Shivaratri – Die heilige Nacht von Shiva

In der heiligen Nacht 20. auf den 21. Februar ist Shivaratri. Diese Nacht gilt als besonders segensreich für Meditation und Verehrung von Shiva. Klassische Bestandteile der Shivaratri Feier sind:  Fasten am Vortag (20.2.). Nachtwache und spirituelle Praktiken in der Nacht vom 20.2. auf den 21.2., idealerweise bis 4.30h, mindestens bis Mitternacht. Insbesondere Meditation und Singen von Om Namah Shivaya gelten als segensbringend. Shivaratri fällt meistens in die Fastnachtszeit, dieses Jahr Fastnachtssonntag auf Fastnachtrosenmontag.

Maha Shivaratri

Shivaratri oder Mahashivaratri, die Nacht des Shiva, ist im Hinduismus ein wichtiger Feiertag. Für die Verehrer des Gottes Shiva ist es das höchste Fest, die heiligste aller Nächte.

Eine besonders bedeutende Form des Absoluten in der hinduistischen Götterwelt ist Shiva, dessen Name auch „der Gütige“ oder „der Segen“ bedeutet. Während sich das formlose Brahman nach hinduistischer Ansicht in Gestalt des Vishnu immer wieder verkörpert und in vielen Manifestationen erscheint, betonen die Schriften bei Shiva ausdrücklich die Formlosigkeit. Ihm kommt in der Trimurti, der hinduistischen Dreifaltigkeit, die Aufgabe der Vernichtung zu, während Brahma der Schöpfer ist und Vishnu derjenige, der das Universum erhält. Als Zerstörer weist Shiva auf die Vergänglichkeit hin: Alles Geschaffene muss vergehen! Das letztlich Formlose, enthält sämtliche Aspekte des Göttlichen.  Als Nilakhanta etwa bewahrt er die Welt vor ihrem Untergang, indem er das Gift des mythischen Urmeeres trinkt.

Die Formlosigkeit Shivas ist einem stets bewusst in einem Lingam. Im Mittelpunkt der Verehrung steht meist dieser Linga. Lingam heißt wörtlich „Zeichen“.  Es gilt als das reinste Symbol des Absoluten. Häufig verehrt man Lingas, die spontan in der Natur entstehen. Ein bekanntes Beispiel befindet sich in einer Eishöhle in Armanath im Himalaya, wo ein Eislinga regelmäßig bei zunehmendem Mond wächst und sich bei abnehmendem verkleinert. Hier ist ein bedeutender hinduistischer Wallfahrtsort. Jedes Jahr zu Shivaratri machen sich besonders viele Gläubigen auf den beschwerlichen Weg hinauf in die Berge, um Shiva in der Eissäule anzubeten. Aber auch andere Heiligtümer, wie etwa die Orte, an denen sich Lichtlingas befinden, sind an diesem Feiertag Ziel von Pilgern.

Zu Shivaratri steht weniger der zerstörerische Aspekt Shivas im Mittelpunkt, sondern in erster Linie der des Erlösers.  Shiva als Manifestation des Höchsten. Eine sehr populäre Geschichte aus den Puranas erzählt:

Brahma und Vishnu stritten darüber, wer der Höchste von ihnen sei, als ein leuchtendes Linga wie eine Feuersäule vor ihnen erschien. Da beide weder Anfang noch Ende entdecken konnten, erwiesen sie Shiva als dem Höchsten die Ehre. Dieser trat aus der Feuersäule heraus und sagte: „Wer zu Shivaratri fastet, Nachtwache hält und mich verehrt, wird von allen Leid und Unbewußtheit befreit und erlöst werden„.

Viele Gläubige durchwachen diese heilige Nacht, beten und singen gemeinsam, so wie es der Göttliche in den Schriften selbst verlangt:

„In der vierzehnten Nacht der dunklen Hälfte des Monats werde ich im Kali-Yuga (das gegenwärtige Zeitalter) über die Erde gehen. Ganz sicher werde ich in allen Lingas sein, in den beweglichen sowie den unbeweglichen, um das Leid hinwegzunehmen, welche die Menschen im vergangenen Jahr begangen haben; darum wird derjenige, der mich in dieser Nacht mit Mantras und Hingabe verehrt, von Unbewußtheit frei sein“. (Nagar Khanda)

Hindus aller Traditionen feiern mit Fasten, Durchwachen der Nacht und mit Gebeten diesen Tag. Wer nicht an einer Pilgerfahrt teilnehmen kann, besucht den nächsten Tempel oder zelebriert die Anbetung zuhause. Gläubige übergießen rituell ein Linga (oder etwas anderes was ihn oder sie an das Höchste erinnert) mit Wasser oder Milch, Joghurt, Butter und Honig und schmücken es mit den Blättern eines heiligen Baumes, des Bel (auch Bheel) oder Blütenblätter.

In den Yoga Vidya Ashrams Bad Meinberg, Westerwald und Nordsee feiern wir Shivaratri sehr festlich. In allen 3 Ashrams gibt es ein festes Programm von 20h bis 4.30h mit Pujas, Mantra-Singen, Erzählen der Geschichten von Shiva und Parvati und Meditation. In Bad Meinberg findet vom 20.-21.2. ein Seminar zu Ehren von Shivaratri statt, an dem du mehr über Shiva erfahren kannst, und dich an einem Akhanda Kirtan Singen von “Om Namah Shivaya” am 20.2. von 12-20h beteiligen kannst (ein ununterbrochenes Singen des Mantras, wobei die Teilnehmer sich stündlich abwechseln).

