30 Gelassenheit durch Höchste Erkenntnis und intensive Erfahrung

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Bewusst oder unbewusst strebst du nach deiner wahren Natur, Satchidananda. Deine wahre Natur ist Chid, Bewusstsein. Diese willst du wieder erfahren. Deshalb bist du mit keinem relativen Wissen und keiner begrenzten Erfahrung zufrieden. Solange du nach Vermehrung von relativem Wissen strebst, und die relative Erfahrung intensivieren willst, wirst du enttäuscht sein – es wird dir nicht das schenken wonach du strebst. Du willst Chid verwirklichen – unendliche Bewusstheit, unendliches Wissen, intensivste Bewusstheit. Keine Menge an relativem Wissen, keine Drogen, keine Grenzerfahrungen geben dir das, was du eigentlich willst. Wenn du erkennst, dass Wissensvermehrung und Grenzerfahrung nur Spiegelung von Chid ist, kannst du sie genießen, ohne mehr davon zu erwarten als sie dir geben können. Am Ende leitet dich Sukadev zu einer Übung an, in der du deine Bewusstheit intensivierst – um eine tiefe Erfahrung deiner Seele zu machen.

30. Ausgabe des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast.

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Deine wahre Natur ist Satchidananda, nächster Teil, Teil 2. Satchidananda, deine wahre Natur ist unendliches Sein, Sat, unendliches Wissen, Chid, unendliche Freude, Ananda. Sat ist deine wahre Natur, unendliches Sein, unbegrenzt durch Zeit und Raum, unbegrenzt durch jede äußere Begrenzung. Viele der menschlichen Bestrebungen sind erklärbar aus dem Streben nach unendlichem Sein. Alle menschlichen Bestrebungen sind letztlich daraus zu erklären, dass du Satchidananda erfahren willst. Du willst auch Chid erfahren, Chid, Bewusstsein und Wissen. Du willst deine wahre Natur erfahren. Und viel Streben des Menschen erklärt sich daraus, dass du Chid erfahren willst.

Chid heißt zwei verschiedene Sachen: Wissen und es heißt Erfahrung eben aus Bewusstsein. Menschen wollen viel wissen. Egal, wie viel du weißt, du willst immer mehr wissen. Und egal, wie viel du weißt, es reicht dir nie aus. Intuitiv weißt du, deine wahre Natur ist unendliches Wissen. Äußeres Wissen wird nie funktionieren. Egal, über was du etwas wissen willst, es gibt immer mehr. Man kann sogar soweit sagen, vielleicht ist die Welt gar nicht erkennbar und erklärbar. Im 19. Jahrhundert hatte man ja gedacht, die Welt ist erklärbar. Heute strebt man auch danach, die Welt zu erklären. Aber es gibt auch Menschen, die sagen, vermutlich wird es überhaupt nicht möglich sein, die Welt zu erklären. Egal, wie viel wir erfahren, es geht jenseits des menschlichen Intellektes. Der Mensch will das nicht annehmen, denn irgendwo geht jedes menschliche Wesen davon aus: „Ich bin unendliches Wissen.“ Egal, wie viel Wissen du hast, du willst immer mehr haben. Egal, auf welchem Gebiet du dich spezialisierst, es gibt immer mehr zu wissen.

In früheren Zeiten hat man noch angenommen, dass man alles weiß. Goethe war vielleicht das letzte Universalgenie. Man nimmt an, dass Goethe das Wissen seiner Zeit weitestgehend kannte, zumindest das Wissen der Wissenschaften, zumindest das Wissen, welches an Universitäten gelehrt wurde. Auch damals gab es natürlich viel Wissen, das er nicht kannte. Handwerkswissen, Landwirtschaftswissen, Wissen um Beziehungen, religiöses Wissen, spirituelles Wissen, esoterisches Wissen, jeder Mensch weiß so viel. Aber egal, was Goethe wusste, er wusste, er weiß, dass er nichts weiß. So wie Sokrates schon gesagt hat: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“

Man kann sich jetzt damit bescheiden und zumindest versuchen, sich zu lösen von dem Ruf der Seele, oder du kannst dir sagen: „Ja, ich will unendliches Wissen, also werde ich auch nach dem unendlichen Wissen streben. Ich bin unendliches Bewusstsein. Ich werde danach streben, dieses unendliche Bewusstsein auch zu erfahren.“ Streben nach Wissen heißt also, Streben nach deiner wahren Natur. Zu wissen, dass dieses Streben nach unendlichem Wissen durch äußeres Faktenwissen oder selbst mit Erfahrungswissen niemals zufriedenzustellen ist, heißt, dass du gelassen damit umgehst. Du kannst dich darüber freuen, dass du mehr wissen willst, du kannst das Streben nach mehr Wissen genießen, du wirst aber niemals denken, dass du zufrieden sein wirst, indem du mehr weißt. Du weißt, egal, wie viel du weißt, du weißt nie genug. Du kannst dennoch nach mehr Wissen streben, aber du kannst deshalb gelassener damit umgehen, weil du weißt, du bist unendliches Wissen.

