58 Gelassenheit entwickeln – Einführungsvortrag eines Seminars zum Thema Gelassenheit

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Nach den vielen Gelassenheits-Konferenzen jetzt mal ein Überblick über Yoga und Gelassenheit. Mit dieser Ausgabe beginnt ein neuer Abschnitt der Podcastreihe: Die Mitschnitte eines Seminars zum Thema Gelassenheit entwickeln. So bekommst du praxisnahe Tipps zum Thema Gelassenheit.
Hier also die Einführung: Möchtest du gelassener durchs Leben gehen? In dieser Podcastreihe lernst du machtvolle Techniken, um inmitten einer Welt voller Veränderungen und inmitten der Höhen und Tiefen des Lebens gelassen zu leben. Einige Themen werde sein: * Entspannungstechniken *Atmungstechniken für den Alltag *emotionelle Energie nutzen ohne von ihnen überwältigt zu werden *Selbstakzeptanz und Selbstliebe *Praktische Nächstenliebe im Alltag. Diese Podcastreihe geht über insgesamt 16 Folgen. In diesem Einführungsvortrag spricht Sukadev über die 6 Yoga-Wege und ihre Tipps zur Gelassenheit. Besondere Betonung auf Jnana Yoga: Gelassenheit durch Philosophische Grundeinstellung. Und Bhakti Yoga: Gelassenheit durch Gottesliebe. Das ganze Konzept der Reihe:

  1. Einführung (also dieser Podcast)
  2. Gelassenheitstext: “Liebe Trotzdem”
  3. Praktische Techniken für Gelassenheit im Alltag aus Kundalini und Hatha Yoga
  4. Dankbarkeitsentspannung für Gelassenheit
  5. Gelassenheit durch regelmäßige Hatha Yoga Praxis und Tiefenentspannung
  6. Kavacham – ein Schutzenergiefeld schaffen
  7. Raja Yoga – der psychologische Yoga, König und Minister
  8. Swami Vishnu-devanandas Lehren an Sukadev zu Gelassenheit
  9. Lebensregel von Baltimore als Inspirationstext für Gelassenheit
  10. Meditation für Herzensverbindung
  11. Gelassenheit durch Einfühlungsvermögen, Mitgefühl und Verständnis
  12. Gelassenheit-Einfühlungs-Meditation
  13. Gelassenheit: Sein Temperament annehmen
  14. Gelassenheitsübung: Wie wäre ich mit meinem Temperament ein Heiliger
  15. Gelassenheit gegenüber dem Schicksal: Leben als Schule, Sinn des Lebens
  16. Wege zur Gelassenheit – Zusammenfassung und Schluss. Also: Viel Material für ein gelasseneres Leben.

Mitschnitt aus einem Seminar “Gelassenheit entwickeln” bei Yoga Vidya Bad Meinberg. – Dies ist die 58. Ausgabe des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast.

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Ich habe vor kurzem ein Seminar gegeben zum Thema „Gelassenheit entwickeln“ und die Vorträge wurden aufgenommen. Diese will ich jetzt auch veröffentlichen. Manches hast du vielleicht schon gehört, manches ist eine gute Wiederholung. Der Weg zur Gelassenheit ist ja ein lebenslanger Weg und es ist gut, die wichtigen Konzepte nochmals zu hören. Heute ist der Einführungsvortrag. Dort erfährst du einiges nochmals, was Yoga mit Gelassenheit zu tun hat, du erfährst einige Definitionen von Yoga und wie diese mit Gelassenheit zusammenhängen und du hörst, wie die sechs Yogawege Ratschläge geben für Gelassenheit. Das kann dir nochmal all das, was du in der letzten Zeit gehört und gelesen hast, vielleicht in den letzten Wochen oder Monaten und was du praktiziert hast, nochmals zusammenführen, so dass du einen Überblick hast: Was heißt eigentlich Gelassenheit im Yoga und wozu ist es gut?

