Unverträgliche Nahrungsmittelkombinationen im Ayurveda

Im Ayurveda spielt die Ernährung eine wesentliche Rolle. Einerseits zur Behandlung von Krankheiten, andererseits als Prävention und zur Nährung und Reinigung des Körpers. Auch Gewürze und Kräuter sind ein wichtiger Bestandteil der ayurvedischen Küche und Gesunderhaltung. Wie in vielen Ernährungsformen, gibt es auch hier bestimmte Regeln, die zu beachten sind.

Ayurveda und Ernährung

Eine leichte verdauliche und verträgliche Nahrung ist das Ziel. Wenn Speisen zu schwer oder nicht verträglich sind, können diese nicht richtig verdaut werden und es entstehen Stoffwechselschlacken. Diese werden als Ama bezeichnet. Ama sind toxische Substanzen und zählen zu den drei Hauptverursacher von Krankheiten. Die zwei anderen sind zu schwaches Agni und die aus der Balance geratenen Doshas (Energien). Dabei hängen diese drei Faktoren eng miteinander zusammen.
Ama entsteht primär durch die unverarbeitete Ernährung, aber auch z.B. durch unverarbeitete Erfahrungen und Gefühle oder zu schwaches Agni (Verdauungsfeuer).
Um Ama nicht zu erzeugen, ist somit die gesunde Ernährung sehr wichtig.

Samyogas – unverträgliche Kombinationen

  1. Rohes Obst mit Müsli oder Nüssen, bzw. generell mit anderen Lebensmitteln
  2. Kaltes mit warmen gemischt (sowohl Getränke als auch Nahrung)
  3. Während dem Essen auch trinken
  4. Rohkost und gekochte Kost zusammen essen

Das Resultat solch einer Ernährung

Ungesunde Kombinationen manifestieren sich und führen oft erst einige Jahre später zu Krankheiten. Diese äußern sich zum Beispiel in Form von Allergien, schwaches Immunsystem, Übergewicht, Neurodermitis, Kopfschmerzen oder Rheuma. Hier ist eine Ernährungsumstellung und Reinigung des Körpers notwendig. Wenn zu viel Ama im Körper ist und die Folgen zu groß sind, gibt es im Ayurveda auch eine Kur, die Pancha Karma Kur. Diese wird von einem Ayurveda Arzt geleitet, welcher eine individuelle Kur zusammenstellt.

Eine Kur ist hilfreich, um den Körper zu entlasten und somit von Ama zu befreien.

Ernährungsempfehlungen

Um eine Ansammlung von Ama zu verhindern oder zu reduzieren, gibt es Empfehlungen. Diese helfen dem Körper besser mit der Nahrung umzugehen und sie zu verdauen. Dies Bedarf allerdings einer Umstellung. Nach einer gewissen Zeit gewöhnst du dich an die Regeln und kannst vielleicht schon nach ein paar Tagen einen Unterschied bemerken.

    • Essen und Trinken voneinander trennen (20 Minuten vor oder nach dem Essen nichts trinken)
    • langsam essen, gut kauen
    • in Ruhe essen, ohne zu viel Lärm, Reize oder auch Emotionen (Trauer, Wut, Einsam)
    • Auf Hunger- und Sättigungsgefühl achten
    • Keine warmen mit kalten Speisen mischen
    • Rohkost vor gekochter Kost, nach Möglichkeit gar nicht kombinieren
    • Obst separat oder mindestens 45-60 Minuten vor der Mahlzeit und Abends am besten nicht mehr essen (Gärung)
    • Nicht zu viel mischen (maximal fünf verschiedene Lebensmittel)
    • Mit Gewürzen und Kräutern Speisen verdaulicher machen
    • Rohkost nur bei gutem Agni (Verdauungsfeuer) essen

 

Stoffwechsel und Verdauung stärken

Im Ayurveda dreht es sich rund um das Verdauungsfeuer. Wenn Agni gesund und stark ist, gibt es keine Verdauungsprobleme. Die Nahrung kann ordentlich verarbeitet und aufgenommen werden. Somit ist es wichtig das Feuer in uns zu pflegen, bevor es einschläft oder gar erlischt.
Wenn du zum Beispiel zu viel trinkst, wird sie überschwemmt. Wobei etwas Flüssigkeit auch z.B. Öl, die Flamme stärkt und größer wird.

