06 Yoga und Gelassenheit – Einführung

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Sukadev spricht in diesem Podcast über Yoga und Gelassenheit. Er spricht darüber, wie wichtig Gelassenheit für Yoga ist. Das Wort Yoga heißt Harmonie, Verbindung, Einheit. Durch die Übung der Gelassenheit kommst du zu mehr innerer und äußerer Harmonie. Du kannst dich verbinden mit deinen Mitmenschen, mit der Natur. Schließlich erfährst du Einheit, die Einheit mit dem Göttlichen, die Erleuchtung. Sukadev ermutigt dich in diesem Podcast, dir bewusst zu werden: Warum willst du Gelassenheit entwickeln? Yoga hat viele Übungen, um Gelassenheit zu üben.

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Dieser Abschnitt hat das Thema Gelassenheit im Yoga. Sama Samadhana Samadva. Yoga heißt wörtlich Einheit. Die zweite Bedeutung von Yoga ist Harmonie. Die dritte Bedeutung ist Verbindung. Es gibt eine wichtige Yogaschrift, namens Bhagavad Gita. Diese wurde vor ein paar tausend Jahren geschrieben. Im zweiten Kapitel gibt Krishna, der Lehrer der Bhagavad Gita zwei Definitionen von Yoga. Yoga samadvam uchyathe. Gelassenheit wird Yoga genannt. Yoga karamasu kao chanam. Yoga heißt Geschick im Handeln. Yoga heißt also zum einen Gelassenheit und zum anderen Geschick im Handeln. Samadhva – Gelassenheit, karma su kaochalam , kaochalam – Geschick. Yoga wird ja populärerweise mit Entspannung gleichgesetzt. Man kann auch sagen, Gelassenheit ist Entspannung. Der populärste Teil des Yogas ist Hathayoga. Im Hatha Yoga lernst Du immer wieder Dich zu entspannen. Du lernst, immer wieder los zu lassen. Und diese Einstellung des Entspannens und Loslassens kann Dir auch helfen im Alltag gelassen zu sein.

Der zweite Aspekt ist Geschick im Handeln. Das Hathayoga ist nicht nur da um Dich zu entspannen, sondern auch um mehr Energie zu haben. Wenn Du mehr Energie hast, kannst du auch mehr bewirken. So könnte man sagen, die Lehren des Yoga für den Alltag heißen Gelassenheit zu besitzen und geschickt zu handeln. Krishna wehrt sich an manchen Stellen in der Bhagavad Gita auch dagegen, aus mögen und nicht mögen zu handeln, aus Verletztheiten zu handeln oder aus der Furcht von Gut und Böse. Er sagt, es geht darum geschickt zu handeln und innere Gelassenheit zu haben. Yoga drückt letztlich auch verschiedene Grade von Gelassenheit aus. Yoga heißt ja Verbindung. Angenommen Du willst zwei Dinge miteinander verbinden, dann ist das Yoga. So will der Yoga helfen, verschiedene Aspekte in Dir harmonisch zu verbinden. Yoga kann helfen, verschiedene Aspekte des Lebens miteinander zu verbinden. Yoga kann Dir helfen, Dich verbunden zu fühlen, mit anderen Menschen, mit der Natur. Damit ist Yoga eben auch Harmonie. Und schließlich in der höchsten Bedeutung heißt Yoga Einheit und beinhaltet die tiefe Erfahrung der Einheit hinter allem. Letzlich die Erleuchtung, die Gotteserfahrung, die Unio Mystica, die mystische Einheit von allem. Yoga kann man auch noch unterteilen in verschiedene Yogawege. Das werde ich später behandeln. Ich werde auf die verschiedenen Aspekte des Yoga eingehen und was die einzelnen Wege und Aspekte des Yoga an Ratschlägen geben können, um zu dieser Gelassenheit zu kommen.

