Die 8 Stufen des Raja Yoga: Dharana, Dhyana, Samadhi (Teil 5)

In den 8 Stufen des Raja Yoga Sutras von Patanjali  zeigt Patanjali uns den Weg zur Befreiung auf.

Im fünften und abschließenden Teil der Serie geht es um die letzten drei Stufen Dharana (Konzentration), Dhyana (Mediation) und Samadhi (vollkommene Gedankenstille). Sie reinigen den Geist.

Dharana (Konzentration), Dhyana (Mediation) und Samadhi (vollkommene Gedankenstille)

Auf der ersten der acht Stufen des Ashtanga Yoga, den Yamas, geht es um den Umgang mit unserem sozialen Umfeld.

Bei den Niyamas, der zweiten Stufe, geht es darum, wie wir mit uns selbst umgehen.

Bei der dritten und vierten Stufe geht es darum, wie Asanas den Körper und Pranayama den Atem und das Energiesystem (Prana, Lebensenergie) reinigen.
Mit Pratyahara gingen wir im fünften Schritt vom äußeren zum inneren Yoga. Die Sinne werden von äußeren Objekten abgezogen und nach innen gerichtet.

Wenn ein/e Praktizierende/r die Sitzhaltung stabil und bequem einnehmen kann, wenn Atem und Prana harmonisch fließen und die Sinne sich nach Innen richten, kann Dharana geübt werden.

Hierbei wird der Geist auf ein bestimmtes Objekt fixiert. Das kann ein äußeres Objekt, wie z.B. eine Kerzenflamme, das Bild einer Gottheit oder einer Blume, oder ein inneres Objekt, beispielsweise der Atem, innere Klänge oder ein Chakra sein.

»Die Sitzhaltung bequem und stabil«

Konzentration bedeutet, dass die aufeinander folgenden Gedankenbewegungen sich immer zu dem Konzentrationsobjekt hin bewegen.

Dadurch, dass immer wieder eine Gedankenwelle zu Ende geht und eine neue beginnt, wird der Fluss der Aufmerksamkeit zum Objekt immer wieder unterbrochen.

Dies birgt die Möglichkeit in sich, dass die neue Gedankenwelle einer Ablenkung folgt und in eine andere Richtung fließt.

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Deshalb müssen wir in der Phase der Konzentration sehr wach sein und die Bewegungen der Gedanken aufmerksam beobachten, abweichende Gedanken loslassen und den nächsten Gedanken erneut auf das Objekt ausrichten.

»Abweichende Gedanken loslassen«

Das ist mit einer gewissen Anstrengung verbunden. Damit ist Dharana eine Technik oder eine Übung. So wie beim Üben von Asana und Pranayama tun wir etwas.

Die letzten beiden Stufen sind keine Techniken in diesem Sinne. Es sind Bewusstseinszustände, auf deren Eintreten wir keinen willentlichen Einfluss haben.

Wenn aus den vielen aufeinander folgenden Gedankenwellen ein einziger ununterbrochener Strom wird, nennt Patanjali das Meditation.

»Meditation als ununterbrochener Strom«

Es ist quasi eine lange Welle zum Konzentrationsobjekt, wodurch die Anstrengung weg fällt, jeden neuen Gedanken neu auszurichten.

In der Phase von Dharana befindet sich das Gehirn im Wachzustand, dem Beta-Zustand, in dem die Gehirnwellen in der Frequenz von 13-30 Hertz schwingen.

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Fällt man in die Meditation, geht man in den Alpha-Zustand über. Dies ist der Zustand der Entspannung, in dem die Gehirnwellen mit 8-12 Hertz schwingen.

Im Zustand der Entspannung bzw. der Meditation schaltet der Körper von Aktivität auf Regeneration um, Selbstheilungskräfte werden mobilisiert, die Verdauungsorgane besser durchblutet, der Geist wird ruhiger und richtet sich von selbst nach Innen.

Nach einer Meditation fällt es meistens leichter sich zu konzentrieren, etwas zu lernen oder kreativ zu sein. Der Übergang von Konzentration zur Meditation passiert von selbst. Es ist wie mit dem Schlaf.

»Der Übergang von Konzentration zur Meditation passiert von selbst.«

Wir können vieles tun, um die Möglichkeit einzuschlafen, zu erhöhen, wie z.B. vorher einen Lavendel-Tee trinken, ein gemütliches Bett herrichten usw., aber ob der Schlaf kommt und wann, liegt nicht in unserer Hand. Die meisten Menschen brauchen etwa 20-25 Minuten, bis sie in einen entspannten Zustand kommen.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, kannst du den Blog-Artikel „Die 5 Phasen der Meditation – Warum es sich lohnt länger zu sitzen“ lesen.

In der Meditation ist also aus vielen aufeinander folgenden Gedankenwellen ein einziger Gedankenstrom geworden. Kommt dieser nun ganz zum Stillstand, nennt Patanjali das Samadhi.

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Da jegliche Gedankenbewegung aufgehört hat, scheint es so, als würde der Geist nicht mehr existieren und das Objekt erscheint als solches an sich.

Der Geist ist wie ein ruhiger See, in dem man nur den Baum sieht, der sich darin spiegelt und das Wasser gar nicht mehr wahrnimmt, weil es so still ist.