Schwitzhütte – das Highlight auf dem Vorbereitungstreffen für das Yoga Summercamp im August

Wir haben uns viel Zeit und Spaß für die Vorbereitungen und Besprechungen für das Yoga Summercamp genommen, um auch dieses Jahr wieder ein wundervolles, fantastisches Camp mit viel Spirit gemeinsam mit euch zu erleben.

Unser besonderes Highlight war der Bau unserer Schwitzhütte unter Anleitung von dem großartigen Micha, unserem Summercamp Schwitzhüttenleiter. Das Bauen hat sechs Stunden gedauert und trotz Kälte und Nieselregen haben wir diese Zeit in der Natur auf unserem Schamanenplatz genossen. Natürlich war dann die zeremonielle Einweihung richtig berührend und hat uns auch im wörtlichen Sinne gut zusammen geschweißt.

Schwitzhütte – Gemeinschaft erleben im Bauch von Mutter Erde

Die Schwitzhütte ist ein heiliger Ort voller Kraft und Wunder. Sie hat weltweit tiefe Wurzeln auch in Europa. Sie dient zur Reinigung von deinem Körper, deiner Seele, deinem Verstand und deinem Herzen. Sie befreit von altem Schmutz und Ballast und stellt eine Wiedergeburt dar, bei der du neue Kraft und Energie tanken kannst. Es ist ein tiefgehendes, unvergessliches Erlebnis und offen für jeden. Das Feuer und die feurigen Steine symbolisieren das Männliche, die Sonne. Die Erde steht für das weibliche Prinzip und die Kuppel der Schwitzhütte für die Gebärmutter.

In einer Schwitzhütte wirst du dich wie ein Baby im Mutterleib fühlen, dein Herz schlägt für Mutter Erde.

Die Vorbereitung

Zu aller erst haben wir den Platz für unsere Schwitzhütte gesucht und gefunden. Wir treffen uns am Feuerplatz, singen gemeinsam und räuchern uns mit Beifuss. Als nächstes haben wir trockenes Feuerholz für unser Lagerfeuer und große Steine organisiert. Dann sind wir losmarschiert, um Haselnussbäume zu suchen und haben die Bäume mit einem Vergebungsritual gebeten, ein paar Haselnussruten abzuschneiden zu dürfen. Von den Ruten haben wir die Rinde abgeschält, damit sie länger halten. Das Gerüst soll ja bis zum Summercamp und noch länger nutzbar sein. Wir haben auch 12 Pflöcke hergestellt und sie mit Feuer angerußt, damit sie trotz Nässe nicht so schnell verrotten. Diese Pflöcke haben wir dann als Stützpfeiler im Kreis in die Erde gerammt. Vorher haben wir noch ein Loch in der Mitte gegraben, in das später die heißen Steine gelegt werden. Wir haben versucht, alle Regenwürmer zu retten und uns natürlich vorher auch bei den Erdbewohnern für den Eingriff in ihren Lebensraum entschuldigt. Mit der entnommenen Erde aus dem Loch haben wir zwischen der Feuerstelle und der Schwitzhütte einen kleinen Hügel geformt, der uns als Altar für persönliche Gegenstände dient, die wir mit Energie aufladen möchten.

An die Pflöcke haben wir mit Schnur die Ruten gebunden und dann zu einer kleinen, halbkugelförmigen Hütte gebogen und alles zusammen gebunden. Es gibt nun einen Ein- und Ausgang. Dann haben wir im Uhrzeigersinn Decken auf das Gerüst gelegt. Innen haben wir den Platz rund um das Loch mit Stroh ausgelegt und darauf auch noch einmal Decken gelegt.

Am Lagerfeuerplatz haben wir das Holz geschichtet, denn darauf werden die Steine und wieder Holz gelegt und erhitzt. Jeder nimmt sich einen Stein und weiht ihn für die Zeremonie ein. Danach legen wir unsere Steine auf das Holz. Jeder darf einen Gegenstand aus natürlichem Material als Symbol für etwas, das er oder sie feierlich loslassen möchte, auf die Feuerstätte legen. Es folgt die Kopfrunde, d.h. es werden alle Fragen und noch einmal der Ablauf geklärt, damit der Verstand zur Ruhe kommen kann. Rituell wird vom Feuerhüter das Feuer entzündet. Der Feuerhüter bleibt nun die ganze Zeit am Feuer und passt auf die Steine auf, legt Holz nach und ist später für alle da, die die Schwitzhütte verlassen. Jeder segnet die Feuerstelle und die Schwitzhütte.

Es folgt die Herzrunde, bei der jeder erzählen kann, was er loslassen möchte und was ihn gerade beschäftigt. Unsere Vorfreude steigt immer mehr. Wir stellen uns um das Feuer und in der Reihenfolge werden wir auch in die Schwitzhütte gehen.

Jedes Mal, wenn du in eine Schwitzhütte gehst, hast du die Chance, wiedergeboren zu werden. Du kannst dir sagen: „Dies ist der erste Tag meines Lebens. Ich kann sein, was ich will, wenn ich herauskomme“.

Das Ritual

Der Feuerhüter reinigt jeden von uns mit Räucherwerk. Micha, unser Schwitzhüttenschamane, geht zuerst in die Schwitzhütte und wir folgen nacheinander in die Hütte. Vorher danken wir der Mutter Erde und verneigen unsere Stirn zum Boden. Es geht links hinein und jeder krabbelt im Uhrzeigersinn wieder Richtung Ausgang, bis alle ihren Platz eingenommen haben.

