Yoga im Sommer: Gedanken an Strand und Meer

Neulich konnte man in der Promi-Presse (die Yogis ja zum Glück nicht lesen) mal wieder nachlesen, wie stark sich Yoga in der Welt der Schönen und Reichen verbreitet hat. Cameron Diaz macht Yoga-Urlaub am Strand. In der Karibik! Ich bin Yogi. Ich übe mich in Niyama. Ich bin nicht neidisch!

Aber wieso eigentlich? Warum ist der weiße Sandstrand am Meer eigentlich immer ein Inbegriff für Glück und Seelenfrieden? Als ich meinem Forschergeist in dieser Sache nachging stieß ich auf diesen interessanten Aspekt: Das Meer steht in der Symbolsprache für die unterbewusste Seite des Lebens. Nicht nur für unser persönliches Unterbewusstsein, sondern auch gleich für das kollektive, über das Freud und Jung so gerne räsonierten.

Tief unten im Meer versunken liegen all die Potenziale, Erfahrungen und Fähigkeiten, die noch in uns selbst und in unserer Welt schlummern. Der Strand ist demzufolge also eine Art Verbindung zwischen uns und unserem Unbewussten, zwischen dem, was wir können und dem, was wir alles könnten oder können werden und nach dem wir uns manchmal so verzweifelt sehnen.

Idealerweise ist dieser Übergang natürlich unbefleckt, unschuldig weiß, erfüllt von Licht und Wärme und umrahmt von kristallklarem Wasser. Wie ein Karibikstrand eben: hell und warm, klar durchschaubar, sauber und freundlich. Mit Palmen und Kokosnüssen, die nur fallen, wann man sie darum bittet und selbst außer Reichweite ist.

Leider ist das die Version von Strand, die man auf diesem Planeten am seltesten findet. Meistens sind die Strände des Lebens eher unruhig und steinig und das Meer ist braungrün, schaumig und trübe. Dazu noch ein paar Windböen und hohe Wellen, schon ist’s aus mit der entspannten Sommerromantik.

Auch an meinem eigenen inneren Strand herrscht manchmal ganz schön Wind- und Nebelwetter. Und da soll ich dann entspannen und fröhlich in die Fluten springen? Das geht wirklich nur mit ein paar sehr effektiven Tricks. Mit Ayurveda vielleicht. Oder mit Yoga. Schon klärt das Wetter in mir ein wenig auf. Ich muss nicht immer unbedingt ein Fugticket dafür kaufen. Manchmal braucht es einfach nur einen ruhigen Raum und reichlich Zeit für mich.

Loslassen, entspannen, genießen und vielleicht eine schöne CD einlegen. Den Atem fließen lassen, lächeln. Pranayama üben, den Lichtströmen in mir folgen, wie ein Fisch im Wasser von einer Asana in die nächste fließen. Die innere Sonne zum Leuchten bringen. Manchmal trifft mich dann ganz unerwartet ein Wellen-Schlag und mir wird das Eine oder Andere wesentliche Detail in meinem Leben sonnenklar wie Südseewasser. Einfach nur mit Yoga, das sich irgendwo zwischen meinem kleinen Ich, dem unendlichen Himmel und dem inneren Ozean in mir bewegt.

Zum guten Schluss muss ich allerdings zugeben, dass die Sehnsucht nach dem echten Meer in mir trotzdem manchmal überhand nimmt. Vielleicht hänge ich mir demnächst doch noch ein Karibik-Plakat ins Yoga Zimmer. Oder ich buche ein Yoga Wochenende mit Strandyoga an der Nordsee… Den Duft nach Salz und der weiten Welt habe ich in mir bislang nämlich noch nicht gefunden.

Strand Yoga zum Mitmachen >>

Yoga und andere Seminare an der Nordsee >>

Dietlind Arndt lebt und schreibt seit Januar 2010 bei Yoga Vidya in Bad Meinberg.

