Reisebericht Indien 2015 – Teil 2

Dies ist der 2. Teil des Indien-Reiseberichts von Vani Devi, die im Oktober/November diesen Jahres mit der Yoga Vidya Reisegruppe in Indien im Sivananda Ashram in Rishikesh zu Besuch war.

Teil 2 – rückwirkend kann ich sagen: 

Jetleg, Schwebezustand, wie auch immer… Die Zeit zwischen den Welten, der Körper ist schon wieder zurück, die Seele noch irgendwo unterwegs… sehr angenehm irgendwie… nichts berührt dich wirklich… es ist einfach alles gut… ist es ja immer, nur meistens merken wir es nicht… wir spüren eher das, was nicht gut ist – bis wir dann endgültig mal in Nirvikalpa Samadhi ankommen… diese Schwebezustände sind ein kleiner Vorgeschmack auf das, was dann passiert, wenn man Samadhi erreicht hat, so jedenfalls stelle ich es mir vor. 

So viel Programm, so viel Fülle… om purnamadah purnamidam purnat purnamidchayte purnasya purnamadaya purnameva vashishyate… unbeschreiblich und doch suche ich Worte: Nicht umsonst heiße ich ja Vani Devi, Vani von Vak (Sprache), Vak Devi , wie mich Shri Karthikeyan nannte…. 🙂 ….

Alles was wir hier bei Yoga Vidya Bad Meinberg lesen, hören, rezitieren….. alles wird in Indien auf einmal lebendig… Wie ‚Alice im Wunderland‘, so fühlte ich mich… ein riesengroßer Hanuman, mit aufgerissenem Brustkorb, darin Sita und Rama, der weiße Wagen von Arjuna und Krishna aus der Bhagavad Gita, überall Shiva Murtis, Devi Murtis….. immer irgendwo Mantra-Gesang in der Luft….

P1330211Fast jeden Tag hatten wir eine Yogastunde. Eine Yogalehrerin oder ein Yogalehrer aus unserer Gruppe leitete die Stunde an, fast ständig wurde eine Mantrastunde aus der Yogastunde, weil von irgendwoher wieder Mantra-Musik zu uns flog. Überhaupt fühlte sich das Unterrichten dort im Heiligen Rishikesh zu Gast bei Swami Sivananda so ganz ganz anders an, als hier in Deutschland. Die Stunden gestalteten sich wie von selbst, so, als würde Swami Sivananda anwesend sein und wohlwollend lächeln.

Hatha Yoga hat im Sivananda Ashram keinen so großen Stellenwert. Seit dem Mahasamadhi von Swami Sivananda ist der Hatha Yoga Bereich eher etwas verkümmert, sagte Sukadev bezüglich meiner Beobachtung. Wir stehen in der Saraswati-Tradition, also Jnana Yoga… das ist deutlich zu spüren in all den Vorträgen, die auf indisch-englisch von Eknath ins Deutsche übersetzt wurden. Saraswati, die Göttin der Weisheit, der Gelehrsamkeit, also auch: Jnana Yoga. Und doch schreiten wir auf dem sechsfachen integralen Yogaweg, wie wir den Vorträgen entnehmen konnten, nicht zuletzt auch mit ganz viel Bhakti Yoga.

Bhajan Hall (seit 1943 ununterbrochen tägliches Maha-Mantra-Singen, 24 stündig)
In der Bhajan Hall findet seit 1943 ununterbrochen 24 Stunden am Tag das tägliche Maha-Mantra-Singen statt)

Fast jeden Morgen gab es einen Vortrag. Alle Vorträge waren sehr inspirierend, sehr aufbauend, sehr motivierend.

Brahman, das Alleinige, es gibt nichts Zweites – das Ego hingegen scheint als ein Zweites. Das gilt es zu überwinden, um die Einheit zu erfahren. Denn: Alles ist Brahman, auch das, was nicht so schön ist auf den ersten Blick. Alles ist Brahman, Brahman und nochmal Brahman.

Das Maha Mantra wird seit 1943 ununterbrochen im Ashram in Rishikesh gesungen, also alle 24 Stunden wieder und wieder, rezitiert von zwei Swamis, die in der Bhajan Hall leben. Zugegeben: Nachts hört man sie nur sehr leise und sie freuten sich immer über Besuch, der an ihrer Stelle die Rezitation des Maha Mantras für eine Weile übernahm. So hatte einer der beiden Swamis großen Spaß daran, Nirmala, Anja und mir seine Version des Mahamantras beizubringen, und uns anschließend mit Prassad zu belohnen. Man kann es wohl nur schwer ablehnen, wenn ein Swami einem das Prassad persönlich in den Mund steckt. 🙂

Im nächsten Teil (Teil 3) wird es mit den spannenden Tagesberichten und Bildern von Vani Devi weitergehen.

Alle Teile dieser Reisebericht-Serie werden nach und nach auch unter folgendem Schlagwort zu finden sein:

 

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