Abhyanga – Die Ayurvedische Ölmassage

Eine Abhyanga Ganzkörperölmassage, gehört wohl zu den wohltuendsten und effektivsten Behandlungsformen der ayurvedischen Gesundheitslehre. In der Panchakarma Kur dient die tägliche Ganzkörperölmassage dazu, um tief sitzende Giftstoffe im Körper zu lösen und sie für die Ausscheidung vorzubereiten.

Sie lindert Schmerzen im Körper, entspannt den Geist, baut Stress ab, verbessert den Teint der Haut und verzögert die Alterungsprozesse. Eine Abhyanga sorgt für eine sofortige tiefe Entspannung, Vitalisierung und Regeneration des gesamten Nervensystems.

Um den Körper und alle Gewebe gesund, kräftig und geschmeidig zu erhalten, ist die tägliche Selbstmassage mit ayurvedischem Öl unerlässlich. Die Zuwendung, die du dir und deinem Körper schenkst, wird dir mit der Zeit ein ganz neues Lebensgefühl vermitteln. Die Ölmassage reduziert Vata und ist besonders wertvoll im Herbst und Winter.

Indikationen für eine Abhyanga

Die ayurvedische Ganzkörperölmassage ist besonders hilfreich bei Menschen, die unter folgende Symptome leiden:

  • Verzögert die Alterungsprozesse und verjüngt
  • Stärkt das Immunsystem
  • Lindert Schmerzen im Körper
  • Beruhigt das gesamte Nervensystem
  • Stärkt Bänder, Gelenke und Sehnen
  • Vermindert Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Macht die Gelenke geschmeidig
  • Nährt und stärkt Muskeln und Bindegewebe
  • Erhöht die Immunabwehr und entgiftet
  • Verbessert das Sehvermögen
  • Lindert Müdigkeit, Angst, Arthritis
  • Verbessert die Durchblutung
  • Sorgt für einen guten Schlaf
  • Baut Stress ab
  • Reinigt die Haut und verbessert ihren Teint und ihre Struktur

Kontraindikationen für eine Abhyanga

  • Direkt nach dem Essen
  • Bei schwerer Verdauungsstörung oder Verstopfung
  • Bei einer Erkältung mit starker Verschleimung
  • Bei Fieber oder Anzeichen von Fieber
  • Zu viele Giftstoffe im Körper
  • Bei überschüssigem Körpergewicht
  • Während eines Menstruationszyklus
  • Während der Schwangerschaft
  • Bei Müdigkeit oder Schwäche
  • Nach dem Erbrechen
  • Nach einem Einlauf (Basti)

Zeit und Anzahl einer Abhyanga?

Der frühe Morgen vor dem Bad ist traditionell die beste Zeit für eine Ölmassage. Falls man morgens keine Zeit hat, kann man die Massage auch in der Vata-Zeit zwischen 14 und 18 Uhr vor dem Abendessen durchführen. Morgens wirkt die Massage aktivierend, reinigend und ist Teil der ayurvedischen Morgenroutine. Abends dient sie mehr zur Regeneration und Entspannung.

Die Gesamtzeit für eine Ganzkörpermassage beträgt zwischen 15 – 45 Minuten. In dieser Zeitdauer kann das Ayurvedische Öl in tiefere Gewebe von Muskelgewebe, Fettgewebe, Knochen und Knochenmark eindringen. Eine 15 Minuten Massage sollte bei Gesunden und zur Vorbeugung durchgeführt werden. Längere Massagen bei Krankheit oder einer Panchakarma Kur. Danach sollte man sich 10-15 Minuten ausruhen.

Abhyanga – Die Ayurvedische Ölmassage

Welches Öl für die Abhyanga?

Für die tägliche Anwendung empfiehlt es sich, ayurvedische Massageöle zu verwenden. Diese sind mehrfach mit Kräutern gekocht und dadurch so fein, dass sie tief in die Gewebe eindringen können und dabei keine Kanäle verstopfen. Die Linderung von Muskelschmerzen dauert in der Regel 1-10 Tage.