5 Kommentare zu “Yoga im Sommer: Gedanken an Strand und Meer

  1. Liebe Dietlind,

    danke für deinen Artikel,
    etwas unyogisch, aber manchmal geniesse ich das Leben in vollen Zügen,
    und
    auch wenn ich nicht Cameron Diaz bin oder reich :-)) durfte ich dank
    göttlicher Fügung Urlaub in der Südsee machen.
    Diese schöne Insel zu erleben und die Wärme der Menschen dort,
    die trotz Tourismus immer noch sehr spürbar ist, hat mich tief bewegt.
    Als ich zurück nach Deutschland kam, war mein Herz erfüllt und ich wünschte,
    das jeder Mensch wenigstens einmal den Liebreiz der Südsee in seinem Leben erfahren sollte.
    Alles ist Gut und in wunderschönen Landschaften kann man herrlichen Bhakti Yoga üben und danach wieder Verhaftungslosigkeit, weil es dann wieder schwerfällt loszulassen.
    😉
    Premajyoti

  2. Liebe Dietlind,
    auch von mir danke…

    Ja, das Yoga, und wo wir das Yoga üben, auf unserer Yogamatte kann auch schon ein kleines Paradies sein. Ich stelle mir jetzt vor, wenn die Yogamatte dann noch ein Motiv z.B. von weißen Sandstrand hatte, das wäre bestimmt auch ganz schön reizvoll.
    Früher, im ersten Yoga Center in Frankfurt, es hieß „Yogacenter am Zoo“, da wo der Keim gelegt wurde für Yoga Vidiya, und alles was daraus entstanden ist. Dort hatten wir immer helle blaue Yogamatten, es fühlte sich ganz lebendig an darauf Yoga zu üben, wie blaues Meer, oder wolkenloser Himmel, hat mir immer gut gefallen. Jetzt habe ich eine gelb/orangefarbene Yogamatte wie die Sonne, auch super angenehm und heimelig.
    OM Rafaela

  3. Liebe Dietlind,
    auch von mir danke…

    Ja, das Yoga, und wo wir das Yoga üben, auf unserer Yogamatte kann auch schon ein kleines Paradies sein. Ich stelle mir jetzt vor, wenn die Yogamatte dann noch ein Motiv z.B. von weißen Sandstrand hatte, das wäre bestimmt auch ganz schön reizvoll.
    Früher, im ersten Yoga Center in Frankfurt, es hieß „Yogacenter am Zoo“, da wo der Keim gelegt wurde für Yoga Vidiya, und alles was daraus entstanden ist. Dort hatten wir immer helle blaue Yogamatten, es fühlte sich ganz lebendig an darauf Yoga zu üben, wie blaues Meer, oder wolkenloser Himmel, hat mir zu immer gut gefallen. Jetzt habe ich eine gelb/orangefarbene Yogamatte wie die Sonne, auch super angenehm und heimelig.
    OM Rafaela

  4. Liebe Dietlind,
    auch von mir danke…

    Ja, das Yoga, und wo wir das Yoga üben, auf unserer Yogamatte kann auch schon ein kleines Paradies sein. Ich stelle mir jetzt vor, wenn die Yogamatte dann noch ein Motiv z.B.
    von weißen Sandstrand hatte, das wäre bestimmt auch ganz schön reizvoll.
    Früher, im ersten Yoga Center in Frankfurt, es hieß „Yogacenter am Zoo“, da wo der Keim gelegt wurde für Yoga Vidiya, und alles was daraus entstanden ist. Dort hatten wir immer helle blaue Yogamatten, es fühlte sich ganz lebendig an darauf Yoga zu üben, wie blaues Meer, oder wolkenloser Himmel, hat mir zu immer gut gefallen. Jetzt habe ich eine gelb/orangefarbene Yogamatte wie die Sonne, auch super angenehm und heimelig.
    OM Rafaela

  5. Liebe Dietlind,
    Danke für deine inspirierende Botschaft. Das Meer hat schon etwas Gewaltiges an sich. Ich lasse mir dort gern den Wind um die Nase wehen. Hier bei uns am Kyffhäusergebirge haben wir – wie man im Volksmund sagt – die „Ostsee des Harzes“ vor der Haustür. Und sogar unsere eigenen Pyramiden – die Halden der Kupferschächte im Mansfelder Land. Der Reichtum unserer Landschaft beglückt mich immer wieder, besonders, wenn ich von Auslandsreisen zurückkehre. Der Schritt vor die Haustür, hinaus in die Natur, ist für mich eine yogische Aktivität. In der freien Natur kommen mir oft die Zeilen aus einem Kinderbuch in den Sinn: „Zufrieden jauzet Groß und Klein – hier bin ich Mensch, hier darf ich sein.“ Dieses Gefühl konnte ich auch am letzten Wochenende bei meinem Besuch in Bad Meinberg realisieren – dank der Möglichkeit zur Übernachtung im Zelt. Ich laufe immer wieder gern durch den Park Silvaticum, war mehrfach bei den Externsteinen (von denen einer das OM trägt), und wünsche mir, noch mehr von der Umgebung erkunden zu können.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Freude am Schreiben! Jutta

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.