Spirituelle Heilung

Gesundheit

Unterschied zwischen psychischer und spiritueller Heilung

Auszüge aus dem Buch Bhakti und Sankirtan

von Swami Sivananda übersetzt von Ruth Gaßmann

Psychische Heilung wird oft mit spiritueller Heilung verwechselt. Psychische Heilung ist eine einfache Form der Konzentration des Geistes zur Stärkung der Willenskraft, um einen gewissen Grad an Kraft zu erhalten, so wie ein Sportler seine Muskeln in einem Fitness-Studio trainieren kann.

Wenn der Heiler keinen Kontakt mit dem göttlichen Willen hat, arbeitet er mithilfe seines eigenen persönlichen Willens. In einigen Fällen gerät der Heiler in Schwierigkeiten, weil er den göttlichen Willen nicht beachtet und versucht, den Patienten mit der Hilfe von magischen Kräften und Mantra Siddhi (außergewöhnliche Kräfte) zu heilen. Eine solche Behandlung ist nicht erstrebenswert.

Gesundheit

Sich mit dem göttlichen Willen verbinden

Die spirituelle Heilung ist ganz anders. Der Heiler/die Heilerin verbindet sich mit dem göttlichen Willen, er/sie erkennt Gott in sich selbst und Gott in dem Patienten. Durch stille, aufrichtige, selbstlose Gebete erweckt er im Patienten die Kraft Gottes. Es ist tatsächlich die innere Kraft des Patienten, die ihn heilt, selbst wenn sie nur für eine gewisse Zeit erwacht ist.

In solchen Fällen wendet sich der Patient oft Gott zu und beginnt das reine Leben eines spirituellen Aspiranten zu führen, auch wenn er ein aktives weltliches Leben führt. Er ist nicht länger auf einer Reise zu Gott, sondern das aufrichtige, tiefe und spontane Fließen des Gebets in tiefer Konzentration des Geistes kennt keine Grenzen oder Hindernisse mehr, weder äußere noch innere… Erkenne diesen enormen Unterschied. Der Patient ist nicht nur von seiner Krankheit geheilt, sondern er ist auch nach innen, auf Gott, gerichtet.

Gott heilt, nicht der Heiler

Der Heiler spürt, dass es in Wirklichkeit Gott ist, der heilt. Egoismus ist völlig abwesend. Der Heiler entwickelt sich mit jeder Heilung weiter.

Die Meditation auf das Selbst in seiner manifesten und nicht manifesten Form ist der Schlüssel, um dieses Ziel zu erreichen.

Verstehe, dass das Selbst oder Gott gleich in allen ist. Reinige dein Herz durch selbstlosen Dienst und aufrichtiges Gebet für alle Kranken und Leidenden. Beruhige deine Gedanken. Sei wahrhaftig in deinen Gedanken, Worten und Taten. Das ist sehr wichtig. Beachte Enthaltsamkeit. Werde nicht ärgerlich und verletze nicht die Gefühle anderer. Nimm sattwige (reine), nahrhafte, nicht anregende, vegetarische Nahrung zu dir. Bete für die Heilung des kranken Menschen. Aber denke nicht, dass du etwas Großes, Nobles und Selbstloses tust, oder dass du für diese Heilung einen Lohn erhältst, weder Geld noch Ruhm noch spirituellen Lohn. Völlige Selbstlosigkeit ist das Geheimnis für schnellen und beständigen Erfolg. Die Grundlage der Heilung ist das Verständnis für die Wahrheit, dass Gott der Heiler ist. Alles was der Heiler macht, besteht darin, sich und den Patienten auf Gott einzustimmen.

Heilen durch Mantras

Der Heilungsprozess mit der Hilfe von Mantras ist wie folgt:

Das Wichtigste, an das man sich in diesem Zusammenhang erinnern muss, ist die Tatsache, dass der allmächtige Gott einen Menschen heilt und nicht der individuelle Wille. Unsere Pflicht liegt darin, den Willen Gottes und die Gnade der Heilung anzurufen und den Geist des Patienten durch Japa (Wiederholung von Mantras) und Kirtan (Singen spiritueller Lieder) usw. auf den göttlichen Willen einzustimmen. Das Gebet ist der Schlüssel für beide, für Heiler und Patienten.

Halte einen kleinen Satsang. Die Menschen, die geheilt werden möchten, müssen dabei sein. Fortgeschrittene Sadhakas (spiritueller Aspirant) und Bhaktas (Gottesverehrer) sollten auch dabei sein. Die letzteren müssen nicht unbedingt wissen, dass der Satsang der Heilung dient. Die gemeinsame Kraft des Gebets wird dem Patienten sehr helfen.

Beginne mit dem Chanten von Om, Ganesha und Guru Kirtan. Rufe Hanuman an und singe das Maha Mantra zehn oder fünfzehn Minuten. Falls m