Der Königsweg zur Gelassenheit, Teil 120 Bewusstes, achtsames Essen

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Wichtig ist nicht nur was du isst, sondern auch wie du isst. Essen ist etwas Heiliges, etwas Meditatives. Bewusstes Essen kann zur Ruhe des Geistes beitragen. Die meisten Menschen machen „Essen Plus“ – und dieses Mal ist das „Plus“ nicht gut: Essen plus Fernsehen, Internet, Email, Radio, Unterhaltung . Deshalb schmeckt normales Essen nicht – daher braucht es stärkere Geschmacksstoffe, damit das Essen durch das Andere „Durchdringen“ kann. Empfehlungen: Setze dich hin zum Essen. Reserviere Zeit für das Essen. Für Hauptmahlzeiten iss 30 Minuten lang. Stelle alles auf den Tisch, was du essen willst. Setze dich zum Essen hin. Bleibe sitzen beim Essen. Sammle dich. Sprich ein Gebet oder Segen. Kaue jeden Bissen 30 Mal. Spüre, schmecke. Schweige beim Essen oder führe Freundliche Unterhaltungen. Führe keine Auseinandersetzungen beim Essen. Spüre, was dir gut tut – iss dass was du spürst was dir gut tut. Lass notfalls etwas liegen. Nach dem Essen: Sammle dich. Iss nicht zu spät – das kann Albträume verursachen. Es ist nicht notwendig, alle obigen Ratschläge zu befolgen. Setze einiges um. Bei starker Unruhe, Gereiztheit, Ängsten, Depression – setze alles davon um. Ansonsten mindestens einiges davon.

 

120. Folge des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast von und mit Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya.

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Bewusstes, achtsames Essen sorgt für Gelassenheit. Wichtig ist nicht nur, was du isst, sondern auch, wie du isst. Essen kann etwas Heiliges sein, etwas Meditatives. Bewusstes Essen kann zur Ruhe des Geistes beitragen. Heutzutage ist es üblich, dass die meisten Menschen nicht nur essen, sie machen essen plus. Essen plus fernsehen, essen plus Internet, essen plus Email, plus Radio, plus Unterhaltung. Und viele Menschen machen gleich Verschiedenes. Sie essen, der Fernseher ist an, das Internet ist auch an, ihr Smartphone auch und sie unterhalten sich gleichzeitig mit ihrem Partner oder ihren Kindern und wundern sich, dass die Beziehungen darunter leiden.

Die meisten Menschen genießen das Essen deshalb nicht, daher brauchen sie dann stärkere Geschmacksstoffe, damit das Essen durch all das andere durchdringen kann. Ich würde dir Folgendes empfehlen: Setze dich hin zum Essen. Reserviere Zeit für das Essen. Für die beiden Hauptmahlzeiten dreißig Minuten zum Essen. Stelle alles auf den Tisch, was du essen willst oder von dem du essen willst. Wobei du nicht alles essen musst, was du auf den Tisch stellst. Setze dich hin und bleibe sitzen beim Essen. Wenn du dich hingesetzt hast, dann sammle dich, sprich ein Gebet oder einen Segen oder gehe einfach in die innere Stille. Es braucht eine Weile, bis du umschaltest in den Essmodus. Ein unterschiedlicher Teil des Nervensystems ist verantwortlich für den Stress des Alltags, da brauchst du Sympathikusaktivität, wenn du essen willst und das Essen verdauen willst, brauchst du Parasympathikusaktivität. Und wenn du etwas aufnimmst, Essen aufnimmst, brauchst du auch eine innere Gelassenheit. Deine Verdauung wird es dir danken.

