Der Königsweg zur Gelassenheit, Teil 96 Vata Beruhigung – weitere Tipps

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Weitere Tipps für die Beruhigung von Vata. Du hast ja in den letzten Podcasts einige Übungen kennengelernt für die Beruhigung des Vata Elementes, zum Finden von innerer Ruhe. Dieses Mal gibt Sukadev Tipps, wie du verschiedene Yoga Praktiken üben kannst, damit sie Vata beruhigend sin. Er spricht über Atemübungen, Tiefenentspannung, Meditation. Er spricht über Tiefenentspannung als Mittel gegen Schlafstörungen. Und empfiehlt dir nochmals einige Übungen, die er in den früheren Podcasts erläutert hat.

96. Ausgabe des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast von und mit Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya.

Play

***

Heute weitere Vata beruhigende Übungen. Ich hatte die letzten Male einige Übungen erwähnt und erläutert, die helfen, ein Übermaß an Vata zu reduzieren. Es gibt jedoch eine ganze Menge von Übungen, die allgemein Vata reduzieren und dich insgesamt zu einem Zustand der Harmonie führen. Dazu gehört z.B. die Wechselatmung, dazu gehört Tiefenentspannung, dazu gehört Meditation, dazu gehören Asanas, dazu gehört die Energiefeld aufbauende Übung, Kavacham. All diese findest du ja erläutert in anderen Texten zum Thema Gelassenheit. Ich möchte nur ein paar Hinweise ergänzen. Wechselatmung für Vata-Menschen heißt insbesondere, dass du diese auch mit dem Ujjayi Atem kombinierst, dass du dabei den Rhythmus sehr genau beachtest, also wirklich im Verhältnis 1:4:2, wenn du fortgeschrittener bist oder 1:2:2, wenn du weniger fortgeschritten bist. Wechselatmung also in einem klar festgelegten Rhythmus hilft dir wieder, zur Harmonie zu kommen, hilft, Ängste zu überwinden, Nervosität loszuwerden.

Die nächste wichtige Übung ist Tiefenentspannung. Tiefenentspannung ist für Vata-Typen ganz besonders wichtig und besonders wichtig auch beim Einschlafen. Wer zu viel Vata hat, hat oft Schwierigkeiten beim Einschlafen und da kann es hilfreich sein, mit einer Tiefenentspannung einzuschlafen. Du kannst sogar die Tiefenentspannung sehr lange ausdehnen. Du kannst dir sogar bewusst machen, dass Tiefenentspannung Schlaf ersetzen kann. Manchmal haben nämlich Menschen mit zu viel Vata Angst davor, dass sie nicht einschlafen können, am nächsten Tag müde sind, unruhig sind, sich nicht konzentrieren können und dann kommen sie in eine Art Panik und deshalb schon können sie nicht einschlafen. Wenn du aber weißt, es ist unerheblich, ob du schläfst oder Tiefenentspannung übst, dann kannst du ganz beruhigt Tiefenentspannung üben und du wirst trotzdem gut regeneriert sein, auch wenn du die Nacht kaum schläfst.

Vata-Menschen denken ja auch manchmal, dass sie überhaupt nicht geschlafen haben, was aber typischerweise nicht stimmt, die meisten Menschen schlafen schon mehrere Stunden, nur sie wachen immer wieder zwischendurch auf. Auch das können Vata-Menschen machen, also Menschen mit zu viel Vata oder Menschen, die vorübergehend zu viel Vata haben, also mit einer Vata Vikriti, sie können immer, wenn sie nachts aufwachen, mit Tiefenentspannung wieder einschlafen. Es kann dir also passieren, dass du drei-, viermal die Nacht eine Tiefenentspannung machst, z.B. die klassische Yoga Tiefenentspannung oder andere Yoga Tiefenentspannungstechniken. Indem du immer wieder Tiefenentspannung machst, bist du gut erholt und regeneriert und du kannst am nächsten Tag voller Elan und mit Gelassenheit in den Alltag gehen. Dieser Tipp kann für Menschen mit Vata Vikriti sehr, sehr wertvoll sein. Immer dann, wenn du nachts nicht einschlafen kannst, immer dann, wenn du aufwachst, übe die Tiefenentspannung und übe sie sehr lange.