Wenn wir im Yoga von Gelassenheit sprechen, dann meinen wir natürlich keine träge Gelassenheit. Ich glaube Du bist Dir dessen sehr bewusst. Im Yoga spricht man von sogenannter sattwiger und tamasiger Ruhe. Was sind sattwige und tamasige Ruhe? Tamasig heißt träge, dunkel, dumpf. Sattwig heißt leicht, hell, freudevoll. Tamasige Ruhe, das hieße Wurstigkeit, ist mir alles egal. Eigentlich ist das keine Gelassenheit, das ist eher Trägheit, Gleichgültigkeit. Diese Gleichgültigkeit kommt vielleicht aus Frustration. Sie kommt, weil man aufgegeben hat. Vielleicht sogar sich selbst und sein Leben. Diese Gelassenheit kommt vielleicht aus Trägheit, aus Antriebslosigkeit. Gelassenheit ist etwas anderes. Sie ist sattwige Ruhe also helle, freudevolle Ruhe. Gelassenheit ist die Fähigkeit einen Standpunkt einzunehmen der hilft, Ruhe zu bekommen, um sich dann wieder ins Getümmel zu stürzen oder das Getümmel anzunehmen, das sowohl in einem herrscht als auch im äußeren herrscht.

Im Sanskrit gibt es verschiedene Ausdrücke für Gelassenheit. Vorher hab ich Samadva genannt. Das ist der allgemeinste und am häufigsten verwendete Ausdruck für Gelassenheit. Übrigens Sanskrit ist die Sprache für die Worte, die im Yoga gebraucht werden. Zwei weitere Sanskritausdrücke sind Sama, die Übung der geistigen Ruhe und Samadhana, der tiefe geistige Zustand der geistigen Ruhe. Also zwei Ausdrücke Sama, üben, also üben im Sinne von praktizieren zur Ruhe zu kommen und Samadhana ist der Zustand, wenn Du´s erreicht hast. Sama Samadhana, innere Ruhe führt dann zu Samadhi. Das Überbewusstsein, die Erleuchtung.

Patanjali, ein grosser Yogameister vor über zweitausend Jahren, hat Yoga wie folgt definiert: Yogas Chitta vritti nirodha– Yoga ist das zur Ruhe bringen der Gedanken im Geist. Das steht im zweiten Vers des Yoga Sutras. Und was ist die Folge, wenn man den Geist zur Ruhe gebracht hat? Tadadrushta…. dann ruht der Sehende in seiner wahren Natur. Im Yoga geht es also ganz entscheidend darum, Ruhe des Geistes, Gelassenheit zu entwickeln. Man kann sogar sagen, Yoga ist dazu da, Gelassenheit zu entwickeln. Gelassenheit ist wichtig für Harmonie. Gelassenheit ist wichtig für das Gefühl der Verbundenheit. Aber gerade im spirituellen Yoga ist Gelassenheit besonders wichtig, weil es einen befähigt zur Erfahrung der Erleuchtung, zur Selbstverwirklichung der Gotteserfahrung. Gelassenheit ist ja nicht nur etwas, was dir hilft, glücklicher im Alltag zu sein, Gelassenheit dient nicht nur als Lebenskunst, sondern Gelassenheit dient als Mittel zu einem Zweck. Eigentlich ähnlich wie schon bei den christlichen Mystikern und natürlich auch wie im Buddhismus. Gelassenheit ist Mittel zur Gotteserfahrung, zur Erleuchtung.

Du kannst selbst jetzt überlegen, warum willst du überhaupt Gelassenheit entwickeln? Vielleicht willst Du Gelassenheit entwickeln, um im Leben besser zurecht zu kommen, um etwas glücklicher zu werden. Das ist auch ok, denn eine Bedeutung des Wortes ist Harmonie. Vielleicht willst Du es auch üben um dich mehr verbunden zu fühlen, um mehr Liebe und Freude im Alltag zu haben, Freundlichkeit. Auch das ist etwas das im Yoga möglich wäre. Du willst Gelassenheit entwickeln um freundlicher, liebevoller mit Deinen Mitmenschen umzugehen. Auf diesen Aspekt bin ich etwas mehr eingegangen als ich über das buddhistische Konzept von Upeksha eingegangen bin. Und im höchsten Gelassenheit, um das Ziel des Lebens zu erreichen, um Selbstverwirklichung, Gottverwirklichung, Erleuchtung zu erlangen. Je höher Dein Ziel, umso leichter fällt es Dir, die Gelassenheit auch zu üben. Umso wichtiger ist es die Gelassenheit zu üben. Werde Dir nochmals bewusst, warum Du gelassen werden willst. In welche dieser drei Kategorien fällt das? Willst du etwas harmonischer leben, willst du dich mehr in Liebe und Freude mit Deinen Mitmenschen verbinden und den Erlebnissen und Erfahrungen im Alltag oder willst Du gar zu Deinem höheren Selbst kommen, zum Göttlichen, wie auch immer Du es ausdrücken willst?

 

 

 

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