In vier Wochen zum Yogalehrer – und dann?

Die vierwöchige Yogalehrerausbildung ist die vielleicht schnellste und kompakteste Möglichkeit, sich zum Yogalehrer ausbilden zu lassen. Um diese besondere Erfahrung für euch nachvollziehbar zu machen, haben wir mit Matthias gesprochen. Er hat bereits vor einiger Zeit die vier Wochen der Yoga Vidya Yogalehrer-Intensivausbildung am Stück durchlaufen. Anschließend hat er auf dieser Basis eigene Unterrichtserfahrung gesammelt.

Warum er seine persönliche Erfahrung mit einer „Schnellstraße durch die Yoga-Welt“ vergleicht und welche Tipps er für den Start als Yogalehrer bereithält, erfahrt ihr im Interview.

Yoga Vidya: Lieber Matthias, du hast die vierwöchige Yogalehrer-Intensivausbildung hier bei uns in Bad Meinberg absolviert. Was hat dich dazu bewogen, an genau diesem Programm teilzunehmen?

Matthias: Als ich mich für die Ausbildung angemeldet habe, wusste ich ehrlich gesagt nicht hundertprozentig, worauf ich mich einlassen würde. Zwar hatte ich zuvor viel mit meiner eigenen Yogalehrerin gesprochen, die ebenfalls die Intensivausbildung gemacht hat. Allerdings hatte sie ihre Ausbildung in Blöcken gemacht. Aber genau auf die Pausen zwischen den einzelnen Ausbildungswochen wollte ich verzichten und mich völlig dem Programm aussetzen. Es war mehr eine intuitive Entscheidung, als völlig rational durchdacht.

Zuvor hatte ich mich schon länger mit dem Gedanken getragen, eine Yogalehrerausbildung bei Yoga Vidya in Bad Meinberg zu machen. In vier Wochen und nach rund 400 Unterrichtseinheiten zum Yogalehrer, das fand ich schon einen spannende Herausforderung. Und als ich dann die für mich passende Ausbildung gefunden hatte, gab es im Grunde kein Halten mehr. Dann sollte es auch ohne Pause passieren, so dass es eine richtig tiefgreifende Erfahrung von Yoga sein würde.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich mit dieser Entscheidung ziemlich richtig gelegen habe. In unserer gesamten Gruppe waren wir etwa zehn, die die Ausbildung am Stück durchgezogen haben. Unter uns hatten wir eine tolle Unterstützung und haben super zusammengehalten.

YV: In vier Wochen zum Yogalehrer. Ist das überhaupt möglich, was meinst du?

Matthias: Naja, klar gibt es Dinge, die man in der kurzen Zeit einfach nicht erlernen kann. Also zum Beispiel kann man in den vier Wochen kein Sanskrit lernen. Und bei manchen Themen geht die Ausbildung nicht so sehr ins Detail. Also es geht dann nicht um die Interpretation einzelner Verse der ursprünglichen Texte des Yoga, sondern mehr um die Konzepte und Ideen, die dahinter stehen.. Das wird aber in vielen Vorträgen und Praxisstunden wirklich gut vermittelt, so dass man in der relativ kurzen Zeit unheimlich viel lernt. Im Nachhinein habe ich die Vierwochen-Ausbildung immer mit einer Art Schnellstraße durch die Yoga-Welt verglichen: Man kommt sehr zügig voran, sieht aber von der Landschaft nur die großen Wahrzeichen entlang der Strecke. Und wenn man sich für bestimmte Details interessiert muss man die später noch einmal aufsuchen. Aber auch da hat Yoga-Vidya ja mit seinen Weiterbildungen ein unheimlich breites Angebot.

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Das merkt man ganz besonders, wenn man danach selbst zu unterrichten anfängt. In der Gruppe der Teilnehmer haben wir wirklich viel gelernt und das viele neue Wissen und die neuen Kenntnisse müssen unbedingt praktisch ausprobiert werden. Und die Yogaschüler sind dann auch sehr dankbar, wenn man so enthusiastisch bei der Sache ist. Manchmal musste ich mich natürlich auch bremsen, um nicht über das Ziel hinaus zu schießen.

YV: Also hast du direkt nach deiner Ausbildung zum Yogalehrer begonnen, selbst Yoga zu unterrichten?

Matthias: Fast. Direkt nach der Ausbildung hatte ich erstmal sowas wie einen Yoga-Overkill. Da habe ich mir eine kurze Pause vom Yoga genommen und für ein oder zwei Wochen auch selbst nichts gemacht. Aber dann wollte ich unbedingt loslegen und selbst auch Yogastunden geben. Ich habe mir also Sportstudios und -vereine gesucht, wo es in meiner Heimatregion noch keinen Yogaunterricht gab. Dort habe ich dann angefragt und die Resonanz war ziemlich gut, so dass ich dann ca. zwei Monate nach meiner eigenen Ausbildung dann begonnen habe, selbst Yogaschüler zu unterrichten. 

