Ayurveda für deine Selbsterkenntnis

Eine erste grundlegende Erkenntnis: Alle Menschen sind unterschiedlich. Diese Unterschiede beginnen bei unserem Äußeren, betreffen unser Denken bis hin zu unserem Handeln – und weit darüber hinaus. Dem einen, ist es in die Wiege gelegt, schnell Sprachen zu lernen oder ein Ass in Naturwissenschaften zu sein. Andere haben wiederum ihre Stärken im Zwischenmenschlichen oder in musisch-kreativen Feldern.

Doch was hat Ayurveda damit zu tun? Ayurveda kann dir dabei helfen, dich im Zweifel selbst besser zu verstehen und somit deine Stärken klarer zu erkennen.

Ursprung vom Ayurveda

Ayurveda ist eine traditionelle 5.000 Jahre alte ganzheitliche Heilkunst und stammt aus dem altindischen. „Ayus“ bedeutet soviel wie „langes Leben“ und „Veda“ bedeutet „das Wissen“. Somit kann man Ayurveda übersetzen mit „Das Wissen vom langen gesunden Leben“.

Ayurveda wurde von den Rishis (Seher) im alten Indien entwickelt. Man sagt, dass das Wissen um Ayurveda von ihnen intuitiv empfangen und dadurch zu einem Teil der Veden wurde. Im Ayurveda geht es um Zufriedenheit und Wohlbefinden und damit einhergehend um eine lange Gesundheit, Prävention und Heilung.

Dhanvantari – Gott des Ayurveda

Krankheit im Ayurveda

Nach dem Prinzip des Ayurveda, entsteht Krankheit durch Ama (Schlacken und Giftstoffe) wenn zum Beispiel das Agni (Verdauungsfeuer) gestört ist. Ayurveda bietet eine Vielzahl an Lösungen, verschiedenste körperliche und psychische Krankheiten zu behandeln.

Zum einen kann man sich selbst helfen, indem man die Doshas (Konstitution) in Balance bringt oder an einer Panchakarma Kur mit einem erfahrenen Ayurveda Arzt teilnimmt.

Durch einen Konstitutionstest kannst du deinen Konstitutionstyp herausfinden. Das Ergebnis bietet allerdings meist Raum für Spekulationen. Denn die meisten Menschen sind Mischtypen mit vorherrschenden Eigenschaften.

Diagnose im Ayurveda

Für die Behandlung von Krankheiten ist das Diagnoseverfahren durch einen Ayurveda Arzt nötig. Dabei zählt der Gesamteindruck wie die Gesichtsform und der Körperbau. Die Augen, Zunge, Hautbeschaffenheit, Nägel, Haare, Puls, geistige Erscheinung (fein, feurig, gesetzt) sind hierfür alle relevant.

Die Pulsdiagnose beispielsweise kennt den Puls einer Schlange (Vata), eines Frosches (Pitta) und eines Schwans (Kapha). Hierbei wird unterschieden zwischen dem Soll-Zustand also der Urnatur (Prakriti) und dem Ist-Zustand (Vikriti). Dies ist entscheidend, um beides miteinander zu vergleichen und Störungen ausfindig zu machen.

Selbsthilfe im Ayurveda

Für die Selbsthilfe können folgende Hilfsmittel und Praktiken verwendet werden:

  • Nahrung, Gewürze und Kriyas (Reinigung)
  • Lebensführung und Geisteshaltung
  • Öle, Heilkräuter, Mineralien u.a.
  • Massagen mit speziellen Ölen

Gut zu wissen: Öl- oder Pulvermassagen wirken wohltuend, entgiftend, reinigend und nährend. Gewürze gelten im Ayurveda als göttliche Nahrung. Die Ernährung im Ayurveda beinhaltet 6 Geschmacksrichtungen wie süß, sauer, salzig, scharf, bitter und adstringierend (herb/zusammenziehend).

Ernährung nach Ayurveda

Ein wichtiger Bestandteil des Kayachikitsa, der erste von acht Zweigen im Ayurveda, ist die Ernährung und Essgewohnheiten. Mit einer Mahlzeit oder wenigstens im Laufe eines Tages, sollten alle 6 Geschmacksrichtungen vertreten sein, denn sie haben spezielle positive Wirkungen auf die menschliche Physis und Psyche. Die Nahrungsmittel werden je nach Konstitutionstyp empfohlen.

7 Tipps für deine Ernährung:

  1. Essen selbst zubereiten.
  2. Essen möglichst nicht aufwärmen.
  3. Passende Nahrung nach Konstitutionstyp wählen
  4. Vor dem Essen nicht zu viel trinken (löscht das Verdauungsfeuer).
  5. Beim Lebensmitteleinkauf auf die Intuition hören.
  6. Regelmässig Essen und ohne Zwischenmahlzeiten.
  7. Alle 6 Geschmacksrichtungen zu sich nehmen (süß, sauer, salzig, scharf, bitter, herb).

Nutze Ayurveda für deine Individualität

Mit Ayurveda kannst du die Kräfte der Zeit optimal nutzen. Der Ayurveda Tagesablauf sieht aus wie folgt (12-Stunden Zyklus): 

  • 6:00 Uhr – 10:00 Uhr: Kapha Zeit
  • 10:00 Uhr – 14:00 Uhr: Pitta Zeit
  • 14:00 Uhr – 18:00 Uhr: Vata Zeit

6:00 Uhr: Nach dem Aufstehen sollte deine Morgenroutine (Dinacharya) erfolgen.

12:00 Uhr: Um diese Uhrzeit sollte deine Hauptmahlzeit eingenommen werden.

18:00 Uhr: Zeit für Entspannung, Familie, Geselligkeit und Hobbys.

22:00 Uhr: Zu Bett gehen.

Ayurveda geht noch wesentlich tiefer. Die erfahrenden Sinne (Ohren, Haut, Augen, Zunge und Nase) und die handelnden Sinne (Mund, Hände, Füße, Genitalien und Anus) sind den fünf Elementen Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde zugeordnet. Alle Elemente sind im Menschen vorhanden und zeigen sich in Form von u.a. Gewebe, Organen und vielem mehr.

Die drei Gunas Sattva, Rajas und Tamas können dir dabei helfen, Orientierung im täglichen Leben zu finden. Tamas wirkt energieabbauend, Sattva ist energieaufbauend und Rajas ist aktiv bewegend.

Praktische ganzheitliche Tipps:

  • Richte dein Leben nach dem höchsten Streben in Form nach Sattva aus. 
  • Lebensfreude nährt deine Seele.
  • Ändere Dinge die dir nicht gut tun.
  • Esse gesunde Nahrung für den Geist.
  • Habe Mut zur Veränderung.
  • Lasse bei einem Ayurveda Arzt dein Dosha bestimmen und richte dein Leben weitestgehend danach aus.
  • Gehe rechtzeitig schlafen (22:00 Uhr).

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