„Gelassenheit entwickeln“ ist ja auch ein sehr wichtiges Thema, sowohl für alle Menschen im Alltag, wie auch für alle Yogaübenden. Krishna gibt in der Bhagavad Gita, einer uralten indischen Schrift, so eine der vielen Definitionen vom Yoga, er sagt: „Yoga samatvam ucyate. Yoga heißt Gelassenheit.“ Damit geht es im Yoga insgesamt um Gelassenheit. Oder eine andere wichtige Schrift, manche haben davon gehört, manche haben sie schon gelesen, von PatanjaliYoga Sutra“, dort sagt Patanjali: „Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Gedanken im Geist.“ Also, zur Gelassenheit zu kommen, darum geht es im Yoga allgemein. Wir können sagen, dass Ziel des Yoga ist Samadhi. Samadhi heißt Überbewusstsein, Erleuchtung, Selbstverwirklichung, Gottverwirklichung, Unio Mystica, wie auch immer wir es verstehen wollen. Und in Samadhi steckt Sama, Gelassenheit drin. Und wir können sagen, im klassischen Yogasystem, um zu Samadhi zu kommen, gilt es, zu Sama, zur Gelassenheit zu kommen. Umgekehrt, wenn es gelingt, zu höheren Bewusstseinszuständen zu kommen, dann folgt die Sama, die Gelassenheit mehr oder weniger von selbst. Wir können auch sagen, die Techniken, die in Indien seit Jahrtausenden geübt wurden, um zu höheren Bewusstseinsstufen zu kommen, sind auch hilfreich, um in unserer heutigen Welt, die ja vielleicht in vielerlei Hinsicht das Gegenteil einer gelassenen Welt ist, um in dieser Welt doch ein gelasseneres Leben führen zu können. In der Broschüre wurde ja das Seminar zum Thema Gelassenheit so angekündigt: „Machtvolle Techniken, um inmitten einer Welt voller Veränderungen und inmitten der Höhen und Tiefen des Lebens, gelassen zu leben. Spezielle Blitzentspannungstechniken, Atmungstechniken für den Alltag, emotionale Energien nutzen, ohne von ihnen überwältigt zu werden. Umgang auch mit Ungerechtigkeit und Schuld. Selbstakzeptanz und Selbstliebe. Praktische Nächstenliebe im Alltag. Und dabei auch von besonderer Bedeutung, bewusstwerden des Göttlichen im Alltag und den Alltag bewusst zu erleben.“ Das werden also unsere Themen sein. Ich werde zwar auch einiges Theoretische sagen, ich werde euch einiges an Theorie vermitteln, aber vor allen Dingen werdet ihr viele praktischen Übungen mitmachen können, einige, die euch vielleicht eine andere Einstellung geben können zu euch selbst, zu euren Mitmenschen, Mitgeschöpfen, zu dem, was euch geschieht, was euch dann vielleicht zu einer gelasseneren Einstellung die nächsten Tage, Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre verhelfen kann, und vielleicht auch viele kleine Tipps und Übungen, die ihr auch später umsetzen könnt, um jederzeit ein gelasseneres Leben zu führen.

Ich sagte, eine Definition des Yoga in der Bhagavad Gita ist: „Yoga samatvam ucyate. Yoga heißt Gelassenheit.” Aber im Yoga ist es keine kalte Gelassenheit, im Sinne von Gleichgültigkeit, sondern es ist eine enthusiastische Gelassenheit, im Sinne von, eine Gelassenheit, die Energien freisetzt und die auch helfen kann, einiges zu bewirken. Im Yoga sprechen wir auch von Sattva, Rajas und Tamas. Tamasige Gelassenheit wäre Gleichgültigkeit: „Ist mir alles egal.“ Und über diese Gelassenheit werde ich jetzt nicht sprechen. Man könnte sagen, tamasige Gelassenheit wäre nicht die echte Gelassenheit, wäre Gleichgültigkeit, sei es aus Frust, sei es aus Resignation oder Antriebslosigkeit. Es gibt dann auch noch eine rajasige Gelassenheit, über die wir auch nicht so sehr sprechen werden, obgleich das manchmal mit hineinspielt. Rajasige Gelassenheit heißt, wir wollen uns als etwas Besseres fühlen als andere, weil wir uns nicht so aufregen wie die anderen. Also, eine stolze Gelassenheit. Selbstbewusst wäre ok, aber so ein Ego daraus ziehen und sagen, „ich bin besser als andere, weil ich mich ni