Das Herz – Wie es mit Yoga gepflegt und gesunden kann

Ein Artikel von Cn: Physisch gesehen ist das Herz der wichtigste Muskel in unserem Körper. Es pumpt ca. 250 Millionen Liter Blut während eines Menschenlebens durch den Körper, versorgt ihn mit lebensnotwendigen Stoffen und sichert dadurch das Überleben.

Auch aus yogischer Sicht ist das Herz ein ganz wichtiges Zentrum. Energetisch gesehen wird im Herzen das Weltliche mit dem Spirituellen verbunden, es bildet die Brücke zwischen Mensch und Seele, ist Sitz für Liebe und Mitgefühl und laut Patanjali ein wichtiges Tor zur Erkenntnis: „Durch samyama auf das Herz kommt Verstehen des Geistes.“ [Yoga Sutren, Vers III,  35]

Leider scheint das Herz ein Tor bzw. Muskel zu sein, der von vielen in unserer Gesellschaft wenig gepflegt oder sogar großen Belastungen ausgesetzt wird. Jedes Jahr kommt es in Deutschland bei mehr als 300.000 Menschen zu einem Herzinfarkt, wovon 50% tödlich enden. Damit ist der Herzinfarkt eine der Haupttodesursachen in Deutschland. Zusätzlich leiden mehr als 3,3 Millionen Menschen bei uns an einer koronaren Herzkrankheit (KHK), die oftmals zu einem Herzinfarkt führt. Doch gibt es auch eine gute Nachricht: Mit Hilfe von Yoga und einer Lebensstilveränderung kann man im Vorfeld bereits sehr viel tun, um vorzubeugen und/oder gar zu gesunden.

Was kann Yoga fürs das Herz tun?

Um besser zu verstehen, inwiefern Yoga die Herzgesundheit unterstützt, ist es nötig, die Risikofaktoren für Herzinfarkt und koronare Herzerkrankung (KHK) zu kennen. Daher werde ich erst auf die Risikofaktoren eingehen und im zweiten Schritt erklären, inwiefern Yoga durch die Reduzierung der Risikofaktoren für die Herzgesundheit eine wesentliche Rolle spielt.

Einer der größten Risikofaktoren für Herzinfarkt ist das Rauchen. Das Rauchen von Zigaretten verengt die Gefäße, wodurch es zum Blutstau kommen kann. Ein weiterer entscheidender Risikofaktor ist die Ernährung. Eine Fett- und cholesterinreiche Ernährung (also z.B. ein hoher Fleischkonsum) fördert Fett- und Cholesterinablagerungen (medizinisch: Plaques) in den Arterien, wodurch diese bedrohlich verengt werden können. Für Zucker, egal ob Frucht- oder anderer Zucker gilt, dass er die Arterienwände angreifen kann. Weitere Risikofaktoren für die Herzgesundheit sind Stress, Bewegungsmangel und auch Einsamkeit.

Yoga_fürs_HerzYoga wirkt vielen dieser Risikofaktoren hilfreich entgegen. Am offensichtlichsten ist es sicher beim Stress. Durch Yoga lernen Menschen, sich zu entspannen – der Körper hat wieder Zeit, sich zu regenerieren. So gibt es z.B. Studien die zeigen, dass sehr ruhiges und entspannendes Yoga, das im Rahmen eines Ornish-Programms geübt wird, ein wichtiger Wirkfaktor ist bei der Genesung der KHK. Es ist anzunehmen, dass nicht nur die Entspannung ein wichtiger Faktor ist, sondern auch die Lebensstilveränderung, die oftmals durchs regelmäßige Praktizieren von Yoga einhergehen.

Yoga fördert Körperwahrnehmung, Bewusstheit und reinigt, wodurch oftmals Schritt für Schritt schädliche Gewohnheiten wie z.B. das Rauchen abfallen. Auch bekommen Menschen durch Yoga wieder mehr Zugang zu sich. Sie spüren, was für sie gut ist und was nicht und richten sich erfahrungsgemäß Schritt für Schritt mehr an einer gesünderen Lebensweise aus. So wirkt sich eine regelmäßige Yoga-Praxis auch oft auf die Ernährung aus.

Eine yogische Ernährung ist vegetarisch, somit wird ein wesentlicher Teil der Cholesterinaufnahme durch das Essen reduzieren, was wiederum einen weiteren Risikofaktor minimiert. Durch Yoga kann auch dem Bewegungsmangel entgegen gewirkt werden. Sonnengrüße im zügigen Tempo für mindestens 30 Minuten geübt, sind ein wunderbares Herzkreislauftraining. Ein effektives Herzkreislauftraining wäre z.B. eine halbe Stunde Sonnengrüße am Stück mit einer Belastung von 65 – 75% – und das mindestens 3 Stunden in der Woche. Wem so viele Sonnengrüße zu viel sind, der kann z.B. Walken. Was den Risikofaktor Einsamkeit betrifft, auch hier kann Yoga helfen. Zum einen kann durch gezielte Yogaübungen das Herz wieder geöffnet werden, so dass Herzensverbindungen zu anderen Menschen ein bisschen leichter möglich werden. Anderseits gibt es die Möglichkeit, über Yoga in Yoga Zentren neue Menschen kennen zu lernen, und sich so wieder schrittweise mit anderen Menschen zu verbinden. Gerade in Yoga Vidya Centern formen sich oftmals tiefe Verbindungen und echte Freundschaften.