YV: Wie waren deine ersten Unterrichtserfahrungen? Hattest du Lampenfieber?

Matthias: Na klar, am Anfang ist man natürlich aufgeregt, auch wenn man das schon ein paar Mal während der Ausbildung geprobt hat oder Yogastunden für Freunde und Familie angeboten hat. Wenn man dann in die Rolle des Yogalehrers schlüpft, ist es schon nochmal was anderes. Da braucht es schon nochmal ein paar Yogastunden bis man sich in seiner neuen Rolle gefunden hat.

Authentisch zu sein, ist in meinen Augen sehr wichtig – auch oder vielleicht gerade beim Yogaunterrichten.

Aber gerade hier hilft es sehr, dass man entlang der Yoga-Vidya Grundreihe unterrichten kann. So behält man den Faden und kann die eigene Nervosität überspielen. Außerdem kann man auch gegenüber seinen Schülern ganz aufrichtig zugeben, dass man gerade seine erste Stunde unterrichtet und ein bisschen nervös ist. Authentisch zu sein, ist in meinen Augen sehr wichtig – auch oder vielleicht gerade beim Yogaunterrichten.

Und Yoga war dort, wo ich angefangen habe, ja ein neues Angebot. Das wollten die Leute aus dem Sportverein dann gerne mal ausprobieren, ohne schon großartige Yogaerfahrungen zu haben. Das hat mir natürlich auch geholfen, dass nur die wenigsten einen Vergleich hatten. Mit der Gewissheit war ich weniger nervös. 

 YV: Gibt es noch mehr, was du durch das Unterrichten für dich selbst gelernt hast?

Matthias: Ich glaube, darüber müssten wir ein eigenes langes Gespräch führen. Allein dadurch, dass ich die Ausbildungsinhalte dann auch zeitnah praktisch anwenden konnte, hat es sich mir noch viel besser eingeprägt und es kommt dann immer wieder zu so Aha-Erlebnissen: So lässt sich diese Asana besonders gut anleiten und erklären… Vieles begreift man ja erst richtig durch die praktische Anwendung oder durch das Feedback der Teilnehmer. Jedenfalls ist es mir so gegangen.

Dabei sind die individuellen Unterschiede der Teilnehmer, beim Hatha-Yoga natürlich hinsichtlich der Beweglichkeit oder eventuell vorhandener Einschränkungen, oder ganz allgemein beim vorhandenen Vorwissen über Yoga, eine ganz besondere Herausforderung für einen neuen Yogalehrer.

Selbst regelmäßig Yoga zu machen hilft natürlich auch, damit man besser versteht und erspürt, wie eine bestimmte Asana oder Übung auszuführen ist oder was sie bewirkt. Aber mir zumindest haben die Fragen und der Austausch mit den Yogaschülern mindestens genauso sehr weitergeholfen wie die eigene Yogapraxis.

 YV: Wie bist du selbst zum Yoga gekommen?

Matthias: Durch ein Buch über Yogis. Das war der Anfang. Hinten im Buch waren so ein paar Asanas abgebildet, die hab ich auf eigene Faust mal probiert und bin bei fast allen gescheitert. Nun war ich an sich nicht ganz unsportlich und hab nicht verstanden, warum ich das nicht konnte. Da war der Ehrgeiz geweckt und ich habe gedacht, da kann mir ein Yogalehrer bestimmt weiterhelfen. So habe ich mich dann für meinen ersten Yogakurs bei der Volkshochschule angemeldet.

Erst später hab ich dann einzuschätzen vermocht, wie herausfordernd es ist, manche dieser Asanas zu beherrschen. Im Kurs haben wir zum Glück dann auch erstmal ganz einfach angefangen. Aber das war der Beginn meines Yoga-Wegs. Ich bin sehr froh, dass ich gleich zu Anfang auf eine Yogalehrerin getroffen bin, die mich zu begeistern und auch herauszufordern wusste.

Vor allem hat sie sich auch vor und nach den Stunden immer noch Zeit für ein Gespräch genommen. Daraus habe ich auch schon viel über die Yoga-Philosophie mitnehmen können. Auch in dieser Hinsicht war meine Yogalehrerin eine echte Hilfe. Ihre Art des Yogaunterrichts hat mich sehr inspiriert und war dann einer der Beweggründe, auch selbst die Ausbildung bei Yoga Vidya zu beginnen.

YV: Lieber Matthias, vielen Dank für das Gespräch.

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