Yoga Wiki über Yoga für eine gute Verdauung

Der Mensch verbraucht über den Tag viel Energie. Um die Energiereserven des Körpers aufrecht zu erhalten und um neue Körpersubstanz aufzubauen, muss der Mensch Nahrung zu sich nehmen, die auf dem Weg durch den Körper zu verwertbaren Teilen aufgespalten wird.

Das Verdauungssystem des Menschen beginnt bei der Aufnahme und der Zerkleinerung der Nahrung. Das Kauen hat einen ganz besonderen Stellenwert. Durch das Zerkleinern entsteht mehr Fläche für das Einspeicheln des Nahrungsbreis, sodass die Enzyme der Kohlenhydratverdauung, die bereits im Mund beginnt, auf die Nahrung einwirken können. Der Speichel gehört somit auch schon zu den Verdauungssäften. Außerdem hat er die Aufgabe, die Nahrung durch die Feuchtigkeit schluckfähig zu machen und sorgt dafür, dass die Geschmacksstoffe gelöst werden und wir den Geschmack unserer Mahlzeit in vollen Zügen genießen können.

Gut gekaut ist halb verdaut

Nimm dir fürs Essen Zeit und mahle jeden Bissen penibel klein, bis kein festes Teilchen mehr übrig ist. Wenn du nun auch noch deinen Festschmaus im Bewusstsein zu dir nimmst, dass du deinem Körper nun das gibst, was er braucht um dir weiterhin seinen Dienst zu erweisen, kannst du auf mentaler Ebene dein Verdauungsfeuer entfachen und so die Nährstoffaufnahme verstärken.

Nach dem Schlucken wandert der Nahrungsbrei in den Magen, wo die Nahrung zwischengespeichert und für die Resorption im Darm vorbereitet wird. Die Nahrung wird durch Muskelkontraktionen durchmischt und weiter zerkleinert. Da im Magen Salzsäure produziert wird, ist der Magensaft sehr sauer und hat antibakterielle Eigenschaften. Zusätzlich wirken Enzyme auf den Nahrungsbrei ein, die nun auch schon mit der Verdauung der Eiweiße beginnen.

Da Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette eine unterschiedliche Verweildauer im Magen haben ist es für den Magen schonend, nicht zu viele Speisen durcheinander zu essen. Der Magen ist zwar dehnbar, doch die Kapazitäten des Magens sollten nicht ausgereizt werden. Der obere Teil des Magens sollte frei bleiben, damit noch Raum für die Kontraktionsbewegungen bleibt und der Magen nicht zu viel Saft produzieren muss, um die Menge der Nahrung zu bewältigen.
Da die Nahrung auch einige Zeit braucht um durch die 25 cm lange Speiseröhre zu wandern, ist es ratsam langsam zu essen und einen Moment zu warten um das Hungergefühl zu prüfen. Je nach Konstitution braucht das Verdauungsfeuer mehr oder weniger Unterstützung. So kann man, um die Verdauung anzuregen, etwas Ingwerwasser vor dem Essen trinken. Während und nach dem Essen verzichtet man bestenfalls auf Getränke, damit die Verdauungssäfte nicht verdünnt und somit abgeschwächt werden.

Pranayama unterstützt die Verdauung

Eine besondere Kräftigung der Verdauungstätigkeit bewirkt die Pranayama-Übung Kapalabhati. Durch das kraftvolle nach innen schlagen der Bauchdecke entseht Wärme, die besonders die Energiezentren im Bauchraum, das Sonnengeflecht und das Manipura Chakra, aktiviert. Zusätzlich bekommen die Bauchorgane eine Massage und Verhärtungen können sich lösen.

Asanas, die die Verdauung in besonderem Maße anregen, sind Sarvangasana (Schulterstand), Paschimottanasana (Vorwärtsbeuge), Navasana (Boot), Dhanurasana (Bogen) und Shalabhasana (Heuschrecke). Außerdem eignen sich alle Arten von Bauchmuskeln stärkenden Übungen sehr gut, um die Verdauungskraft zu unterstützen.

Richtige Nahrung, Asanas und Entspannung

Wie gut die Nahrung den Darm passieren kann, hängt von der Beschaffenheit der Nahrung ab und auch, wie gut die Nahrung auf die Resorption vorbereitet wurde. Eine ballaststoffreiche Nahrung kann von den wellenartigen Darmbewegungen gut transportiert werden, wohingegen eine sehr weiche Masse wie z. B. von nährstofflosen weißen Weizenprodukten die Passage erschwert und zu Verstopfungen führen kann.

Sind die meisten Nährstoffe im Dünndarm resorbiert, werden im Dickdarm Wasser, Elektrolyte und auch einige Vitamine aufgenommen. Alles, was nun nicht vom Körper verwertet werden kann, wird so lange eingedickt bis es den Enddarm erreicht und über die letzte Instanz den Körper wieder verlassen kann.
Um die untere Darmpassage zu unterstützen, ist der Fersensitz besonders geeignet. Die Darmperistaltik lässt sich durch Asanas unterstützen, bei denen entweder ein leichter Druck auf die Bauchdecke ausgeübt wird, wie z. B. beim Drehsitz oder auch bei einigen Krokodilsübungen. Die Wirkung lässt sich durch die bewusste Bauchatmung verstärken. In der fortgeschrittenen Asana Praxis gilt Mayurasana (Pfau) als wirkungsvolle Übung, um die Verdauung zu unterstützen.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Verdauung und der Nährstoffaufnahme ist die Entspannung. Da die Bauchorgane vom parasympathischen Nervensystem gesteuert werden, also in der Zeit, in der der Organismus auf Regeneration und Erholung eingestellt ist. Dazu braucht der Körper eine Pause von Faktoren, wie Stress, körperlicher und geistiger Aktivität, aber auch von negativen Gedanken und Emotionen. Um den Körper in eine tiefe Entspannung zu bringen eignet sich Yoga Nidra, die Meditation und verschiedene Entspannungstechniken.
Im Yoga Wiki oder auf den Seiten Yoga Vidya Yogatherapie und der Ayurvedaoase findest du viele Tipps und Informationen rund um das Thema Verdauung.

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