Yoga und Weihnachten

Weihnachten gilt neben Ostern und Pfingsten als eines der drei Hauptfeste des Christentums und ist bei uns in Europa wohl das bekannteste christliche Fest. An Weihnachten feiert man die Geburt von Jesus Christus, des Gottessohnes, Erlöser der Menschheit. Darüber kannst du in Gottesdiensten, in christlicher Literatur und von anderen Christen erfahren.

Aber zusätzlich zur historischen und religiösen Dimension kann man Weihnachten auch als Sinnbild des spirituellen Weges, der Geburt des Christusbewußtseins im Menschen interpretieren:

Wie bereits im Blog-Artikel zur Bedeutung von Advent erwähnt, werden in der Adventszeit vier Kerzen nacheinander angezündet. Dies kann man als schrittweise Öffnung der ersten vier Chakras, den Energiezentren, deuten. Das vierte Chakra ist das Herzchakra, der Sitz der Liebe, der Schau Gottes und der Freude. Wenn das Herz-Chakra geöffnet ist, kann das Jesus-Kind, also die Liebe Gottes, das Christus-Bewusstsein, in uns zum Erscheinen kommen – und zwar wenn die Tage am kürzesten sind inmitten der Nacht („Weih-Nacht“). 

Wenn unser Geist sich zurückzieht von den äußeren Ablenkungen, unsere Sinne und die Gedanken „schlafen“, dann kann das „Hochheilige Paar“ Unterscheidungskraft (Joseph) und Intuition (Maria) wachen, und die Geburt des Gottesbewusstseins (Jesuskind) erleben. So wünschen wir dir, dass du in der „geweihten Nacht“, in der „Stillen Nacht“ an Weihnachten, tatsächlich Ruhe und Einkehr finden kannst und die besondere Bedeutung von Weihnachten erfährst. Ruhe und Einkehr bedeutet aber nicht unbedingt Einsamkeit oder Abgeschiedenheit. Es ist vielmehr ein geistiger Aspekt.

Swami Sivananda sagte:

Die Stimme Jesu ist wahrhaft die Stimme des ewigen Wesens. Durch ihn drückt sich der Ruf des Unendlichen an das Endliche aus, des kosmischen Wesens an das Individuum, der Ruf Gottes an den Menschen. Seine göttliche Stimme ist deshalb dieselbe wie die Stimme der Veden und der Upanishaden, die Stimme des Koran, der Zend Avesta, des Dhammapada und aller heiligen Schriften der großen Weltreligionen. Im Grunde ist die Botschaft, die er predigte, eins mit der Botschaft, die durch diese heiligen Bücher dargelegt worden ist. Es ist der Weg der Verleugnung des Fleisches und der Betonung des Geistes. Es ist der Weg, das niedere Selbst zu kreuzigen, um eine ruhmvolle Auferstehung des Geistes und die letztendliche Erhebung in die Unendlichkeit und das Hinübertreten ins Göttliche zu erreichen.

Die Mitternachtsmeditation, für viele auch die Christmette oder eine vollständige Nachtwache, kann in dieser Nacht zu einem besonderen Erlebnis werden, nicht nur für überzeugte Christen. Das Herzchakra, das mit Weihnachten gut in Verbindung gebracht werden kann, steht für Liebe und Freude. So wünschen wir dir, dass du tatsächlich im Kreis deiner Lieben dein Herz sprechen lassen kannst, dass die Geschenke wirkliche Gaben der Liebe sind und die vielen Weihnachtslichter und -lieder tatsächlich Herzensfreude zum Ausdruck bringen.

Bei denen, die im Kreis von Familie und Freunden feiern, wird der liebevolle Aspekt von Weihnachten überwiegen. Die „Einsamen“ wollen wir ermutigen, zu meditieren, nach innen zu gehen, allein Nachtwache zu halten, um das Göttliche im Inneren zu spüren. So kann sogar Melancholie als geistige „Nacht“ für den spirituellen Weg hilfreich sein und zu einem Ausgangspunkt, um wieder positiv nach vorne zu schauen und sich zu motivieren.

In den vier Yoga Vidya Ashrams kannst du weihnachtliche spirituelle Tage inmitten von liebevollen Menschen verbringen.

In jedem Fall wollen wir Gedanken des Friedens und des Lichtes an diejenigen schicken, die zur Zeit nicht so glücklich sind, in die Krisenregionen dieser Welt, aber auch hier in Mitteleuropa und überall hin. Auch für diejenigen, die im letzten Jahr ihre Angehörigen oder Freunde verloren haben und denen der Verlust ihrer Lieben am Weihnachtsfest nochmals besonders bewusst wird, möchten wir sagen, dass vielleicht gerade dann, wenn du in einer ängstlichen oder auch gedrückten Stimmung bist, der folgende Gedanke besonders tröstlich sein kann:

Wenn es dunkel zu sein scheint kann ein neues Licht entstehen. Nach jeder Nacht folgt ein Tag. Nach jedem Winter ein Frühjahr. Und nach jeder inneren Krise ein inneres Wachstum, welches zu einer tieferen Freude und einem tieferen Lebenssinn verhilft.

Om Shanti

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