Yoga Wiki über Satsang

Das Wort „Satsang“ setzt sich aus den zwei Sanskritbegriffen „Sat“, Wahrheit, und „Sang“, Zusammensein oder Gemeinschaft, zusammen. Wörtlich bedeutet „Satsang“ also das Zusammensein mit der Wahrheit, und das können wir auch in der Gemeinschaft mit anderen Menschen erleben. Ein Zusammensein mit der Wahrheit kann man im Grunde nur alleine erleben, aber wenn man das Streben nach dem Einssein mit der Wahrheit mit anderen Menschen zusammen praktiziert, entsteht dadurch eine besondere Energie, die das Streben verringern, aber im Optimalfall stärken kann. Dieses Streben hängt immer von jedem einzelnen ab, der im Satsang mit dabei ist. Deswegen dient der Satsang nicht nur dem eigenen Streben nach Wahrheit, er kann eine Stütze für die gesamte Gemeinschaft sein, ja sogar für die gesamte Welt. Je mehr Menschen Satsang praktizieren, umso leichter wird es für jeden einzelnen, den Ruf der Wahrheit zu hören und danach zu suchen. Wenn wir also Satsang „feiern“, dann feiern wir unsere Suche nach Gott, dann feiern wir Gott und uns selbst, da wir im Ursprung nicht davon getrennt sind.

In den Yoga Vidya Ashrams gibt es täglich morgens und abends einen Satsang, zu dem sich Gäste und Sevaka treffen. Der Satsang folgt immer einer gewissen Struktur: Er wird mit drei Mal „Om“, einem Mantra und „Om Shanti, Om Frieden“ eröffnet. Dann folgen 20 – 45 Minuten stille oder geführte Meditation. Im Anschluss daran wird das „Jaya Ganesha“ und andere Kirtans oder Bhajans gesungen. Es folgt eine Lesung oder ein Vortrag und zum Abschluss werden die Friedensgebete rezitiert, ein Gebet gesprochen (im Normalfall das Allumfassende Gebet von Swami Sivananda) und Arati, die Lichtzeremonie, gefeiert, bei der die Teilnehmer sich dafür entscheiden, das Licht in ihr Leben aufzunehmen und das Prasad gesegnet wird, das danach an alle Anwesenden verteilt wird.

Der Satsang sollte zur täglichen Sadhana, zur täglichen spirituellen Praxis, eines jeden Aspiranten gehören, der sich in die Tradition von Swami Sivananda und Swami Vishnu-devananda einfügt. Ein anderer Grundsatz dieser Tradition ist äußere und innere Reinheit (Sattva), Reinheit des physischen, des mentalen und des emotionalen Körpers. Seva ist scheinbar nur ein Thema für die Mitglieder der Lebensgemeinschaft in den einzelnen Ashrams. Seva kann allerdings von jedem Menschen auch außerhalb des Ashrams praktiziert werden, wenn er seine Arbeit in den Dienst Gottes stellt und sich in jedem Augenblick dessen bewusst ist. Wenn sich ein Mensch in jedem Augenblick an Gott erinnert und alles in seinen Dienst stellt, praktiziert er Satsang und ist immer mit der Wahrheit zusammen. cw

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