Das Konzept des Karma

Auszug aus einem Satsang-Vortrag von Sukadev:

Om Namah Shivaya!

Ein wichtiges Konzept im Yoga ist das Konzept des Karma. ‚Karma‘ heißt wörtlich: Handlung. Karma-Yoga ist der Yoga des Handelns‘, und Karma beschreibt u.a. die Aufgabe: „Wie können wir so handeln, dass es dem Yoga entspricht?“ – und Yoga heißt: Einheit, Hamonie, Verbindung.

Nun gibt es viele Aspekte von Karma, und ich will nur ein paar davon rausgreifen.

Ein Aspekt von Karma ist: Wir leben in dieser Welt und haben deswegen bestimmte Aufgaben. Wir sind nicht einfach nur hier, um möglichst viel anzusammeln oder möglichst viel Spaß zu haben – sozusagen: das Größtmögliche für uns selbst herauszuschlagen. Das Gesetz des Karmas besagt stattdessen, dass solches nicht unsere Hauptaufgabe im Leben ist. Denn man wird nicht glücklich sein, wenn man hauptsächlich danach strebt, möglichst viel für sich zu bekommen. Karma besagt vielmehr: Wir sind in diese Welt gekommen, um wichtiges zu tun und um etwas beizutragen. Denn wir sind Teil von allem, was abläuft, und unsere Aufgabe ist es, dementsprechend zu handeln.

Karma-Yoga besagt auch, zu überlegen: „Was ist meine Aufgabe? Was kann ich beitragen? Wie kann ich die Fähigkeiten, die ich habe, nutzen, zum Wohl anderer und zum Wohl des Ganzen?“

Nicht immer ist das eindeutig. Oft stellt man sich diese Fragen. Oft muss man selbst beten, sei es zu Gott, sei es zu einer höheren Wirklichkeit, sei es die Hinwendung an ein höheres Selbst – je nach eigenem Zugang zu einer höheren Kraft. Karma besagt, dass die Aufgabe und ein damit verbundener tiefer Wunsch in uns der folgende ist: „Möge ich gutes bewirken. Möge ich herausfinden, was meine Aufgabe ist, und wie ich diese Aufgabe gut erfüllen kann.“ Das ist ein ganz wesentlicher Aspekt.

Ein weiterer der vielen wichtigen Aspekte des Karmas ist: Die Überzeugung, dass was auch immer kommt, irgendwie gut dafür ist, dass ich daran wachse. Leben ist eine Schule, Schicksal ist eine Chance. Wenn Ereignisse kommen, so könnte man sich darüber aufregen, ärgern und schimpfen. Es könnte eventuell eine karmische Aufgabe sein, sich über etwas zu ärgern, und mit seinem Ärger umzugehen. Aber zunächst einmal: Was auch immer kommt, es ist auch eine Aufgabe für uns. Es ist also nicht einfach ‚die Schuld oder Dummheit anderer Menschen‘, wenn uns etwas zustößt, und auch nicht ‚Ironie des Schicksals’… Das Konzept des Karmas besagt, dass wir mit folgender Einstellung durch die Welt gehen wollen: „Was auch immer geschieht, hilft mir, mich zu entwickeln. Alles ist wichtig für meine Entwicklung.“ 

Dies sind also zwei von vielen Aspekten des Karmas:

Zum einen: Wir Kommen mit Aufgaben auf die Welt, und wir können uns immer wieder fragen „Was ist meine Aufgabe?“, und dann das Bestmögliche tun, um seine Aufgaben zu erledigen, zu erfüllen und seinen Beitrag zum kosmischen Ganzen zu leisten, nach bestem Wissen und Gewissen, so gut wie man es kann.

Und zum zweiten: Das Schicksal annehmen, wie es kommt, als Lernaufgabe und als Möglichkeit des Wachstums.

So gibt es zum einen einen gestalterischen Aspekt des Karmas und einen lehrenden Aspekt des Karmas.

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