Einkehr

Weihnachten – die stillste Zeit des Jahres ist es schon lange nicht mehr, selbst hier im abgelegenen Westerwaldashram herrscht Betriebsamkeit. Es ist wohl viele stiller hier als „da draußen“- keine Musikbeschallung, oder optische Kaufverlockungen, und es ist auch stiller als die restliche Zeit des Jahres, dennoch, Stille liegt vor allem im Geiste und so sind wir hier auch jetzt geistig rege, planen die Weihnachtsfeier, diskutieren ob wir einen Weihnachtsbaum wollen oder nicht, vergleichen klassische Weihnachtsgerichte um uns zu entscheiden, laden Gäste ein, erarbeiten ein Programm und so läuft der „Ashramtrott“ auch in dieser Zeit, überwiegt der „Alltagstrott“ auch an diesem Ort. blog blog_1

Die dunkelste Zeit ist es allemal. Das verhilft zu mehr Einkehr. Rückzug nach dem Tagesgeschehen in das spartanische Zimmer, den spärlich eingerichteten Wohnwagen, während Regentropfen an Dach und Fenster trommeln. Kein TV verlockt, keine herumlaufenden, telefonierenden Menschen und das Auge blickt in die tiefe Dunkelheit, keine Massen von Leuchtmittel, nein, hier ist die Nacht einfach nur schwarz. Dieses reduzierte Sein sorgt automatisch für eine hohe Besinnlichkeit. Es ist nass, kalt, finster und es ist gut so, fühlt sich natürlich an, archaisch und wir fließen mit dem trägen Strom der Winterzeit ohne zu versuchen, ihn mit allerlei Ablenkung, Lichtern und Tätigkeiten zu verkürzen. Ganz im Sinne von Phönix, auferstehen jedoch auch wir wieder, atmen aus und kehren ein, atmen ein und schreiten aus…

tex & pic by eknath

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