OM Shanti – Es Weihnachtet sehr!

Die Weihnachtszeit läutet einen Abschluss ein und zugleich auch einen Neubeginn. Das alte Jahr nähert sich seinem Ende. Vergangenes kann in Ruhe gelassen werden, in Frieden bedacht und betrachtet. Das neue Jahr schmiegt sich nahtlos an das vorangegangene an, kalte Wintertage begleiten unsere Innenschau. Freude? Hoffnung? Dankbarkeit? Für all das ist Platz in der Weite und der Tiefe dieser Welt!

Heraus aus der optisch dunkelsten Zeit des Jahres, hinein in die länger werdenden Tage – so öffnen wir zum alljährlichen Weihnachtsfest aufs neue unser Herz für die Geburt Jesu und somit auch für Gott im Menschen, für das lebendig Göttliche in jedem Individuum, für den Befreiungsweg der Menschheit aus all ihrem Schmerz im relativen Sein.

Weihnachten – dessen Wortherkunft inetwa „zu den heiligen Nächten“  bedeutet – ist eines der wichtigsten Feste des Christentums. Die Zeit, aus der heraus die dunkle Jahreszeit langsam ihr Ende findet, wurde schon bei den Germanen festlich gefeiert. Die Wintersonnenwende kurz vor Weihnachten markiert dazu den entscheidenden Wendepunkt.

Die heilige Nacht vom 24. auf den 25. Dezember steht für die Geburt Jesu, den Bringer des Lichtes, und somit auch für das Aufleben des Christus-Bewusstseins in uns Menschen. Wir erinnern uns, was wirklich von Bedeutung ist und vor allem erinnern wir uns an das Göttliche und Liebevolle in uns selbst und in unseren Nächsten. Die Weisung „Liebe deinen Nächsten“ ist auch zu Weihnachten von großer Bedeutung. Nächstenliebe ebnet den Weg zu einem Bewusstsein, in dem das Göttliche und die allumfassende Liebe überall und in allem spürbar ist.

Ein Fest naht, ein Fest wie kein anderes, für alle, die guten Willens sind. Ein Fest, dessen Geist die Welt umspannt und über Berge und Täler die Botschaft verkündet: Christ ist geboren. (Joachim Ringelnatz)

Die Geschichte von Jesus inspiriert bis heute. Es heißt „Buddha war kein Buddhist und Christus war kein Christ“, so hat Jesus nicht im Sinne einer reglementierenden Religion oder im Namen eines ismusses gehandelt, sondern er hat den liebevollen Geist gütiger Taten vorbildlich gelebt.

Swami Sivananda sagte: „Ein Gramm Praxis ist mehr wert als eine Tonne Theorie“. Jesus hat Nächstenliebe praktiziert. Als vielschichtiger Mensch hat er gelebt, als Heiliger gewirkt und ist als Inkarnation Gottes auf Erden wiederauferstanden. Ewiges Leben dem, der erkennt, was die höhere Wirklichkeit des eigenen Selbst ist.

„Die Art der Geburt Christi und ihre Bedeutung“ – von Swami Sivananda

Zeit und Umstände der Geburt Jesu enthüllen ein tiefes spirituelles Gesetz. Jesus Christus wurde nicht in einem großartigen Palast geboren. Er wurde nicht reichen und gebildeten Eltern geboren. Er wurde auch nicht im strahlenden Licht mit Kenntnis der ganzen Menschheit geboren. Jesus Christus wurde an einem einfachen bescheidenen Ort geboren – in der Ecke eines Stalls. Er wurde einfachen und armen Eltern geboren, die nichts hatten, dessen sie sich hätten rühmen können, mit der Ausnahme ihres makellosen Charakters und ihrer Heiligkeit. Auch wurde er in Dunkelheit geboren, in der dunkelsten Stunde der Mitternacht, als wirklich niemand etwas davon wusste, außer ein paar von Gott gesegneten Menschen.

Der oben erwähnte Punkt von tiefer Bedeutung besagt, dass das spirituelle Erwachen zu dem Suchenden kommt, der vollkommen bescheiden, ‘demütig’ und ‘arm im Geiste’ ist. Die Eigenschaft wahrer Demut ist eine der unerlässlichsten Grundlagen. Dann kommen Einfachheit, Hingabe und das Verzichten auf jeden Wunsch nach weltlichem Wohlstand und den Stolz der Gelehrsamkeit. Drittens, so wie Christus geboren wurde, ohne dass die Welt davon Kenntnis hatte und in der Finsternis der Dunkelheit, findet die Ankunft des Christusbewusstseins im Innern des Menschen statt, wenn völlige Selbstauslöschung, Selbstverneinung, herrscht.

Das ist die Geburt zum göttlichen Leben. Vom Geheimnis dieser Geburt sprach Jesus vor Jahrhunderten in sanften Worten zum guten Nikodemus. Der gute Mann verstand nicht ganz, was Christus meinte, als der lehrte, dass der Mensch wiedergeboren werden muss, wenn er das Reich Gottes erreichen soll. “Wie kann das sein”, fragte Nikodemus. Dann erklärte Christus, dass diese Geburt im Innern war, nicht den Körper betraf, sondern den Geist. Eine solche innere geistige Geburt ist wesentlich, wenn das Höchste erreicht werden soll, wenn wahres Glück erfahren werden soll.

Zeit zu leben, Zeit zu lieben

Das Christusbewusstsein in uns zu erwecken und zu kultivieren – daran können wir uns alljährlich zu Weihnachten erinnern und uns darauf einstimmen. Natürlich haben wir an insgesamt 365 Tagen im Jahr die Chance, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe praktisch in die Tat umzusetzen. Aber religiöse Feiertage, unabhängig von Institutionen, können die spirituelle Entwicklung des Menschen fördern und uns Tugenden und liebevolle Werte ins Bewusstsein rufen. Gleich dem vedantischen Stilmittel der Wiederholung, bringen uns spirituelle Feiertage immer wieder aufs Neue mit den großen menschlichen Lebensthemen in Berührung. Die Verinnerlichung existenzieller Prozesse, Symbole von Ganzheit, Verbindung und Licht inspirieren die Menschheit fortwährend auf dem Weg ihrer spirituellen Entwicklung.

Weihnachten ist die Erinnerung an das ewig göttliche Kind, das in uns lebt. Weihnachten ist das Fest der Liebe. Lassen wir es nicht einfach nur bei Worten bleiben, sondern schreiten wir zur Tat.

Fröhliche Weihnachten

Om Shanti

2 Kommentare zu “OM Shanti – Es Weihnachtet sehr!

  1. Liebe Kritische,

    danke für den Hinweis. Ich bemerkte das ebenfalls, nahm mir aber die Freiheit, die Großschreibung zu belassen. Fand ich irgendwie stimmig. 😉

    Om Shanti
    Dirk

  2. die kritische

    Der Gag ist das hier das Wort „Weihnachten“ in ein Verb verwandelt wurde.

    Müsst also klein geschrieben werden, lieber Dirk.

    Gruß – die Kritische

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