Etwas Weiteres zum Thema Tiefenentspannung und Vata: Menschen, die sehr starkes Vata haben, haben oft den Eindruck, sie können sich gar nicht entspannen und gehen deshalb gar nicht in die Tiefenentspannung. Es spielt gar keine Rolle, ob du das subjektive Gefühl hast, dich zu entspannen in einer Tiefenentspannung. Wichtig ist nur, du übst die Technik. Bei der klassischen Yoga Tiefenentspannung, du spannst an und lässt locker, spannst den nächsten Teil an, fünf Sekunden halten, locker lassen, du sagst dir Autosuggestionsformeln, Affirmationen usw. , da kann es sein, dass du währenddessen denkst, „Oh, was wird morgen noch passieren“ und dann sagst du, „ich entspanne die rechte Hand“. Der Geist sagt wieder, „was, wenn mein Chef das nicht mag, was ich mache“, „ich entspanne die rechte Hand“. „Und meine Kollegen erst“, „ich entspanne die rechte Hand“. „Und mit dem Kunden, der hat mich schon gestern so komisch…“, „ich entspanne den rechten Unterarm“. Ich glaube, du verstehst, was ich meine. Es ist ganz ok, wenn die anderen Gedanken auch da sind, aber mache auch die Tiefenentspannung. Die Entspannungsforschung hat gezeigt, dass es unerheblich ist, ob jemand das subjektive Gefühl hat, tatsächlich zu entspannen in der Tiefenentspannung. Das einzige, was erheblich ist, ist, dass er die Technik übt. Du übst einfach die Tiefenentspannungstechnik. Du musst nicht abschalten können.

Ein beliebter Ausdruck von Vata-Menschen, die erzählen immer davon, sie wollen abschalten. Aber der Mensch ist nicht so, dass er einfach abschalten kann, den Schalter umlegen kann, auch wenn Vata-Menschen das vielleicht in ihrem harmonischen Temperamentszustand können. Die können tatsächlich schnell umschalten. Aber gerade dann, wenn der nicht in Harmonie ist, dann ist es eben nicht so leicht, in den Entspannungsmodus umzuschalten. Es ist nicht wichtig, dass du abschaltest, nicht notwendig, dass du umschaltest, es ist nur wichtig, du übst die Tiefenentspannungstechnik. Bei Meditation gilt, übe täglich Meditation, nach Möglichkeit zur gleichen Zeit oder zum ähnlichen Zeitpunkt. Also z.B. immer dann, bevor du einschläfst, bevor du ins Bett gehst oder auch, wenn du morgens aufwachst. Also Regelmäßigkeit bei der Meditation.

Vata-Menschen haben manchmal einen sehr aktiven Geist, da kann es hilfreich sein, deine Meditation etwas aktiver zu halten oder mit der Beobachtungs-Achtsamkeitsmeditation zu arbeiten. Einfach amüsiert zuschauen, was alles in deinem Geist passiert. Indem du amüsiert achtsam allem zuschaust, was dein Geist so macht, lernst du, dich davon zu distanzieren, dich zu lösen, du bist nicht mehr so getrieben. Du kannst Ruhe bewahren, obgleich du einen sehr aktiven Geist hast. Bei den Asanas würde man besonders sagen, es ist wichtig, die Asanas zu üben, die erdend sind, anstrengend sind und sie gleichmäßig ruhig und gelassen zu halten. Zwischenentspannungen wären gut, aber Vata-Menschen mögen die oft nicht so, weil sie lieber aktiv sind. Nur auf die Tiefenentspannung solltest du nicht verzichten. Die Kavacham Übung sei auch nochmals besonders allen mit Vata-Vikriti ans Herz gelegt. Wenn du das Gefühl hast, ein geschütztes Energiefeld zu haben, von Mutter Erde getragen, genährt zu werden, vom Himmel von oben inspiriert, von hinten geschützt und getragen und nach vorne ausstrahlen, dann kannst du eine ruhige Energie haben, ruhige Ausstrahlung und dann ist auch dein Vata wieder ruhig. Ich hatte vorher auch über erdende Übungen gesprochen.

Vielleicht kennst du auch aus anderen Traditionen erdende Übungen. Gerade dann, wenn du zu sehr in den Wolken schwebst und vielleicht zu sehr in die Leichtigkeit gehst oder auch zu sehr in spirituelle Erfahrungen, Energien und Wahrnehmungen und Feinfühligkeit, Hypersensibilität usw. gehst, dann helfen erdende Übungen. In einem anderen Abschnitt habe ich ja auch über Umgang mit Hypersensibilität gesprochen. Vielleicht kann dir auch das helfen, wenn dein Vata-Überschuss sich als solches manifestiert. Das war also eine Menge über Vata und Vata-Beruhigung. Wenn du dich aber im Gleichgewicht fühlst und viel Vata hast, dann genieße dieses Freudevolle, das Extravertierte, das Abwechslungsreiche, das Ideenreiche, genieße das und setze es gut um. Nur wenn das Vata umschlägt in Ängste, in Lampenfieber, in zu sehr Abgehobenheit usw., dann sorge dafür, dass du dein Vata harmonisierst. Und achte darauf, dass bei allem großartigen Vata und aller Experimentierfreude und bei allem Gedankenreichtum, Ideenreichtum, bei aller Kreativität, dass du für andere Menschen zuverlässig bist, mindestens ausreichend zuverlässig, dass du andere Menschen nicht immer wieder nervst und du dann von deren Genervtheit auch in Gereiztheit kommst oder in Ängste hineinversetzt wirst. Und verankere dich auch in den Tiefen deines Selbst.

0 Kommentare zu “Der Königsweg zur Gelassenheit, Teil 96 Vata Beruhigung – weitere Tipps

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.