Veganes Buffet auf Zeit – Yoga Vidya Bad Meinberg stellt auf pflanzliche Kost um

Veganes Buffett

Nanu, wo ist denn die Milch hin? Manch einem dürfte es schon aufgefallen sein: Milch, Käse, Butter und Joghurt sind vom Bad Meinberger Buffet verschwunden! Diese wurden allerdings nicht weggefuttert, sondern ganz bewusst nicht angerichtet. Grund dafür ist der Beschluss der Sevaka, sich auf ein Experiment einzulassen: seit dem 15. April gibt es für 3 Monate lang ein veganes Buffet.

Wie kam es zu der Entscheidung, ein veganes Buffet einzuführen?

Eine Gemeinschaft lebt von ihren Mitgliedern. Deswegen werden alle Fragen und Entscheidungen des Zusammenlebens bei Yoga Vidya demokratisch in der Sevakaversammlung beschlossen. Ernährung ist auch bei den Bad Meinberger Yogis ein beliebtes Thema – wie oft essen, was essen und in welchen Kombinationen? Käse – ja oder nein?

Zuletzt bestand ein großer Wunsch einiger engagierter Sevaka, der veganen Ernährung einen noch größeren Stellenwert im Bad Meinberger Ashram einzuräumen. Dabei standen ganz unterschiedliche Motive im Vordergrund.

Nachhaltiger, gesünder und fairer

Während manche überzeugt waren, das die rein pflanzliche Ernährung die gesündeste Ernährungsform für den Menschen ist, waren andere davon angetrieben eine möglichst ethische Ernährung zu finden, die das Tierwohl noch stärker berücksichtigt.

Zudem wurde der Wunsch geäußert, die Ernährung mithilfe einer veganen Ernährungsweise noch nachhaltiger zu gestalten. Es ist inzwischen ein gut belegter Fakt, dass nicht unerhebbliche CO2 Emissionen infolge der weltweiten Tierhaltung entstehen. Dazu kommt außerdem noch die Verschwendung von Unmengen von Tonnen an Wasser sowie riesige Flächen an Boden, der als Weideland bzw. für den Futteranbau genutzt wird. Würden alle aktuellen landwirtschaftlichen Flächen nur für die Produktion pflanzlicher Nahrung genutzt werden, hätten wir eindeutig genug davon und es müsste kein Regenwald abgeholzt werden.

Vielfalt, Entscheidungsfreiheit und spiritueller Fortschritt

Das Pflanzen die Basis der Ernährung sein sollten, spiegelt sich ja bereits am bisherigen Yoga Vidya Buffet wieder. So gibt es beispielsweise zu jeder Mahlzeit große Behälter Dampfgemüse und ein reichhaltiges Salatbuffet. Was übrigens nicht viele wissen: Auch alle Hauptmahlzeiten sind fast ausschließlich rein vegan, außer es ist anders ausgeschrieben (treue Yoga Vidyaner kennen und schätzen am Samstag die mit Käse überbackene Nudeln genauso wie die köstliche vegane Käsesauce).

Diese Vielfalt eines vegetarischen und überwiegend veganen Buffets hat bisher für Viele gut geklappt. Bei der Diskussion wurde deswegen auch oft das Thema der Wahlfreiheit angeschnitten. Jeder Mensch kennt seinen Körper am besten und soll auch entscheiden dürfen, welche Nahrungsmittel er zu sich nimmt.

Was außerdem gegenüber dem veganen Vorstoß zu bedenken gegeben wurde, waren die yogischen Ernährungsregeln – dahingehend gibt es ein Patt. So gelten Fleisch, Fisch und Eier als tamasig, also förderlich für Trägheit und Müdigkeit. Aus diesem Grund sind sie auch innerhalb des Ashrams verboten. Bei dem Verzehrverbot von Fleisch und Fisch spielen außerdem karmische Aspekte eine Rolle.

Darüber hinaus werden im Yoga Milcherzeugnisse, wie Butter, Kuhmilch und Sahne jedoch nicht explizit verboten. Ganz im Gegenteil empfahl beispielsweise Swami Sivananda Ghee und Milch als für den spirituellen Fortschritt besonders zuträglich, Milch sogar als die ideale Nahrung für den Yoga Schüler des Pranayama. Hier ist allerdings zu bedenken, dass es sich bei den Milchprodukten zur Lebenszeit von Swami Sivananda um etwas ganz anderes handelt als bei den Milchprodukten, die man heute in der westlichen Welt zu kaufen bekommt. Auch Bio-Milchprodukte sind nicht Ahimsa…

Unterm Strich gehört zu Freiheit auch Selbstreflektion

Es gibt inzwischen so viele Meinungen, Studien und Spezial Diäten für die vermeintlich perfekte Ernährung, dass wir das Wesentliche manchmal aus dem Blick verlieren – auf unser Bauchgefühl zu hören:

Instinkt oder eine innere Stimme wird dich bei der Auswahl deiner Nahrung leiten. Du selbst bist der beste R