Dann, wenn du dich gesammelt hast, eine Minute in der Ruhe, ein Gebet gesprochen hast oder einen Segen gesprochen hast oder deine Dankbarkeit ausgedrückt hast, dafür dass die Natur dir dieses Essen gegeben hat, dann kaue jeden Bissen dreißig Mal. Spüre bewusst, schmecke bewusst, genieße es. Genieße, wie es schmeckt. Genieße, wie es aussieht. Genieße, wie deine Zähne kauen. Genieße, wie es ist, zu schlucken. Genieße, wie das Essen im Bauch ankommt. Spüre bewusst, wie du dich fühlst. Du wirst merken, jeder Bissen einer gesunden Nahrung kann dir neue Kraft geben, neue Energie und kann dein Herz öffnen. Es gibt sogar eine indische Schrift, die Bhagavad Gita, die sagt, dass Essen Gottesdienst ist. Du bekommst Essen von Gott, du schluckst das Essen und im Bauch empfängt Gott diese Nahrung und verdaut sie. So wird jeder Essensakt zu einer heiligen Handlung. Beim Essen unterhalte dich freundlich oder schweige. Führe keine Auseinandersetzung beim Essen. Es ist natürlich besser, du sprichst mit deiner Familie, als du sprichst nicht mit deiner Familie. Und in Deutschland hat sich in gut funktionierenden Familien eingebürgert, man setzt sich zusammen hin und unterhält sich. Also, wenn du in einer Familie lebst, dann ist es sicherlich klug, du unterhältst dich mit deinen Familienmitgliedern oder auch mit deinem Partner. Aber schwere Auseinandersetzungen führe nicht während des Essens, diese vertage auf einen späteren Zeitpunkt. Essen sollte mit Freude verbunden sein und das Zusammensein beim Essen sollte mit Freude verbunden sein. Dann wirst du auch nicht die großen Schwierigkeiten haben, deine Kinder auch in der Teeniezeit zu animieren, mit dir zusammen zu essen. Wenn das gemeinsame Essen immer mit Freude verbunden ist, dann machen alle das gerne.

Spüre, was dir gut tut. Iss das, was dir gut tut. Lasse notfalls auch etwas liegen. Nach dem Essen sammle dich. Das heißt, stehe nicht sofort auf nach dem Essen, eine Minute gehe in die Stille oder eine Minute spüre nur einfach nach. Notfalls kannst du dich mit anderen auch nach dem Essen etwas unterhalten. Aber stehe nicht sofort nach dem letzten Bissen auf, gib deinem Verdauungssystem ein paar Momente Zeit. Ein weiterer Rat wäre, iss nicht zu spät, das kann Alpträume bewirken. Gerade wenn du unter Alpträumen leidest, überlege, ob es dir vielleicht nicht möglich ist, zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr zu essen und vielleicht eineinhalb bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr zu trinken oder nicht mehr als 0,1 Liter, also ein halbes Glas. Nicht alles, was ich oben gesagt habe, ist für jeden notwendig. Wenn du insgesamt eine ruhige Gemütsverfassung hast, wenn du gesund bist, keine Verdauungsbeschwerden hast, keine Allergien und auch nicht unter Heißhungerattacken leidest, dann hast du vielleicht schon vieles so, wie es für dich gut ist. Aber wenn du unter Unruhe leidest, Gereiztheit, Ängste, Depression oder wenn du Verdauungsprobleme hast, psychosomatische Beschwerden, auch Allergien, Hautprobleme, dann versuche mal zwei Wochen lang, alles von dem, was ich eben gesagt hatte, umzusetzen. Und danach schaue, was davon du besonders umsetzen kannst.

Also jetzt kannst du überlegen, was von all dem willst du umsetzen? Das erste war, setze dich hin zum Essen, statt im Stehen oder Gehen zu essen. Reserviere Zeit für das Essen, für die Hauptmahlzeiten dreißig Minuten. Stelle vorher alles auf den Tisch, wovon du essen willst, dass du nicht ständig hin- und hergehen musst. Setze dich hin und bleibe dann sitzen zum Essen. Du musst das jetzt nicht sklavisch machen, aber es ist eine gute Gewohnheit. Bevor du etwas in den Mund steckst, sammle dich, sprich ein Gebet oder einen Segen. Kaue jeden Bissen dreißig Mal. Spüre jeden Bissen bewusst, schmecke ihn bewusst und schaue die Nahrung an, sei dabei freundlich und dankbar. Während des Essens unterhalte dich freundlich oder wenn du alleine bist, schweige. Dann spüre, was dir gut tut, iss, was du spürst, was dir gut tut, notfalls lasse etwas liegen und bevor du aufstehst, sammle dich. Ich hoffe, der ein oder andere Tipp wird für dich hilfreich sein.

1 Kommentar zu “Der Königsweg zur Gelassenheit, Teil 120 Bewusstes, achtsames Essen

  1. Vielen Dank für den nützlichen Artikel. Jetzt essen wir schnell und betrachten Essen als notwendiges Übel. Es muss aber nicht so sein.

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