Und das ewige Licht leuchte ihnen

Gedanken über katholische und yogische Lehren

Als ich ein Kind war, hatten wir Ferien zu Allerheiligen und Allerseelen. Die Schulen waren geschlossen und wir gingen in die Kirche und im Anschluss auf den Friedhof. Wir besuchten die Gräber unserer Familie und unserer Freunde und beteten für die Erlösung. Gemeinsam gedachten wir unserer Ahnen, die uns zu dem gemacht haben, was wir heute sind. An jedem Grab entzündeten wir eine Kerze und schmückten es feierlich.

Als die Seelen in den Himmel kamen

Allerheiligen ist das Fest, an welchem alle katholischen Heiligen gepriesen werden. Heilig sind bei den Katholiken jene Seelen, welche große Werke im Namen der katholischen Kirche und im Namen Gottes vollbracht haben. Tatsächlich gehen auch die meisten traditionellen Namen, nach denen wir alle benannt sind, auf die Namen dieser Heiligen zurück. Die Heilige Viktoria beispielsweise, deren Namen ich trage, wurde geköpft. Sie ist für ihren Glauben und für Gott den Märtyrertod gestorben.

Die Heiligen sind in den Himmel aufgefahrene Seelen. Hier behüten sie Seite an Seite mit Jesus, Gott und den vielen Engeln die Geschicke der Menschen. Es gibt Bilder der Heiligen, die man sich auf einen Altar stellen kann, um zu ihnen zu beten.  Ein wenig erinnert mich das an die Meister, in deren Traditionen beispielsweise Yoga gelehrt wird.

Wenn ich an die Aufgaben der Engel, oder Erzengel denke, erinnert mich das an die indischen Gottheiten. Energien, zu denen wir Menschen beten, wenn wir Hilfe oder moralische Unterstützung benötigen.

Den Kreislauf der Wiedergeburt beenden

Vielleicht kann man sagen, dass auch die Seelen zu einer Art Engel oder positiver Energie werden, wenn sie in den Himmel kommen. Hier vereinen sie sich mit dem Göttlichen, sie kehren Heim zur Quelle. Die Seelen werden also eins mit dem Ewigen. Um in den Himmel zu kommen, sollen sich die Lebenden im katholischen Glauben an die zehn Gebote halten, Gott treu sein, ihm dienen, den Nächsten lieben und Gutes tun.

Klingt das irgendwie bekannt? Tatsächlich ist der katholischen Glauben dem yogischen in vielerlei Hinsicht ähnlicher als man annehmen würde.

Auf den Altären der Ashrams stehen die Bilder der großen verwirklichten Meister, also der Ahnen des Yoga. Hier stehen auch Bilder und Murtis der Gottheiten, der Energien die Yoga bewachen und die somit den Yogi*nis helfen, ihr Ziel zu erreichen und das Karma zu besiegen. Die Götter helfen uns dabei unsere Ziele zu erreichen und irgendwann mit ihnen gemeinsam aufzusteigen und den Kreislauf der Wiedergeburt zu beenden.

Allerseelen – Gebete für die Erlösung

An Allerseelen gedenken wir einen Tag nach Allerheiligen. An diesem Tag steigen dem Glauben nach alle verlorenen Seelen aus dem Fegefeuer auf, um sich auszuruhen. Es gilt allen verstorbenen Gläubigen zu gedenken, die noch nicht im Himmel sind und für sie zu Beten: „Möge ihnen das ewige Licht leuchten…“ – aus einem bekannten Totengebet der katholischen Kirche – Mögen sie frei sein. So beten die Lebenden für die verstorbenen Seelen, damit die Toten irgendwann die Erlösung erlangen und aufsteigen in den Himmel. Yogisch betrachtet könnte man sagen, dass die Lebenden den Toten Kraft und Wohlwollen senden, damit sie irgendwann den Kreislauf der Wiedergeburt beenden können.

Die vielen Geister die an Halloween, dem 31. Oktober, der Nacht vor Allerheiligen und Allerseelen, auf den Straßen verirrt sind, sind die Seelen derer, welche den Himmel noch nicht erreichen konnten. Verlorene Seelen, die weiterhin etwas Bestimmtes auf der Erde suchen. Verlorene Seelen, die aus dem Fegefeuer aufgestiegen sind, um sich zu erholen.

Ein*e Yogi*ni würde sagen, wir müssen uns nicht verkleiden, um die Seelen darzustellen, die noch nicht aufgestiegen sind. Sind wir denn nicht selbst diese Seelen, für die wir beten? Gefangen in unseren Körpern und auf dem Erdenkreis? Nur langsam und mit kleinen Schritten schreiten wir der Erlösung entgegen. Eine Seele benötigt laut Vedanta Yoga mehrere hundert Inkarnationen als Mensch, bevor sie die Spiritualität für sich entdeckt. Und noch viele weitere Inkarnationen, in denen sie spirituelle Praxis betreibt, um die Gottverwirklichung endlich zu erreichen und eins zu werden mit der Quelle.

Gottverwirklichung und Erlösung vor dem Bösen

Im katholischen Glauben gibt es, wie sicherlich viele wissen, die Vorstellung von der Hölle. Die Seelen welche keine Erlösung erfahren sind im Fegefeuer gefangen. Die Hölle ist, in der Dualität, das exakte Gegenteil vom Himmel der katholischen Kirche. Betrachten wir die Hölle im yogischen Sinne, könnten wir sagen, dass sie vielleicht nur ein weiteres Leben auf einem der vielen Planeten bedeutet. Eine weitere Chance die Gottverwirklichung zu erreichen, das Karma zu überwinden und den Kreislauf der Wiedergeburt zu  beenden.

Wir können Samadhi erreichen – den Zustand, der unter anderem durch Meditation und Yogapraxis erreicht werden kann. In Nirvikalpa Samadhi realisierst du, dass es keine physische Wirklichkeit gibt. Du bist losgelöst von allem Irdischen, du bist eins mit dem Göttlichen. Verbunden mit allem, siehst du bis in die Seelen der Menschen. Du erkennst, dass du, wenn du nicht ahimsa lebst, dir selbst und der Weltenseele schadest, denn du bist eins mit der Weltenseele. Es gibt kein ich und kein du – die Dualität ist überwunden.

Liebe ist das Gefühl, für das du lebst und in dem du aufgehst. Das Gefühl das du geben willst. So lebst du im Mitgefühl mit allen Wesen, die noch leiden, weil sie noch nicht befreit sind.

Und solange wir Samadhi noch nicht erreicht haben, feiern wir auf der Erde unsere Ahnen, dank denen wir auf der Erde geboren wurden, um uns zu entwickeln. Wir beten zu den Engeln, Meistern und Gottheiten, damit sie uns den Weg ihn die Erlösung zeigen mögen und uns helfen alle Hindernisse zu überwinden, um letztlich Erlösung zu erfahren!

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