Yoga Wiki über Manipura Chakra

Sonne und Mond. Weiblich und Männlich. Diese beiden Energien sind untrennbar miteinander verbunden und finden sich in allen Bereichen unseres Lebens wieder. Der Yogameister Prem Baba spricht z.B. von einem weiblichen und einem männlichen Aspekt von Heilung. Weibliche Heilung bedeutet, Einsichten zu haben und Dinge zu realisieren, die geändert werden müssen. So können wir auf dem spirituellen Weg Gotteserfahrungen machen, tiefe Erkenntnisse haben, oder große Liebe im Herzen empfinden. Es gibt aber kein Yin ohne Yang – der Weg zum Heilwerden ist nur dann komplett, wenn weiblich und männlich, Sonne und Mond, im Gleichgewicht sind. Tiefe Einsichten können leicht verpuffen, wenn sie sich nicht ausdrücken können, wenn die Sonnenenergie, das Feuer fehlt. Aktiv zu werden und die Dinge, die du erkannt hast, auch umzusetzen ist der männliche Aspekt von Heilung.

Wenn sich hier Blockaden zeigen, lohnt sich ein Blick auf dein Manipura Chakra, denn hier hat die Sonnenenergie ihren Sitz. Manipura Chakra, auch Nabelchakra oder Sonnengeflecht genannt, ist in der Lendenwirbelsäule angesiedelt und strahlt in den Bauchraum aus. Auf körperlicher Ebene ist Manipura Chakra denn auch dem Bauch und allen Verdauungsorganen zugeordnet und ist der Sitz von Agni, unserem Verdauungsfeuer. Die Sonnenenergie in unserem Körper entspricht auch Pingala Nadi und dem vegetativen Nervensystem, welche von Manipura Chakra gesteuert werden.

„So wie die Sonne die Mitte unseres Sonnensystems ist, ist das Sonnengeflecht die Mitte unseres Energiesystems.“, schreibt Sukadev Bretz im Buch Die Kundalini-Energie erwecken. „So wie die meiste Energie der Erde ihren Ursprung in der Sonne hat, so stammt die meiste Energie des Menschen vom Sonnengeflecht her.“ Manipura Chakra ist unser Hauptspeicher von Prana. Je mehr Energie du im Manipura Chakra gespeichert hast, desto mehr kannst du bewirken und deine Erkenntnisse in die Tat umsetzen.

Aber das ist noch nicht alles, was das Sonnengeflecht zu bieten hat. Besonders lodert hier sprichwörtlich das „Feuer der Begeisterung“: Begeisterungsfähigkeit, Mut, Tatkraft, Durchsetzungsfähigkeit, Temperament, Leidenschaft – all diese Feuereigenschaften sind Themen von Manipura Chakra. Insbesondere ist das Sonnengeflecht auch Sitz des Selbstbewusstseins und –vertrauens. Ist Manipura Chakra im Ungleichgewicht, machst du dir zu viele Gedanken darüber, was andere über dich denken, bist verunsichert und es fehlt dir an Willenskraft. Im Gleichgewicht kannst du viel Prana ausstrahlen, andere inspirieren, deine Ziele verfolgen und dich für deine Bedürfnisse einsetzen. Du hast das nötige Feuer und den Mut, die Dinge anzugehen und zu verändern, die du realisiert hast.

Manipura ChakraDamit Durchsetzungskraft und Temperament von Manipura Chakra nicht auf Kosten von anderen Menschen gehen, ist es jedoch wichtig, dass sich seine Energie über dein Herzzentrum ausdrückt. Mit dem Mitgefühl und der Liebe von Anahata Chakra kannst du die Energie von Manipura Chakra für einen guten Zweck einsetzen. Beide Chakras sollten also gemeinsam harmonisiert werden. Auch mit dem Stirnchakra, Sitz der Mondenergie, hängt Manipura Chakra zusammen. Im Yoga benutzt man z.B. manchmal die Affirmation „Sonnengeflecht strömend warm, Stirn angenehm kühl“, um Sonnen- und Mondenergie zu harmonisieren.

Aktivieren kannst du Manipura Chakra außerdem durch Visualisierung von Feuer im Bauchraum, durch Pranayamas wie der tiefen Bauchatmung, Kapalabhati oder Agni Sara, sowie durch bestimmte Asanas, z.B. Bauchmuskelübungen, Vorwärtsbeuge oder Krokodilsübungen. Und mit der Tatkraft eines harmonischen Manipura Chakras kannst du so vielleicht auch etwas zum Frieden in der Welt beitragen. Om Shanti. (az)

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