  1. Sesamöl: Vata, Kapha reduzierend. Dringt tief in das Gewebe ein.
  2. Dhanvantari: Vata, Kapha reduzierend. Ideal für beruhigende, nährende und wärmende Behandlungen. Bei Auszehrung. Zur Stärkung schwacher Muskulatur. In der Schwangerschaft.
  3. Bala Ashwanghanda: Vata reduzierend. Stress, MS, Lähmungen, Muskel-, Knochen- und Gelenkschmerzen. Nährend für das Muskelgewebe. Vor oder nach dem Fitnesstraining.

Vorbereitung

Jedes Öl wird besser absorbiert, wenn es warm angewendet wird. Erwärme das Öl in einem heißen Wasserbad für 1-2 Minuten. Dadurch wird ein direktes Erhitzen vermieden, was zu einem Verbrennen des Öls und die Zerstörung von Pflanzenstoffen im Kräuteröl führen kann.

Anleitung einer Selbst-Abhyanga

Die Ölmassage kann man leicht bei sich selbst durchführen. Jede Körperpartie sollte mindestens 21-mal ausgestrichen werden. Für die Massage reicht es, wenn du nur so viel Öl nimmst (ca. 20-40 ml), dass es nach 15-45 Minuten fast vollständig vom Körper aufgenommen wurde. Dann lässt sich das restliche Öl leicht mit warmem Wasser abwischen/abspülen, sodass du keine oder nur sehr wenig Seife brauchst.

Gelenke

  • Öle zuerst in kreisenden Bewegungen die Gelenke der rechten Körperseite ein (Schulter, Ellenbogen, Handgelenk, Hüfte, Knie, Fußgelenk)
  • Führe den gleichen Massageablauf auf der linken Seite aus

Körper

  • Die rechte und linke Fußsohle im Uhrzeigersinn massieren
  • Rechte und linke Seite des Oberkörpers ausstreichen
  • Danach werden Brust und Bauch im Uhrzeigersinn mit kreisenden Bewegungen und flacher Hand massiert
  • Oberer Rücken und Nacken
  • Unterer Rücken
  • Ganzer rechter und linker Arm
  • Rechter Oberschenkel, Knie, Unterschenkel und Fuß
  • Linker Oberschenkel, Unterschenkel und Fuß
  • Wenn du damit fertig bist, massiere dein linkes Bein wie das rechte
  • Wiederhole alle Schritte zwei-drei Mal

Ausruhen

Zum Abschluss ruhe dich 10-15 Minuten auf dem Rücken liegend aus.

Abschließende Reinigung

Nach dem Ausruhen sollte der Körper mit heißen Tüchern abwischt werden. Traditionell folgt auf eine Ölmassage dann eine Schwitzbehandlung (Swedana) in Form eines Dampfbades oder eine Heißwasserdusche (Snana) ohne Seife (speziell bei Vata-Überschuss oder Arthrose). Dies trägt zur besseren Aufnahme des einmassierten Öls bei und sorgt gleichzeitig für die Ausscheidung von gelösten Giftstoffen. Nach dem Duschen den Körper kräftig abrubbeln, um die Durchblutung anzuregen.

Zu beachten

Führe mindestens einmal die Woche vor dem Bad eine Selbstmassage durch. Lasse das Öl, wenn möglich, einige Stunden auf dem Körper einwirken. Nach der Massage nicht barfuß laufen. Schütze dich vor Wind und Zugluft. Das Öl sollte immer vor dem Schlafengehen abgewaschen werden, welches sonst zu Juckreiz oder anderen Hautkomplikationen führen kann. Trinke viel warmes Wasser oder Ingwertee.

Hinweis

Der Blogartikel ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Diese Aussagen sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.


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Über den Autor

Dirk Jensen ist Yoga Personal Trainer, Ayurveda Gesundheits- und Verjüngungsberater, Panchakarma Therapeut und Yoga Therapie Experte.

In seiner Tätigkeit als ganzheitlicher Coach, hilft er Menschen, bei all ihren privaten, beruflichen und sportlichen Zielen Höchstleistung zu erreichen.

Seit 1998 praktiziert er Raja Yoga und lebt seit 2019 im Yoga-Vidya Ashram Bad-Meinberg.

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Fragen, Meinungen & Kritik: dirk.jensen@yoga-vidya.de