Yoga Wiki über Rohkost

Welchen Sinn macht es überhaupt, alle „Grundnahrungsmittel“ der Normal-Esser zu verschmähen und stattdessen – wie es scheint – „nur“ die Salatbeilage zu essen? Wie haben Menschen früher gelebt? Dass sie ihre Nahrungsmittel kochen und vor allem so intensiv verarbeiten, wie es heutzutage der Fall ist, ist evolutionär gesehen eine neue Modeerscheinung. Ursprünglich haben die Menschen sich von allem, was sie in der Natur fanden, ernährt – Rohkost also. Auch ein Blick auf die Schimpansen, also uns genetisch sehr nahe stehenden Lebewesen, verrät: Die Ernährung mit Rohkost scheint das zu sein, was unser Organismus erwartet.

Wir enttäuschen quasi tagtäglich die Erwartungen unseres Körpers. Er hat Rohkost im Sinn, und wir fluten ihn mit Kochkost, Weißmehlprodukten, Fleisch u.a. Der Körper ist eine Baustelle, und wir müssen ihm die Ziegelsteine liefern, die er braucht. Funktioniert das gut, kann der Körper sich um seine anderen Aufgaben kümmern: Nützliches aufbauen, Schädliches vernichten. Unser Organismus muss aber viel Energie für die Verdauung aufbringen, da wir mit Kochkost die Enzyme in der Nahrung zerstören. Enzyme sind die Zündkerzen des Stoffwechsels. Auch die Ballaststoffe werden zu 80% zerstört, und dass sind die Ankurbler der Verdauung: Sie selbst sind schwer verdaulich, rasen durch den Darm durch und binden dabei Schadstoffe, senken den Zucker- und Cholesterinspiegel. Auch die Proteine werden zur Hälfte zerstört, und das sind genau diese Ziegelsteine, die der Körper für seine Baustelle benötigt.

Schmeißen wir die Kochplatte an, können wir traurig zahlreichen Nährstoffen hinterherwinken. Doch was esse ich stattdessen bei der Rohkost? Wie lange kann ich denn „nur“ die Salatbeilage essen, ohne durchzudrehen? Wichtig ist, bei der Rohkost viele grüne Blätter zu integrieren. Dies sollte die Basisernährung sein, nur von Obstsalat allein erhält man nicht alle benötigten Nährstoffe. Wir brauchen Pflanzenstoffe aus Spinat, Grünkohl, diverse Salatsorten… die grüne Vielfalt kann man sogar bereichern mit Wildkräutern wie Brennnessel oder Giersch. Dies alles muss man nicht pur essen, sondern kann sich leckere grüne Smoothies mixen. Gut für Rohkost sind Hochleistungsmixer, die die Zellen aufspalten, was die Nährstoffe für uns wunderbar verfügbar macht.

Mittlerweile ist Rohkost zu einem Essenstrend geworden. Kochen war gestern; heute wird sich gerade online rege ausgetaucht über das Dörren, Keimen, Mixen und Fermentieren von Lebensmitteln. Doch interessant ist hier, die Motivation zu hinterfragen. Ist es nur ein Trend, dem ich folge? Das Ziel von Rohkost ist ja ursprüngliche Ernährung. Drei Stunden in der Küche herumzuzaubern ist nicht mehr ganz so ursprünglich.

Man kann Rohkost auch wunderbar dafür nutzen, um sich yogisch zu ernähren. Swami Sivananda empfiehlt einen möglichst hohen Anteil an Rohkost und auch Mahlzeiten, die nicht mehr als 4-5 Lebensmittel enthalten. Da siehst du, wie Rohkost ein Weg sein kann, um asketisch und gleichzeitig freudevoll einen von Sivanandas Leitsprüchen in deinen Alltag zu integrieren: „Einfach denken. Erhaben leben!“ Weitere Informationen und Anregungen zu Rohkost findest du in unserem Yoga Wiki. ks

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