Vergeben und loslassen?

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„Lass einfach los!“. Vergeben ist oft leichter gesagt, als getan. Du verbeißt dich in einen Konflikt, oder verkrampfst dich in einer Situation, kannst nicht schlafen, gehst alles immer wieder durch, bist angespannt.

Oder du willst etwas unbedingt schaffen oder machen, doch es klappt einfach nicht. Am liebsten würdest du es erzwingen, doch das ist ja meistens – zum Glück – nicht möglich. Also müsstest du loslassen, wenn du nicht zum Zähneknirscher oder Nichtschläfer werden willst.

Vergeben heißt Vertrauen

An Gott glauben, es einfach dem Göttlichen übergeben, zulassen, dass du grade nicht weiter weißt, oder kannst. Zulassen, dass ein Wunder geschieht, dass das Göttliche sich entfalten kann.

So wie es bei Anita Moorjani der Fall war. Sie war krebskrank und ihre Organe versagten. Sie lag auf der Intensivstation im Koma und hat einfach zugelassen, alles losgelassen und war kurz davor zu sterben. Ein Nahtoderlebnis führte dazu, dass sie wieder Vertrauen ins Leben fasste und sich selbst heilte. Sie hatte aufgegeben, das Leben losgelassen und ein Wunder erlebt. Dieses Risiko einzugehen alles zu verlieren, um wiederrum alles zu gewinnen, ist alles andere als leicht.

Festhalten ist leichter, denn da ist ja schon etwas, woran du dich festhalten kannst, aber wenn du es loslässt, ist da erst einmal nichts. Leere, du weißt nicht, worauf du dich einlässt und manchmal ist es tatsächlich der Tod, wie im Fall von Anita Moorjani. Sie hatte die Entscheidung getroffen, keine Chemotherapie zu machen, hat sich auf etwas Unbekanntes eingelassen, von dem sie nicht wusste, wie es ausgehen würde und sie hatte Glück. Wäre sie gestorben, auch das wäre Glück für sie gewesen, schreibt sie in ihrem Buch „Heilung im Licht“.

Mut zur Verletzlichkeit

Meist sind die Entscheidungen, die wir treffen, nicht so dramatisch und irgendwie doch. Gestern hatte ich einen Streit mit meiner Zimmernachbarin. Sie hat Harmonium gespielt und ich wollte meine Ruhe haben. Ich war sehr wütend und aufgebracht, weil sie nicht zu spielen aufhörte, obwohl ich sie darum gebeten hatte. Also knallte ich eine Tür hinter mir zu, um meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Nicht sonderlich kreativ… Vor Zeiten wäre daraus ein großer Streit, Schlaflosigkeit und Zähneknirschen entstanden, doch anstatt mich zu verbeißen, ließ ich mich darauf ein, dass Gespräch zu suchen und nicht zu wissen, wie es ausgehen würde.

Und so erzählte jeder von uns 5 Minuten, was in ihr so vor sich ging und es kam heraus, dass wir beide eigentlich dasselbe wollten: Mit unserem Bedürfnis gesehen werden. Wir waren an alte Familiensituationen erinnert, in denen wir nur mit Türknallen unserer Ohnmacht Ausdruck verleihen konnten, aber sonst nicht weiterkamen. Jetzt konnten wir weiterkommen: Miteinander. Sie mit ihrem Bedürfnis Harmonium zu spielen und ich mit meinem Bedürfnis in Stille zu entspannen. So standen wir vor der Herausforderung uns damit zu sehen und wahrzunehmen und einen Weg zu finden, beides zu vereinen sowie eine Absprache zu treffen, mit der wir beide leben können.

Wir waren von unseren festen Standpunkten „Ich muss jetzt Ruhe haben!“ und „Ich muss jetzt Harmonium spielen!“ abgerückt, haben uns aufs Loslassen davon geeinigt, um daraufhin eine Lösung für unsere Situation zu finden. Ganz nebenbei haben wir ein Familienthema in uns entdeckt, dass heute noch zu Konflikten führt, nämlich die Angst oder Befürchtung nicht gesehen und übergangen zu werden. Jetzt ging es hier also weiter darum, wieder loszulassen und mich nicht festzubeißen, der Familie zu vergeben und das Alte zu vergessen. Auch das braucht wiederum Vertrauen. Vertrauen in das, was heute möglich ist, nämlich zu vergeben.