Übung zur Herzensverbindung

Es gibt Übungen, die Herzverbindungen förderen, z.B. die folgende: Bevor du mit einem Menschen sprichst, fühle mit deinem Herzen das Herz des anderen. Fühle in dein Herz hinein und richte dann die Achtsamkeit deines Herzens in das Herz des anderen. Intuitiv wirst du den anderen besser verstehen. Es kann eine Herzensverbindung entstehen, die eure Beziehung vertieft oder wirksame Kommunikation ermöglicht. Diese Übung kannst du vor dem Grüßen, während des Grüßens, oder auch während es Zuhörens üben. Manche können das sogar beim Sprechen und in Abwesenheit der Person. Es funktioniert sowohl bei Freunden und Bekannten als auch bei Kollegen, Kunden und Vorgesetzten. Probiere es aus.

Was bei einer Herzerkrankung beim Üben von Yoga beachtet werden sollte:

Obwohl Yoga in ganz vielen Aspekten dem Menschen zu einem gesunden Herzen helfen kann, so gibt es im Falle einer koronaren Herzerkrankung und Bluthochdruck ein paar wichtige Dinge zu beachten:

  1. Übe keine Umkehrstellung!
    Sie kreieren zu viel Druck auf deinen Brustkorb und können damit im Ernstfall sogar gefährlich sein. Leichte Umkehrstellungen, wie der herabschauende Hund oder der unterstützte Schulterstand, bei dem du das Becken auf ein Meditationskissen ablegst, sind grundsätzlich in Ordnung. Aber auch dies ist natürlich abhängig von deiner individuellen gesundheitlichen Konstitution.
    Tabu sind: Kopfstand, Handstand, Skorpion und Schulterstand.
    Ganz wichtig ist, auf dein Gefühl zu hören. Nur du kannst entscheiden, ob die Übung dir gut tut. Bleibe während der Übung ganz bei dir. Falscher Ehrgeiz oder Übertreibung stresst und kann somit schädlich sein.
  2. Nimm dir viel Zeit zum aktiven Entspannen
    Yoga enthält eine große Bandbreite von Übungen und Intensitäten, so gibt es ausgiebig-fordernde bis hin zu sehr sanften Praktiken. Oftmals haben Menschen mit einem erhöhtem Leistungsstreben (und die daher ggf. auch besonders angespannt sind) einen Hang, sich noch mehr zu fordern, da es ihrem „Grundmodus“ entspricht. Wenn du so ein Typ bist und an einer koronaren Herzerkrankung leidest, dann ist die dringende Empfehlung, genau das Gegenteil in deiner Praxis zu berücksichtigen. Nimm dir viel Zeit für Entspannung, praktiziere ruhig und besonnen. In der wertvollen Entspannung kann der Körper Stresshormone abbauen und beschädigte Arterien sogar reparieren.

Weiterführende Informationen: 

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, wie du bei einer KHK-Erkrankung am besten Yoga für dich üben kannst, dann empfehlen wir dir, dich an einen in Herz Yoga (Ornish-Therapie) ausgebildeten Yogalehrer zu wenden oder z.B. auch in die Yogatherapie bei Yoga Vidya Bad Meinberg zu einer individuellen Einzelberatung zu kommen.

Yoga-Kongress 2015: 

Vom 13. – 15. November 2015 findet bei Yoga Vidya Bad Meinberg der Yoga-Kongress „Yoga in Prävention & Therapie“ statt, bei dem in einer Veranstaltung ebenfalls das Herz-Thema eine zentrale Rolle spielt. Dort hast du die Möglichkeit, weitere Informationen zu bekommen oder dich als Yogalehrer dahingehend mehr mit diesem besonders wichtigen Aspekt von Yoga & Gesundheit zu beschäftigen.

Yoga-Kongress „Yoga in Prävention & Therapie“, vom 13. – 15. November 2015:

Vom 13. – 15. November 2015 findet bei Yoga Vidya Bad Meinberg der Yoga-Kongress 2015 statt. Unter Schirmherrschaft der indischen Botschaft Berlin. Der Yogakongress konzentriert sich dabei auf das Themenfeld „Yoga in Prävention & Therapie“.

 

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