Der Feuerhüter bringt uns für die erste Runde nacheinander die ersten sieben glühenden Steine, sie leuchten in orange-rotem Licht. Micha streut zur Begrüßung Kräuter auf jeden Stein und die Kräuter verglühen funkelnd. Jeder Stein bekommt vom Feuerhüter einen Namen wie „Universum“, „Sonne“, „Schatten“. Manche erkennen ihren eigenen Stein, den sie auf die Feuerstelle gelegt hatten, wieder. Wir heißen jeden leuchtenden Stein mit einem Lied willkommen. Micha gießt Wasser auf die heißen Steine. Dadurch entsteht eine hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme. Es ist der Geruch von Erde, heißem Stein und Kräuter der uns warm umhüllt. Durch die Dunkelheit in der Schwitzhütte kann sich jeder fallen lassen und hingeben.

Insgesamt gibt es 4 Runden, die erste ist der Mutter und dem Mütterlichem gewidmet, die zweite Runde dem Vater und dem Väterlichen, die Dritte der Großmutter und die vierte dem großväterlichen Prinzip. Wer noch mag, kann eine fünfte Runde, die Herzensrunde, mitmachen. Nach jeder Runde werden die Decken des Eingangs nach oben geklappt, so dass frische Luft zu uns kommen kann und der Feuerhüter neue Steine in die Hütte schieben kann. In den Runden kann gesungen, Musikinstrument gespielt oder etwas gesagt werden, das leitet Micha an.

Nach der Schwitzhütte kann die Welt ein bisschen anders aussehen. Der Körper kann sich erleichtert fühlen und das Bewusstsein ein bisschen über sich hinaus gewachsen sein. Micha übergießt uns mit kühlem Wasser und wir trinken genüsslich. Danach sitzen und stehen wir am Feuer und genießen die frische kühle Abendluft. Wir tauschen uns aus oder genießen einfach still das Feuer. Wer mag, kann noch Suppe essen und sich durch das Essen wieder erden.

Der Tag danach

Am nächsten Morgen treffen wir uns und es gibt wieder eine Herzensrunde, in der jeder Zeit hat, das zu erzählen, was er teilen möchte. Wir fühlen uns alle sehr miteinander verbunden und freuen uns für jeden oder fühlen mit ihm mit. Manche haben auch sehr intensive Träume in der Nacht gehabt. Mittags treffen wir uns noch einmal für eine Herzensrunde. Die besondere Stimmung trägt uns den ganzen Tag und wir umarmen uns, wenn wir uns über den Weg laufen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert so eine Schwitzhütte? Eine Schwitzhütte dauert etwa 2 bis 3 Stunden. Gefühlt, vergeht die Zeit sehr schnell.

Darf ich die Schwitzhütte auch zwischendurch verlassen? Ja auf jeden Fall, niemand wird gezwungen bis zum Schluss in der Schwitzhütte zu bleiben. Es gibt insgesamt 4 Runden und nach jeder Runde darf die Schwitzhütte verlassen werden.  Wenn es gar nicht anders geht, natürlich auch während einer Runde. Wenn du unsicher bist, frage dein Herz. Dein Herz wird dir sagen, ob und wie lange du in der Schwitzhütte sein kannst. Draußen wartet der Feuerhüter am Lagerfeuer, wenn du dich austauschen möchtest.

Welche Kleidung trage ich in der Schwitzhütte? Wir gehen leicht bekleidet in die Hütte. Bewährt haben sich Baumwolltücher bei Frauen und Baumwollshorts bei Männern.

Wann sollte ich nicht in die Schwitzhütte gehen? Wenn aus ärztlicher Sicht von Saunagängen abgeraten wird, dann ist auch die Schwitzhütte nicht geeignet für dich.

Ist die Schwitzhütte mit einer Sauna zu vergleichen? Niemand würde eine 60 Grad oder heißere Sauna über Stunden hinweg aushalten. Das Temperaturempfinden wird hauptsächlich durch den Wasserdampf erzielt. Im Gegensatz zur Sauna wirkt der Erdboden kühlend und du kannst dich auf den Boden legen.

Braucht es Vorkenntnisse für die Teilnahme an einer Schwitzhütte? Nein, es braucht keine Vorkenntnisse. Alle Informationen über die Schwitzhütte, den Ablauf und das Ritual werden am Tag der Schwitzhütte gegeben und alle Fragen werden ausgiebig beantwortet.

Jede Schwitzhütte ist einzigartig, so wie wir es sind und jeder Augenblick des Lebens. Keine Schwitzhütte ist wie die andere, denn die Umstände und die Teilnehmer sind jedes Mal anders. Freue dich auf deine Schwitzhütte beim Yoga Summercamp. Wir sind auf jeden Fall bei diesem besonderen Ritual dabei.

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Anu Neumeyer Yogalehrerin (BYV), Ayurveda Gesundheitsberaterin (BYVG), Fußreflex-Therapeutin, Diplom Sozialpädagogin, Naturpädagogin und Erlebnispädagogin.

Anu praktiziert Yoga seit 2001. Nach ihrer vier Wochen Intensiv Yogalehrer Ausbildung 2016 entschied sie sich im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg zu leben, wo sie seitdem ihre Yogapraxis und Unterrichtserfahrung vertieft. Ihr Yoga Unterricht reicht von fortgeschrittenen Yoga Stunden mit intensiver Ausrichtung auf die Chakren über exakte Ausrichtungs-Prinzipien bis hin zu klassischen Yoga Vidya Stunden aller Level. Anu wendet mit viel Freude auch ihre therapeutischen und heilerischen Fähigkeiten in den Bereichen Ayurveda und Naturspiritualität an. Ihre nächsten Seminarthemen sind „Finde und genieße die Hilfe deines Krafttieres“ und „Verbinde dich mit deiner weiblichen Kraft“.

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