Erfahrungsbericht meiner 2 Jährigen Yogalehrerausbildung bei Yoga Vidya Kaiserslautern

Devani, Absolventin der zweijährigen Yogalehrerausbildung im Yoga Vidya Stadtcenter Kaiserslautern, berichtet im folgenden Text von ihrer Ausbildung:

Bereits im Studium in Pforzheim bin ich das erste Mal in Kontakt mit Yoga gekommen. Damals war ich die Jüngste in der Gruppe und hab es mit einem Mal schnuppern belassen. Danach folgten Kurse in Chi Gong und Thai Chi – alles zum Schnuppern.

Im Berufsleben suchte ich dann etwas, um runter zu kommen und so kam ich vor über 10 Jahren wieder zum Yoga. Während der Schwangerschaft besorgte ich mir ein Buch und übte selbstständig, da ich kein Schwangerschafts-Yoga in meiner Umgebung finden konnte.

Nach der Geburt konnte ich erst mal keine Kurse besuchen und so startete ich wieder – diesmal mit einer neuen Lehrerin vor ca. 9. Jahren. Diese Yoga-Lehrerin brachte mich auch in Kontakt mit Reiki, so dass ich dann einen Grad nach dem anderen bis zur Reiki-Lehrerin absolvierte.

Da in der Arbeit im Service der Stresslevel sehr hoch war und immer noch hoch ist, suchte ich nach Möglichkeiten, um wieder in meine Mitte zu kommen und effektiv zu entspannen. Und wenn ich nun etwas lerne, dann lerne ich es gleich so, dass ich es auch weitergeben kann.

So entschied ich mich Entspannungstrainerin (Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung) sowie Entspannungscoach (Methoden zu Stressbewältigung) zu werden.

Während dieser Zeit und in Gesprächen mit meiner Yogalehrerin stellte sich heraus, dass sie in absehbarer Zeit den Yoga-Kurs abgeben wollte. Damit reifte in mir der Wunsch Yoga-Lehrerin zu werden.

In meinen ersten Kontakten aus dem Internet zu Yoga Vidya schreckte mich ab, dass ich auf Fleisch verzichten sollte. Ich wollte mir nicht von Fremden vorschreiben lassen, was ich zu essen bzw. tun und zu lassen habe … Genauso verhielt es sich mit dem Karma-Dienst während der Ausbildungszeit in Bad Meinberg, obwohl ich diese Art von „duties“ von den englischen Jugendherbergen kannte. Auch befremdlich war für mich ohne Frühstück in den Tag zu starten… und so verwarf ich Yoga Vidya wieder.

Die Suche nach einer Ausbildungsstätte war nicht so einfach … und schließlich kam ich doch wieder auf Yoga Vidya zurück – ei sieh da 😉

Nach einem Telefonat mit Annette vom Yoga Stadtcentrum Kaiserslautern und einem Schnupperabend am Ende des bereits abgelaufenen ersten Quartals war es dann um mich geschehen.

Es fühlte sich zwar immer noch etwas befremdlich an, jedoch waren die Teilnehmer/innen sowie Annette und Georg (Leitung des Stadtcentums) sehr nett und es machte Spaß – ich fühlte mich zuhause und angekommen.

Am Anfang beobachte ich vieles und hörte zu … und in dieser Zeit des ersten Jahres versuchte ich meinen Fleischkonsum zu reduzieren – Stück für Stück. Beim Fleisch und der Wurst fiel es mir nicht so schwer … schwerer war für mich keinen Fisch mehr essen zu dürfen…

Immerhin schaffte ich es dann im 2. Jahr auf den Fleisch-/Fisch-Konsum zu verzichten. Derzeit habe ich mich schon fast daran gewöhnt …

Wie gesagt, ich habe vieles beobachtet … so war z. B. das Om chanten, Mantrasingen und das Arati waren für mich neu. Auch hier wollte ich mir vom Sanskrit nicht vorschreiben lassen, etwas zu singen, was ich nicht verstehe, und so war ich froh, dass im Kirtan-Heft die wichtigsten Mantras übersetzt sind.

Ich blieb offen und mit der Zeit entwickelte ich eine gewisse Zuneigung zum Singen der Mantras, was sogar in der Mantra-Weihe im 2. Aufenthalt in Bad Meinberg gipfelte. Und so singe ich jetzt oft fleißig vor mich hin – mal laut – mal leise ….

Noch ein Thema … das Meditieren … auch hier konnte ich am Anfang nicht verstehen, wozu es gut sein sollte und warum man solange still sitzen bleiben soll …

Die erste Ausbildungswoche in Bad Meinberg war für mich diesbezüglich der Horror! Da ich kurz vorher eine Bandscheibenvorwölbung hatte und an sich in der Woche gar nicht richtig sitzen konnte – und nun sollte ich den ganzen Tag auf dem Boden hocken …???

Gut, mit Wärmflasche und Salbe ging es dann – und meine Ausbilder/innen hatten Verständnis für meine Situation und halfen mir mit Alternativen – gemäß dem Motto „Achte auf Dich selbst!“

Und, was soll ich sagen, mit der Mantra-Weihe habe ich mich freiwillig verpflichtet mind. 20 min am Tag zu meditieren – und jetzt vermisse ich es, wenn ich es krankheitsbedingt mal nicht schaffen sollte 😉

Aufgrund der Herausforderung mit meiner Lendenwirbelsäule habe ich mich dann auch speziell mit dem Rückenyoga beschäftigt und so geht es mir nun mit den sanften Asanas sehr gut.