Ebenfalls zu wenig Nahrung schwächt das Agni, denn das Feuer muss gefüttert werden, um weiter brennen zu können. Wobei zu viel Nahrung auch wieder die Flamme löschen kann.
Aber woran erkennst du, dass du ein zu schwaches Agni hast? Wenn du nach dem Essen folgendes bemerkst oder auch nach längerer Zeit:

  • du hast keine Energie und fühlst dich müde
  • Steine im Bauch
  • häufiger Blähungen, Verstopfung oder aufgeblähter Bauch
  • wechselhafte und unregelmäßige Verdauung
  • du fühlst dich rund um nicht wohl in deinem Körper, besonders im Bauchbereich

Was kannst du tun?

  • Übungen vor und nach dem Essen: Agni Sara, Yogastellungen für die Bauchregion, z.B. Drehsitz, alle Arten von Vorwärtsbeugen, Dreieck oder auch Atemübungen, wie Kapalabhati und Bastrika
    Infos zu den Übungen findest du unter yoga-vidya.de
  • Anregende und gemahlene Kräuter/Gewürze: Kardamom, Ingwer, Kreuzkümmel, Trikatu, Triphala, Pfeffer
  • Agni-Getränk: Triphala, Trikatu, Kreuzkümmel, Ingwer (Salz) (alles gemahlen) mit heißem Wasser aufgießen. Für einen angenehmeren Geschmack nach dem Abkühlen etwas Süßes, z.B. Agavendicksaft, hinzugeben
  • gut kauen und langsam essen
  • warm und regelmäßig essen
  • 1 Liter Ayurveda Wasser (mindestens 15-20 Minuten lang gekochtes Wasser) über den Tag verteilt trinken (Option: mit frischem Ingwer )
  • schwer verdaulichen Speisen meiden
  • vor einer Mahlzeit ein Stück frischen Ingwer kauen

Pitta, Vata und Kapha

Menschen mit viel Pitta (feurige Typen), haben eher eine zu starke Verdauung und einen größeren Hunger. Dabei ist das Feuer so stark, dass die Nahrung sogar durch den Magen und Darm passieren kann, ohne das etwas davon richtig aufgenommen wurde. Häufiger haben diese Menschen Durchfall, Entzündungen oder Sodbrennen.
Ayurveda empfiehlt für diese Konstitution milde, bittere, zusammenziehende und süße Lebensmittel.

Vata-Konstitutionen haben eine eher sensible Verdauung und haben unregelmäßigen Appetit. Es treten eher Verstopfung, Blähungen und Blähbauch auf. Nährende, befeuchtende, ölige, süße und salzige Speisen sind ideal für diese Konstitution.

Kapha-Typen haben einen schwachen, aber resistenten Stoffwechsel. Sie neigen eher dazu an Gewicht zuzunehmen, vor allem, wenn sie schon kleine Mengen zu viel essen. Scharfe, anregende, bittere und zusammenziehende Speisen sind ideal. Süßes sollte so gut es geht reduziert werden.

Weißt du noch nicht welche Konstitution du hast? Da haben wir einen Test für dich. Der gibt dir eine grobe Richtung, ersetzt allerdings keine Beratung durch einen Therapeuten!

Prakriti Test ->

Individualität

Im Gegensatz zu der westlichen Medizin, ist im Ayurveda die Individualität und der bewusste und achtsame Umgang mit sich und anderen sehr wichtig.
Ayurveda ist ein komplexes Themengebiet, welches eines ausgiebigen Studiums . Wichtig ist zu verstehen, dass trotz der eigenen Grundkonstitution (Natur), es immer auch auf den momentanen Zustand ankommt. Denn als Pitta/Vata-Konstitution, kann man zu viel Kapha haben und andersherum genauso. Deshalb solltest du täglich dir dein Wohlbefinden bewusst machen und beobachten, dann kann man dem Körper und der Seele das geben was es wirklich braucht.

Bist du auf den Geschmack gekommen und möchtest noch viel mehr Rund um das Thema Ayurveda lernen? Dann kannst du auf unserer Homepage yoga-vidya.de unter Ayurveda stöbern oder komm gerne persönlich zu einem Seminar oder Ausbildung vorbei!

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Wer schreibt hier?

 

Alina Amari praktiziert Yoga seit ihrem 16. Lebensjahr und ist seit ihrer Kindheit auf dem spirituellen Weg. Es ist ihre Leidenschaft zu reisen, die Welt zu entdecken und zu lernen. In Thailand erlernte sie die Thai-Massage. Bei Yoga Vidya in Bad Meinberg, in der Ayurveda Oase und in verschiedenen Ausbildungen, lernte sie Ayurveda von unterschiedlichen Seiten kennen.

Neben dem Yogawiki-Team massiert Alina mit viel Freude und Liebe in der Ayurveda Oase und wendet ihre ayurvedischen und therapeutischen Kenntnisse an.


 

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