Hatha Yoga im Herbst: Ein Regentag im November …

04„Ein Regentag im November … „
Wie würdest du diesen Satz zu Ende schreiben?
Mit trüber Stimmung und tief hängenden Gedanken? Mit kalten Fingern oder störrischen Regenschirmen? Irgendwie hat es sich über die Jahrzehnte eingebürgert, sich vor kaltem Regenwetter zu gruseln und immer, wenn es soweit ist, bestenfalls mit Wärmflasche und heißem Tee unter die Sofadecke abzutauchen. Was ja auch richtig schön sein kann.
Aber wer hätte gedacht, dass es Menschen gibt, die den Regen lieben? Der Künstler Hundertwasser zählt die verregneten Herbsttage sogar zu seinen besonderen Glückstagen. „An einem Regentag beginnen die Farben zu leuchten“, hat er mal gesagt, „deswegen ist ein trüber Tag für mich der schönste Tag. Das ist ein Tag, an dem ich arbeiten kann. Wenn es regnet, bin ich glücklich. Und wenn es regnet, weiß ich, dass mein Tag beginnt!“

Nein, bei den bunten und fantasievollen Gebäuden, die zu seinen kreativen Schöpfungen zählen, denkt man beileibe nicht  an Regentage. Sogar sein Wohnschiff hat Hundertwasser nach seiner liebsten Zeit genannt: „Regentag“.
Und die Yogis? Ja, was macht eigentlich so ein echter Yogi bei Regen? Freudentänze tanzen? Sich in seine Höhle zurück ziehen und in Meditation versinken? Asanas üben? Oder gelassen lächelnd und mit nassem Haar durch den Matsch waten?
Man könnte ja versucht sein, im Wahn, alles richtig machen zu wollen, die schlechte Laune umgehend auszumerzen und es den großen Meistern gleichzutun – in der Hoffnung, dass man den inneren Frieden sicher finden wird, wo in schon große Meister beherrschten. Aber Höhle oder Freudentanz, künstlerisches Schaffen oder die Sofadecke: Wer wollte sagen, was jetzt und für mich das Richtige ist? Und welche Schätze dieser Wolken verhangene Himmel für mich bereit hält? Wer wollte das wissen, außer mir selbst und der Meister in mir? Womöglich ist dieser Regentag auch einfach nur eine wunderbare Gelegenheit, um das herauszufinden.
Mit oder ohne Yoga Übungen und Meditation.

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6 Kommentare zu “Hatha Yoga im Herbst: Ein Regentag im November …

  1. Meine ureigendste Sicht auf das Wetter ist doch entscheidend: wenn es mir nicht gut geht, ich mit negativen Gedanken oder Ereignissen befrachtet bin, hilft mir auch das strahlendste Sommerwetter nicht so richtig. Wenn es mir aber gut geht, ich einen wunderbaren Yoga-Tag habe, das Leuchten in den Augen meiner Kursteilnehmer gesehen habe, dann ist der graueste Novembertag ein wunderbarer Tag, denn mir ist ganz warm ums Herz! In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eineherzerwärmende letzte Novemberwoche! Om shanti

  2. Ein Regentag im November…..
    …kuschelig zuhause, mit einem guten Buch am Sofa, auf der Yogamatte, zwischendurch ein Spaziergang, mit den Katzen spielen, eine leckere Tasse Tee genießen… solche Tage könnte es auch häufiger geben.

  3. Premajyoti

    Om Om Om
    Ihr lieben Yogis,
    Ihr habt so recht, aber
    ich muss gestehen, Mein „Ich“ liebt den ewigen Sommer…………..
    😉
    Om Shanti

  4. Om Om Om
    In der Schöpfung ist für mich jede Jahreszeit meisterhaft, es herrscht dann immer eine andere Energie vor. Der Herbst ist eine gute und schöne Zeit gesättigt voller Sonnenenergie, löst dann allmählich alles Vergangene ab, der Regen und der Wind sind dabei sehr hilfreich. Freudevoll zeigt sich dann die Natur in ihrer entblösten Pracht und vereinigt sich in der kommenden Stille in Liebe tief mit Gott.

    Wenn ich glücklich bin, ist für mich die Natur absolut immer schön, leicht und lebendig, dann geniese ich die Besonderheiten jerder Jahreszeit in voller Offenbarung, weil sie dann eine reine Göttliche Spiegelung ist. Wenn ich nicht so glücklich bin, trübsinn und schwermut, die falschen Gedanken mein Bewußtsein benebelt, dann heißt es, bewußt schnell sich an Gott wenden um diese andere Seite in der Dualität gut meistern zu können.

  5. Danke, für Deinen lieben Herbstbeitrag, den ich voller Freude gelesen habe.
    Der Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit. Warum? Mmh, ich liebe die erdigen Düfte, den bunten Teppich, den das Göttliche in den Wälder für uns ausbreitet. Die Stille und die Erkenntnis, dass alles Äußere vergänglich ist. Wir können uns wieder demütig an unser wahres Sein wenden, falls wir uns im turbulenten Sommer etwas von ihm entfernt haben. Regen ist etwas wunderbares. Regen reinigt und guck- Gott weint auch mal vor Freude und Mitgefühl :-).
    Om Shanti
    Satyadevi

  6. … und ohne Regen vertrocknet alles und stirbt aus.
    Es ist pures Leben, was da vom Himmel tropft. Die Luft wird gereinigt und intensiv angereichert mit vielfältigen Düften, Licht für die Nase sozusagen. Auch die Ohren werden verwöhnt, denn Wasser hat viele Klänge, kein Tropfen klingt wie der andere, zumal sie alle unterschiedlich stark auf verschiedenen Untergrund treffen. Es kann ein klangliches Abenteuer sein, von drinnen dem tropfen des Regens draußen zu lauschen!
    Trotzdem lassen wir zu, dass uns trübsinnig wird, trotz Farben- und klanglicher Pracht, duftendem Reichtum. Trotz dieses Leben spendenden Geschenks frönen wir der Schwermut.
    Jedes Mal, wenn es regnet, wird uns eine göttliche Botschaft geschickt: Das Wachstum allen Lebens währt fort, auch wenn der Mensch sich und der Natur noch so viel schaden zufügt.
    Man könnte sich also auch freuen: Über einen Kreislauf, der über Jahrmillionen immernoch funktioniert, über die sinnliche Pracht des Regens und Gewitters, über eine göttliche Präsenz.

    Om Shanti

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