Den praktischen Unterricht im Stadtcentrum und auch in Bad Meinberg fand ich immer sehr abwechslungsreich und interessant. Welche Möglichkeiten man hat eine abwechslungsreiche Yogastunde rund um die 12 Asanas der Rishikesh-Reihe zu gestalten. Von den Wirkungen der Asanas, über die Affirmationen hin zum Mantra singen sowie von Partner-Übungen über die verschiedenen Schwerpunkte und Variationen.

Manches Mal fiel mir die Fortgeschrittenen Yoga-Stunde schwer und ich musste mich quasi „durchbeißen“ und dann kam immer wieder der Gedanke „Achte auf Dich selbst – Du musst nicht alles können und machen – gehe nur so weit wie Du Dich gut dabei fühlst!“ Und so brach ich auch mal aus, setzte mich hin und praktizierte die Asanas in Gedanken.

Die theoretischen Themenbereiche fand ich sehr abwechslungsreich und interessant. Am Anfang war ich ganz schön überfordert mit den Sanskrit-Begriffen und ihren Bedeutungen, von den Schriften, den Göttern, den Philosophiesystemen (Darshanas) und vielem mehr.

Für mich kam etwas der Körper und die Anatomie zu kurz …

Manches Mal hätte ich mir auch mehr Diskussion in der Gruppe gewünscht – immerhin waren wir 12 Aspiranten -, die vorurteilsfrei von unseren Lehrern mehr hätte moderiert werden können.

Und manches Mal hätte ich mir auch gewünscht, wenn sich die Lehrer ein wenig mehr mit dem einen oder anderen Thema im Vorfeld beschäftigt hätten.

In Bad Meinberg empfand ich die Unterrichtsstunden – die Vorträge immer sehr spannend. Sollte ich lieber aufpassen und aufsaugen oder sollte ich so viel wie möglich mitschreiben? Ja, hier hätte mir ein Skript mit den wichtigsten Punkten / Aussagen der Stunde sicherlich geholfen. Das Yoga-Lehrer-Handbuch ist gut – aber nicht allumfassend.

Nun liegt die theoretische Yoga-Lehrer Prüfung zwei Wochen zurück. Mein Mann meinte, ich hätte gelernt, wie für ein Staatsexamen. So kam ich mir auch vor. An sich hätte ich auch eine Doktorarbeit über ein Thema schreiben können. Aber so war ich für die 4 stündige Prüfung doch gut vorbereitet. Viele Zusammenhänge erschlossen sich mir erst richtig bei der Vorbereitung auf diese Prüfung. Obwohl ich mit Sicherheit sagen kann, dass ich noch nicht alles bis aufs Letzte durchdrungen habe 😉

Nichtsdestotrotz ist mein Wissensdurst immer noch nicht gestillt! Von der Bhagavad Gita, die wir in der Ausbildung gelesen habe, inspiriert, verschlinge ich nun die Mahabharata. Und es wird noch vieles weitere geben, was mich das Jnana Yoga lehren wird.

Als ich direkt von der Prüfung zurück nach Hause kam, habe ich bereits am nächsten Tag zwei Yoga-Kurse bei mir im Ort begonnen. Vor allem möchte ich sanfte Yoga-Einheiten mit Blick auf den Rücken unterrichten. An den Kursen nehmen ältere Menschen teil und es ist interessant, was ich durch meine Teilnehmer über Yoga lernen kann. Derzeit bin ich dabei, meine Teilnehmer an das OM chanten und Mantra singen zu gewöhnen …

Auch in meinem Unternehmen unterrichte ich Yoga. Hier nimmt der Stress stetig zu und umso erstaunlicher ist es, dass meine Kolleginnen und Kollegen immer weniger Zeit finden, zur Stunde zu kommen. Deshalb bin ich derzeit am überlegen, wie ich die Kurse noch effektiver gestalten kann, z. B. mit kurzen Business Yoga Einheiten oder Yoga auf dem Stuhl und im Stehen …. Ich werde sehen, welche Eingebungen Veränderungen herbeiführen.

Für das nächste Jahr bzw. die nächsten Jahre möchte ich gerne mein Wissen über Rücken-Yoga vertiefen. Yin Yoga und Yoga Nidra beeindrucken mich und ich möchte diese gerne intensiver praktizieren. Und natürlich möchte ich meine Gitarren-Stunde wiederaufnehmen, um so in Zukunft auch beim Kirtan begleiten zu können.

Und so bleibt es weiterhin spannend, was sich auf dem Yogaweg noch alles entdecken und lernen lässt. Und natürlich ist es wichtig, alles, was ich gelernt habe, an interessierte Menschen weiterzugeben.

In diesem Sinne: Lokah Samastah Sukhino Bhavantu

Mögen alle Wesen Glück und Harmonie erfahren!

OM Shanti – OM Frieden

Eure Devani

Kaiserslautern, Februar 2018

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