Navaratri dritter Akt

Saraswati wird im letzten Drittel von Navaratri verehrt

Im letzten Drittel des wundervollen Festivals Navaratri freuen wir uns über die Göttin der Weisheit, Kreativität und der Künste- Saraswati! Wie jede Göttin wird auch sie als die schönste von allen beschrieben. Aber bei dieser Göttin stimmt es wahrscheinlich am meisten.

Ihr Name bedeutet „überfließen“, denn aus ihr fließt die schöpferische Kraft. Das gilt sowohl für die schönen Künste als auch für die Wissenschaft. Viele Menschen suchen in ihr Inspiration und Weisung, wenn sie etwas kreieren wollen. Kein Wunder also, dass die Bilder von ihr zu erstellen immer besonders viel Spaß macht!

Diese Frau hat es wirklich in sich! Sie wird als die Erfinderin von Sanskrit angesehen, als die Autorin der vier Veden und sie trägt den Schwan als Symbol für absolutes, reines Wissen bei sich. Als Göttin von Klang und Sprache soll sie Brahma, ihre männliche Version, ermächtigt haben, den Urklang wahrzunehmen. Dieser Klang gilt als Ursprung des gesamten Universums, weshalb Saraswati als der Ursprung allen Wissens angesehen wird.

Die Reihenfolge im Fest

Es ist kein Zufall, dass wir an Navaratri Saraswati als letztes verehren. Zuerst waren die wilde Durga und Kali mit ihrer kämpferischen Energie präsent, die wir in Wellen brauchen. Schließlich gibt es nicht jede Sekunde etwas zu bekämpfen. Anschließend haben wir an Lakshmi gedacht, die positive Eigenschaften aufbaut, was mal mehr, mal weniger gut gelingt. Nun zum Schluss jedoch, gehen wir in die Stille. Saraswati steht für Weisheit. Weisheit heißt Beständigkeit, denn niemand ist nur für 5 Minuten weise. Wir wollen dauerhaft ihre Energie in uns verankern, komme was wolle. Durch die Intuition, die Versenkung und Reinheit, die wir Saraswati verdanken, legen wir einen Zugang zur höchsten Erkenntnis. Das ist auch der Grund, warum Saraswati keine Waffen bei sich hat. Wenn wir erst einmal die höchste Wirklichkeit erreicht haben, gibt es nichts mehr zu bekämpfen. Zeichen wie Bücher, Gebetsketten und Instrumente, also Dinge, die lange halten und die Zeit überdauern sollen, symbolisieren die Beständigkeit.

Om Aim Hrim Klim wird an Navaratri für die Verehrung aller Göttinnen verwendet.

In der Energie von Saraswati, freuen wir uns über wahre Erkenntnis, Intuition und die schönen Künste! Vielen Menschen fällt es leichter sich einer liebevollen göttlichen Mutter zu öffnen als einem Vater.

In der Hauptströmung im Hinduismus namens Shaktismus beispielsweise, nimmt die Verehrung des weiblichen Teils den größten Raum ein. Sie wird unter ihren vielen Namen alias Devi, Shakti oder auch Durga, Lakshmi und Saraswati verehrt. Wir wollen ihr näher kommen, um das jeweilige Symbol in uns zu stärken. Wir beten demnach nicht Saraswati ist Marmorstatur an, sondern wir konzentrieren uns auf den kreativen, weisen Teil in uns selbst. Das ist gar nicht so leicht, sodass wir uns zur Hilfe eine kleine Murti nehmen, wie die Göttinnen Figuren heißen. Mit Mantren stimmen wir uns auf die Schwingung ein, durch Meditationen festigen wir diese Glaubensmuster. Es gibt viele Wege sich einer Göttin zu nähern. Letztendlich ist es nur wichtig zu wissen, welche Intention wir haben.

Warum genau beten wir zur göttlichen Mutter? Möchten wir dadurch unseren Geist fokussieren und auf den Aspekt ausrichten? Wollen wir etwas Bestimmtes im Leben durch sie erreichen oder machen wir es nur aus Gewohnheit?

Die Göttin an Navaratri

Während Navaratri können wir besonders gut nachvollziehen, warum wir uns an welchen Teil wenden. Wenn wir in einer bestimmten Situation sind, soll es uns helfen zu wissen, dass wir nicht allein sind. Wir wenden uns an die göttliche Mutter und sie unterstützt uns. Die göttliche Mutter soll uns an Navaratri dabei helfen Altes loszulassen, Neues aufzubauen und das höchste Bewusstsein zu erfahren. Wir wenden uns durch bestimmte Mantren, Pujas oder andere Zeremonien an diesen Teil in uns, für unser eigenes Wachstum. Deshalb gilt auch an Navaratri, dass wir nicht blind ins Bhakti Yoga verfallen, sondern jeden Schritt ganz bewusst in Vertrauen gehen, um Bhakti Yoga wirklich zu leben.

Saraswati ist der Teil von uns, der göttliches Wissen, Sprache und Kunst manifestiert. Ihre Energie hilft uns Illusionen zu überwinden und für Probleme Lösungen zu finden. Zu Navaratri geht es um Besinnung und Erfahrung.

Om Aim Saraswatyai Namaha ist ein Mantra, dass an Navaratri die Göttin Saraswati ehren kann.

Diese drei Tage laden dich also ein, zu dir und zu dem höheren Wissen in dir zurückzukommen. Du kannst dir bewusst machen, welche Fragen dir im Leben grade besonders wichtig sind. Lausche auf deine eigenen Antworten aus dem Inneren. Die Energie der göttlichen Mutter kann dir den Weg zeigen zu den Lösungen, die schon in dir sind. Du bist eingeladen offen zu sein für Antworten aus deiner eigenen höheren Perspektive. Du darfst ehrlich mit dir selbst sein und deine eigenen Masken vor dir fallen lassen. Oft hilft es Menschen während Navaratri sich vorzustellen zu der göttlichen Mutter zu beten, damit sie sich jemand „anderem“ öffnen können, ohne einem Menschen davon zu erzählen. Wie schon gesagt, kommt es auf das Symbol der Mutter an.

Du kannst dich deiner Intuition beispielsweise in einer Meditation öffnen. Für jeden Aspekt der göttlichen Mutter und damit natürlich auch für Saraswati gibt es bestimmte Mantra- und Affirmationsmeditationen, um sich für ihre Gaben zu öffnen. Du könntest dir beispielsweise ein schönes Saraswati Mantra aussuchen und es wiederholen. Genau das machen wir bei YogaVidya jeden Tag zu den besonderen Navaratri-Festlichkeiten.

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