Hawaiianisch vergeben: Ho’oponopono

Vertrauen, dass dir geholfen wird, dass das Richtige zur Lösung deines Problems bestimmt bald eintreten wird und derweil genießen. Genießen? Ja, du liest richtig. Loslassen und genießen, den Tag, das Leben, einen Tee genießen oder ein gutes Buch, einen kleinen Vogel beobachten, oder erst einmal andere Dinge in den Fokus nehmen. Vielleicht lernst du zu meditieren oder zu vergeben, beispielsweise mit einem Vergebungsritual (oder du verwebst Meditation mit Vergebung). Alles Methoden, die die Akzeptanz in uns stärken und unsere Gelassenheit schulen.

Entspannen wäre auch noch eine Möglichkeit. Doch um entspannen zu können, braucht es erst einmal das Loslassen und das lernst du am besten, mit einem Vergebungsritual. Da gibt es zum Beispiel das Hawaiianische Vergebungsritual Ho’oponopono. Es bietet dir die Möglichkeit, deinen freien Willen zu nutzen und die bewusste Entscheidung zu treffen, zu vergeben. Das gibt dir die Freiheit, Verantwortung für ungeheilte Beziehungen zu übernehmen, für Angst, Zweifel, Mangel, Schuld oder Wut. Ho’oponopono ist ein sehr altes Ritual. Es ist als göttliche Bitte zu verstehen. Ein aus dem Herzen gesprochenes Vergebungsgebet. Es heißt frei übersetzt: Etwas in Ordnung bringen.

Bekannt wurde Ho’oponopono vor allem durch die Erfahrung, die Dr. Ihaleakala Hew Len mit psychisch kranken Gefängnisinsassen gemacht hatte. Dr. Len ist von Beruf Arzt, Psychologe und Therapeut. Auf seiner Station gab es 30 psychisch kranke Gefangene und es herrschte Personalmangel, weil keiner der Mitarbeiter es lange dort aushielt. Dr. Len hatte nur unter der Bedingung, dass er nach seiner Methode arbeiten durfte, die Abteilung übernommen.

Er las mehrmals täglich die Krankenakten der Gefangenen und immer, wenn er schwierige Gefühle dabei bekam, wie Wut, Hass und Unverständnis, stellte er sich die Frage: Was ist in mir, dass mich mit diesen Gefühlen konfrontiert, sodass sie mir in meinem Leben begegnen? Und er sprach, die folgenden Sätze (in Klammern steht die Bedeutung des jeweiligen Satzes):

  • Es tut mir leid (ich nehme das Problem an).
  • Bitte verzeih mir (wenn ich dich oder andere bewusst oder unbewusst verletzt habe).
  • Ich liebe dich (ich liebe mich und dich bedingungslos. Ich sehe das Göttliche in dir).
  • Danke (dass ich das Problem erkennen und heilen durfte).

So reinigte er sich, sein Herz und Bewusstsein und nach 18 Monaten verbesserte sich die Situation auf seiner Station. Nach 4 Jahren sind 28 der 30 Insassen als geheilt entlassen worden, auch wenn Dr. Len nie ein persönliches Gespräch mit ihnen geführt hat.

Du kannst also, wenn du verstrickt bist und Gefühle gegenüber anderen in dir hast, die sich nicht gut anfühlen, die genannten Worte sprechen und langsam werden sich alle deine Schwierigkeiten auflösen.  

Seminare zum Thema Vergebung

Liebe Dich selbst! Das ist keine Einladung zu einem großen Ego-Trip. Es ist eine Einladung, mit dir selbst in Frieden und Harmonie zu kommen. Es geht darum, dich wirklich anzunehmen, mit allen Schwächen und Schatten.

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