Wenn du Zuhause bist, ist es  segensreich zu Shivaratri zu fasten. Ab 22h zu meditieren. Am Tag und in der  Nacht  immer wierder “Om Namah Shivaya” zu singen, und vermehrt Pranayama zu üben. Vielleicht wirst du spüren, dass an diesem Tag und in der Nacht eine besonders starke spirituelle Schwingung dich tragen wird.

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11 Kommentare zu “Shivaratri – Die heilige Nacht von Shiva

  1. Premajyoti

    DANKE liebe RAFAELA!!!
    Ich höre es mir gleich an.

    Danke.
    Dir auch einen schönen SAMADHI-ABEND.
    Premajyoti

  2. Premajyoti

    OM OM OM

    😀

  3. OM Liebe Premajyoti,
    ich habe etwas Auserlesenes an Geschichten von Sukadev für die Woche

    Om Samadhi
    Rafaela

  4. Premajyoti

    OM Liebe Rafaela,

    Danke für deine Vermitttlung von Weisheit!!

    der Satsang gestern abend war sehr interessant, obwohl ich erst einmal Sukadev vermisste,

    schön war, wie Narendra sehr viel yogische Willenskraft vermittelt, Wau, 🙂
    DANKE hierfür auch,

    Om ganz liebe-lichtvolle Sonntags-Grüße
    Premajyoti

  5. Om Namah Shivaya
    Liebe Premjyoti,
    dir auch ein gutes Nächtle, aber mit voller Bewußtheit das wäre Erleuchtung. Hihi

    Warme, herz-lichtvolle Grüsse
    Rafaela

  6. Manfred Atmarama

    Liebe Rafaela,
    letztes Jahr besuchte ich im Frankfurter Yoga-Vidya Center den Workshop „Begegnung mit Shiva“ von Dr. Joachim Reinelt. Dort erfuhr ich unter anderem das Shiva keine historische Persönlichkeit ist, wie z.B. Krishna oder Rama, sondern eine mythische. Ausserdem wurde uns gesagt, dass es wichtig ist den Namen Shivas richtig auszusprechen, also nicht „Schiiiwa“, sondern „Schiwa“. Bis heute ist mir noch nicht ganz klar warum, das korrekte Aussprechen von Shiva so wichtig ist. Einmal ist er ja nicht mehr als ein Mythos….und selbst wenn er auf einer Wolke sitzen und mich hören würde, warum ist das so wichtig. Ich glaube du würdest mich auch anhören, egal ob ich zu dir Rafaelá oder Rafaéla sage.
    Danke für eine Antwort. Manfred

    • Om Namah Shivaya
      Lieber Atmaram,

      danke für Deine Frage, ich versuche sie zu beantworten.
      Sanskrit die ursprüngliche Sprache der Veden. Diese wurden zu Beginn der Schöpfung direkt aus der spirituellen Welt überliefert, und deshalb hat ihre Sprache die Kraft, den Rezitierenden von Mantras, z.B. wie „Om Namah Shivaya“, und Shlokas mit der ewigen unendlichen spirituellen Realität zu verbinden, dabei ist die spirituelle Kraft sprachlichen Klanges von dessen Reinheit abhängig.
      Sanskit Mantras können den Rezitierenden zur Befreiung führen dazu gehört auch das Mantra „Om Namah Shivaya“.

      Mein Name „Rafaela“ ist kein Sanskrit Name, trägt also nicht die ewige unendliche götliche Kraft in sich, somit nicht die Kraft sich mit Gott zu verbinden und Befreiung zu erlangen. Dennoch steckt in meinem Namen Rafaela (heilender Gott) auch eine spirtuelle Energie, aber nicht vergleichbar mit der hohen göttlichen Schwingung der Sanskrit Sprache, Sprache der Götter.

      Ich gebe dir die Email von Dr. Joachim Reinelt, dann könntest du nochmals genauer nachfragen.
      info@proyoga.de

      Om Namah Shivaya
      Herzlichst
      Rafaela

  7. Premajyoti

    Om namah shivaya,

    ja, mein Shiva, den der Himmel mir schickte, hat mein Leben
    unendlich reich gemacht.

    DANKE, Dir für die liiiiiiiiiiieeeeeeebenn Grüße, richte ich aus.
    Ich wünsche Dir ein gutes Nächtle.

    Herz-lichst
    Premajyoti

  8. Premajyoti

    Om
    Danke für diese schöne und interessante Info,

    mir ist Shiva sehr sympathisch,
    vorallem gefällt mir sein Haar.
    🙂
    Er der Glück bringt,

    OM

    • Om Namah Shivaya
      Liebe Premajyoti,

      da hat Shiva bestimmt seinen Segen und Glück dir geschenkt über die Freude deine Sympathie… zu Ihm.

      Shiva hat in seinem Haar die Ganga. Als Fluß-Göttin sorgt Ganga für das sofortige spirituelle Heil (Befreiung von weiteren Geburten in einem bedingten Leben) desjenigen, der mit ihrem Wasser in Berührung kommt.
      Du hast ja deinen Shiva leiblich Zuhause.

      Liebe Grüße an Shiva

      Om namah Shivaya
      Rafaela

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