Yogische Weihnachten! :-)

„Jeder Tag sollte für uns Weihnachten sein“, so lautet es in der Weihnachtsbotschaft von Swami Sivananda. Weiter heißt es: „Kultiviert Sympathie und Gnade für alle Wesen. Entfaltet eure Herzen und umarmt alle.“

Weihnachten ist ein Symbol für die Geburt eines neuen Bewusstseins, einem christlichen Weg des Werdens bis hin zur Auferstehung. Unkenrufe weisen Weihnachten, X-mas, auch als Hochzeit des Kapitalismus aus. Wie immer gilt: Weihnachten ist, was du daraus machst! 🙂

Swami Sivananda eröffnete uns mit der folgenden Abfolge von Worten ein wertvolles Angebot, eine herausragende Motivation, wenn nicht gar eine Aufgabe, die es zu erledigen und einen Dienst, sowohl für jeden selbst als auch für das Ganze, den es zu erfüllen gilt: 

  1. Diene!
  2. Liebe!
  3. Gib!
  4. Reinige dich!
  5. Meditiere!
  6. Verwirkliche!

Hier sei folgendes dazu gesagt:

Diene

Diene deiner Familie, deinen Nachbarn, deinen Freunden, der Gesellschaft. Diene deiner Umwelt. Diene allen Lebewesen, so dienst du dir selbst! Sei jedoch kein Märtyrer. Habe dein eigenes Wohl auch mit im Sinn. Geht es dir selbst nicht gut, so kannst du anderen nur schwerlich Gutes tun.

Liebe

Liebe ist der Weg, den ich in Dankbarkeit beschreite“, heißt es in „Ein Kurs in Wundern®“. Liebe deinen Nächsten als dein Selbst. Alles, was du tust, kommt auf dich zurück. Liebe, so bist du geliebt – durch dich.

Gib

Gib! „Wer gibt, der empfängt, wer verzeiht, dem wird verziehen“, heißt es im Gebet des heiligen Franziskus von Assisi. Also gib! Schenke den Menschen ein Lächeln. Lächeln sie zurück? Ja? Lächle weiter! Lächeln sie nicht? Lächle weiter! 🙂 „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ [Mahatma Gandhi]

Reinige dich

Kultiviere Reinheit – sowohl im Geiste, im Herzen als auch im Außen. Raja-Yogameister Patanjali nannte uns in seinen Yoga Sutras die fünf Yamas Nichtverletzen, Wahrhaftigkeit, Nichtstehlen, Enthaltsamkeit, Unbestechlichkeit sowie die fünf Niyamas Reinheit, Zufriedenheit, Askese, Selbststudium und Verehrung des Göttlichen. Alles zusammen verhilft dem Menschen, zu einem ausgeglichenen, reinen Geist zu kommen.

Der Integrale Yoga reinigt zudem weitere Aspekte des Individuums: Hatha Yoga, Kundalini Yoga, Karma Yoga, Jnana Yoga, Bhakti Yoga und Raja Yoga – im integralen Yoga vereint stellen die sechs Yogawege das bewährte, Jahrtausende alte Übungssystem zur Harmonisierung von Körper, Geist und Seele dar. Auch oder insbesondere für den Menschen von heute. Und gleichfalls gilt: Reinige dich von falschen Vorstellungen über dich selbst und andere. Sieh in jedem das Gute. Fällt dir dies ab und an schwer? Nicht schlimm. Wir alle geben unser Bestes! 😉

Meditiere

„Konzentration und Meditation sind die königlichen Pfade auf dem Wege zur Vollkommenheit“, so lautet der erste Vers in Swami Sivanandas Werk „Konzentration und Meditation“. Gurudev erklärt:

Jesus sagte: “Mache Dich leer, und ich werde Dich erfüllen.” Das entspricht der Lehre von Patanjali Maharishi: “Yoga ist das Verlöschen aller geistigen Funktionen.” Dieser Prozess des Leerens oder Freimachens des Geistes ist zweifellos ein mühsames Unterfangen. Aber fortgesetztes intensives Üben bringt Erfolg. Darüber besteht kein Zweifel. —Swami Sivananda

Verwirkliche

Wie solltest du ‚verwirklichen‘ können, was du schon bist? All dein Werden, all dein Sein kündet von der Fülle deiner Herrlichkeit. Der Weg ist der Weg. Der Weg ist das Ziel. Das Ziel ist der Weg und das Ziel ist das Ziel. Im Englischen enthält der Begriff ’self-realisation‘ den Aspekt von ‚realise‘. Das kann man als ‚realisieren‘, also etwas ‚real-‚ sprich: ‚wirklich-machen‘ verstehen. ‚to realise‘ meint aber auch ‚erkennen‘. Selbstverwirklichung ist Selbsterkenntnis. Ich erkenne wahrheitsgemäß, was ich bin. Ich weiß um meine Einheit mit allem, um meine Göttlichkeit und das Göttliche einer jeden Erscheinung.

Im Yoga-Vedanta sprechen wir davon, dass die Wirklichkeit non-dual, ohne Zweites, ist. Das allem zugrunde liegende Substrat ist ewig, alle Namen und Formen sind lediglich zeitweilige Erscheinungen. Sogar die Zeit ist ein vorübergehender Aspekt des absoluten Seins. So wie alle Wellen zugleich der Ozean sind, so ist alles, was in Erscheinung tritt, letztendlich untrennbar verbunden mit der Wirklichkeit – der einen, absoluten Grundlage allen Seins. Im Sanskrit wird diese non-duale Einheit auch Brahman genannt. Schmuckstücke aus Gold können nicht ohne das Gold existieren; das Gold jedoch muss nicht unbedingt die Form eines Schmuckstücks annehmen. Ebenso ist das Absolute unabhängig von Name und Form.

Identifiziere dich nicht mit Name und Form und erkenne dein wahres Wesen. Erforsche dein Innerstes. Lausche der Weisheit spiritueller Schriften und Lehrer. Unterscheide das Unwirkliche vom Wirklichen, wohl wissend: nur das Wirkliche hat Bestand. Wisse: Das bist du. Thou art that. Tat tvam asi.

Serve. Love. Give. Purify. Meditate.

Realise! Realise! Realise!

Fröhliche Weihnachten
& Om Shanti

Christus ist in dem Heiligen und in dem Sünder. Christus ist in dem Hund und in dem Arbeiter. Christus ist in allen. —Swami Sivananda

 

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