Chid ist aber nicht nur Wissen, Chid heißt auch Intensität des Erfahrens, Bewusstsein heißt, es gibt auch eine gewisse Intensität. So wie du in Wahrheit unendliches Wissen bist, so bist du auch in Wahrheit unendliches Bewusstsein. Unendliches Bewusstsein heißt auch unendliches, intensives Bewusstsein. Die Erfahrung, wer du wirklich bist, wird nicht gemacht durch eine Art Halbschlaf oder ein Halbbewusstsein, sondern deine wahre Natur ist unendliches Bewusstsein und damit ist es auch unendliche Intensität des Bewusstseins.

Alle großen Meister, die sagen, dass sie ihre wahre Natur erfahren haben oder dass sie sich mit Gott eins gefühlt haben, haben gesagt, das ist eine unbeschreibliche Erfahrung, eine unbeschreibliche Intensität der Erfahrung, jede Alltagserfahrung kommt nicht gleich dieser Erfahrung der Unendlichkeit. Nichts kommt diesem gleich, wenn du deine wahre Natur erfährst, Gott erfährst. Es ist unendlich gesteigerte Bewusstheit. Wenn man über seine wahre Natur spricht, ist das immer irgendwo Gestammel, denn man kann es nicht in Worten ausdrücken. Man kann sagen, im Weltlichen, du hast mal Halbbewusstheit, irgendwo so eine Art Döszustand. Dann hast du das Alltagsbewusstsein. Im Alltagsbewusstsein weißt du etwas und dein Bewusstsein laviert zwischen Wahrnehmung, zwischen Nachdenken, zwischen Überlegen und Zwischengedanken, die dabei sind, du hast einen inneren Dialog, da sind Fetzen von Erinnerungen, Fetzen von Vergleichen, du kriegst etwas mit, was äußerlich passiert.

Das ist Alltagsbewusstsein. Dann gibt es im Alltagsbewusstsein aber auch intensivere Erfahrungen. Sei es, dass du z.B. an einen neuen Ort kommst und irgendwie fasziniert bist. Und du spürst das und du bist ganz im Hier und Jetzt und du siehst, fühlst, spürst, alles zusammen. Der Mensch strebt nach intensiveren Erfahrungen. Man kann sagen, das Streben nach einer Intensivierung der Erfahrung erklärt sich aus dem Streben nach Chid. Wie intensivieren Menschen ihre Erfahrungen im Alltag? Man intensiviert die Erfahrungen z.B., indem man öfter sich außergewöhnlichen Umständen aussetzt, an neue Orte in den Urlaub fährt, indem man etwas besonders Schönes erleben will, indem man eine Musik findet, die einem hilft, intensiver bewusst zu sein. Ob das jetzt Klassik ist, ob es Rockmusik ist, ist eine andere Sache. Manche Menschen gehen ja deshalb in Rockkonzerte, weil sie dort ein Gemeinschaftsgefühl erleben. Zweitens haben sie intensivere Bewusstheit durch diese Musik. Manche Menschen verstehen nicht, warum Leute so laute Musik hören, was ja letztlich ihr Hören ruinieren kann oder mindestens beeinträchtigen kann und auch die Wahrscheinlichkeit für Tinnitus erhöht.

Warum machen Menschen das, obgleich sie das wissen? Weil das Streben nach Chid, nach intensiver Bewusstheit, so stark ist. Und manche Menschen werden feststellen, dass laute Musik, dieses laute Dröhnen, Alltagsgedanken ausschaltet. Indem Alltagsgedanken ausgeschaltet sind, ist gesteigerte Bewusstheit da. Viele Menschen nehmen dann noch zusätzlich Drogen. Drogen helfen auch, die Alltagserfahrung zu intensivieren. Ich will das alles nicht empfehlen, im Gegenteil, ich empfehle, gesund zu leben und nicht zu laute Musik zu hören und natürlich empfehle ich keine Drogen. Drogen haben so viele Nebenwirkungen. Drogen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Psychosen. Drogen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Depressionen und für Schizophrenie. Wer regelmäßig Drogen nimmt, erhöht das Risiko, an einer psychischen Erkrankung zu erkranken, um ein Vielfaches. Die gesteigerte Anzahl von psychischen Erkrankungen sind auch ein Resultat davon, dass in den 60ern und 70ern die Menschen begonnen haben, massenhaft Drogen zu nehmen. Aber man sollte anerkennen, Menschen haben ein starkes Streben nach intensiverer Erfahrung, und um diese intensivere Erfahrungen zu machen, sind Menschen bereit, fast alles zu tun. Du musst aber all das nicht tun.

Eine Möglichkeit, deine wahre Natur zu erfahren, ist auch, jetzt die Bewusstheit hochzudrehen. Und genau das kannst du jetzt machen. Du kannst jetzt und in diesem Moment dir vornehmen: „Ich will intensiver erleben.“ In diesem Moment kannst du dir einfach sagen: „Ich will intensives Erleben erfahren.“ Du kannst deine Bewusstheit bewusst steigern. Du kannst dir sagen: „Meine wahre Natur ist immer im Hier, sie ist immer im Jetzt und sie ist in der Intensität der Erfahrung erfahrbar.“ In diesem Moment drehe deine Bewusstheit hoch. In diesem Moment, mit jeder Phase deines Lebens, mit jeder Phase deines Wesens, mit jeder Zelle, mit jeder Bewusstheitsmöglichkeit, spüre Hier und Jetzt. Es gibt nichts Wichtigeres als Hier und Jetzt. Erfahre es jetzt.

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