseren Körper regelmäßig mit Verfahren wie Panchakarma (fünf Formen der Reinigung) reinigen.

3. Ernährung zum Aufbau optimalen Gewebes

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Ernährung. Es gibt bestimmte Arten von Lebensmitteln, die unsere Kanäle blockieren können, z. B. schwere, ölige und klebrige Lebensmittel. Lebensmitteln hingegen, die natürliche Aminosäuren (Eiweißquellen), Vitamin C, Vitamin A und Vitamin E enthalten, helfen beim Aufbau einer guten Qualität des Knochenmarks, des Blutes und des Lymphgewebes, die letztendlich eine gute Qualität von Antikörpern produzieren.

Die Zellvermittelte Immunität

Im Bereich der zellvermittelten Immunität spielen T-Zellen und Makrophagen eine wichtige Rolle für die Neutralisierung der krankheitsverursachenden Mikroorganismen.

Die wichtigsten Orte der Produktion und Entwicklung von T-Zellen sind Thymus, Milz, Lunge, Lymphgefäße, Lymphdrüsen, Knochenmark, Darmschleimhaut, Haut und Blut. Die T-Zellen wandern im Laufe des Lebens durch den ganzen Körper, um uns zu schützen.

Was tun für eine gute zellvermittelte Immunität?

Wichtig sind hier die gemeinsamen Orte der humoralen und zellvermittelten Immunität und auch ihre Bewegung durch den Körper. Es muss auch verstanden werden, dass wir mit zunehmendem Alter mehr und mehr T-Zellen in unseren Schleimhäuten haben, also in der Nasenschleimhaut, der Lunge, dem Darm usw.

Daher ist es wichtig, diese Organe sauber zu halten, um eine bessere zellvermittelte Immunantwort zu haben. Wie und mit welchen Mitteln kann man das erreichen?

1. Reinigung von Nase und Mund

Regelmäßige Nasenreinigung entweder mit der yogischen Neti Kriya oder der ayurvedischen Nasya (nasale Dampf- und Ölanwendung) und anschließende regelmäßige Pranayama-Praxis, wie Nadi Shodhana (Wechselatmung) und Bhastrika sind gute Methoden, um unsere Nasenwege zu reinigen. Für die Mundschleimhaut ist Ölziehen (Kokosnussöl-10 ml) eine gute Praxis.

2. Darmreinigung

Wenn eine Person unter Verstopfung leidet, dann ist ihre Immunität definitiv schwach. Also müssen wir einen Weg finden, um unsere Verdauungskraft zu steigern und den Darm zu reinigen. Dies kann etwa durch Sankha-Prakshalana (yogisches Reinigungsverfahren), Basti (Einlauf) oder Virechana (Abführen) geschehen. 

3. Mentales und spirituelles Wohlbefinden stärken

Entspannung steigert unsere Immunität

Im Ayurveda wird erwähnt, dass Ojas die Essenz unserer Dhatus (Gewebe) ist und es kann mit der Immunreaktion unseres Körpers gegen eindringende Mikroorganismen verglichen werden. Ojas kann durch Sorgen, Furcht, Angst, Ungeduld, geringes Selbstwertgefühl usw. erschöpft sein. Das macht deutlich, wie wichtig die Bedeutung des mentalen und spirituellen Wohlbefindens eines Menschen für die Immunität ist.

Wenn es einem Menschen in seinem Geist und Herzen nicht gut geht, schwächt das die Abwehrkräfte des Körpers. Wir müssen also alles tun, um unseren Geist und unser Herz friedlich, zufrieden, demütig und großzügig zu halten.

Eine helfende Geste, eine Haltung des Loslassens, regelmäßige Meditation, Yoga Nidra, Schlafen und Aufwachen zur richtigen Zeit, Lesen von Schriften oder Literatur, die Positives bewirken – all diese Praktiken führen zu geistigem und spirituellem Wohlbefinden, das letztlich die Immunität verbessert.

Wohlgefühl fördert Immunität

Zusammenfassend können wir sagen, dass ein vollständiges körperliches, geistiges, soziales und spirituelles Wohlbefinden notwendig ist, um unser Immunsystem intakt zu halten, da jeden Tag neue Herausforderungen in Form von Viren, Bakterien, Pilzen oder anderen Mikroorganismen auf uns zukommen. Der Boden ist wichtiger als das Saatgut. 

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Der Autor

Dr. Devendra

Dr. Devendra Prasad Mishra hat einen Bachelor und Master in Ayurveda Medizin, mit Schwerpunkten im traditionellen Ayurveda sowie der westlichen Medizin.

Im Himalaya aufgewachsen, ist er besonders der Naturheilkunde und der spirituellen Dimension ärztlichen Wirkens zugeneigt. Dr. Devendra leitete zuletzt eine Ayurveda Praxis in Rishikesh/Indien und die Kewalya Nature Care Society.

Er unterrichtete weltweit Ayurveda, Marma Therapie, Panchakarma Kuren und Phytotherapie. Seit 2020 lebt er in Bad Meinberg, gibt Vorträge und Konsultationen und leitet Studien, Seminare und Ausbildungen im Rahmen des Centers of Excellence Ayurveda Vegan.

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