Der Königsweg zur Gelassenheit, Teil 122 Raum für kleine Ernährungssünden

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Mensch will auch mal über die Stränge schlagen. Daher kannst du die möglichen Nahrungsmittel in drei Kategorien einteilen: (1) Normalernährung: Davon ernährst du dich jeden Tag (2) Noch mögliche halb verbotene Nahrungsmittel: Diese isst du nur, um mal über die Stränge zu schlagen. (3) Potentielle Nahrungsmittel, die du gar nicht isst. Bewusst oder unbewusst befolgen das die meisten Menschen. Was das konkret für dich heißen kann, erfährst du in dieser 122. Folge des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast von und mit Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya.

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Heute möchte ich dir ein Modell vorstellen, anhand dessen du praktisch deine Nahrungsmittel einteilen kannst. Nämlich, der Mensch will auch mal über die Stränge schlagen. Daher ist es gut, dir bewusst zu machen, dass es drei Arten von potenziellen Nahrungsmitteln gibt. Es gibt die Normalnahrungsmittel, davon ernährst du dich jeden Tag oder regelmäßig und weißt, die sind gesund und gut für dich. Zweitens gibt es die noch möglichen, aber halb verbotenen Nahrungsmittel. Diese isst du nur ab und zu mal, um über die Stränge zu schlagen, kleine Sünden zu begehen, was irgendwo ein Bedürfnis von Menschen ist. Drittens, potenzielle Nahrungsmittel, die du gar nicht isst. Bewusst oder unbewusst haben das die meisten Menschen. Nehmen wir den Durchschnittsdeutschen. Die meisten haben ihre normale Ernährung. Und die meisten Menschen glauben auch, dass da doch zum größten Teil die Sache gesund ist. Sie schlagen dann ab und zu mal über die Stränge. Also, mal mehr Alkohol, vielleicht bis zur Betrunkenheit, aber eben nur selten. Mal mehr Schokolade, mal Schlemmen. Aber dann haben die meisten Menschen auch verbotene Nahrung. Z.B. würden die Menschen in Deutschland nicht auf die Idee kommen, Katzen zu essen, Hunde zu essen oder Menschenfleisch zu essen. Und so gibt es noch einiges andere, wo man gar nicht daran denken würde, das zu sich zu nehmen. Oder auch z.B. verdorbene Nahrung oder unreife Nahrung, da würden die wenigsten Menschen auch nur daran denken.

Also, sie haben diese drei Dinge: Das, was sie normalerweise zu sich nehmen, dann ab und zu mal über die Stränge schlagen und dort etwas Ungesundes zu sich nehmen, und dann eben das, was man unter keinen Umständen tun würde. Wenn die zweite Kategorie, das über die Stränge schlagen zu groß wird und der Mensch irgendwo das Gefühl hat, er isst ständig etwas Ungesundes, dann ist das auch für sein Selbstwertgefühl nicht gut und natürlich, oft hat man dann ja Recht und dann ist es eben auch ungesund für Körper und Psyche. Natürlich, ich hoffe, du ernährst dich bewusst und gesünder als der Durchschnittsmensch in Deutschland. Auch wenn du dich bewusst und gesund ernährst, dann hast du eben eine grundgesunde Ernährung, die für dich bekömmlich ist und von der du dich normalerweise ernährst. Dann gibt es als zweites Nahrungsmittel, die nicht so gesund sind, mit denen du ab und zu mal über die Stränge schlagen kannst, die aber noch erlaubt sind. Und als drittes hast du etwas, was du nie essen würdest. Ich nehme mich mal als Beispiel. Normalerweise habe ich eine gesunde Ernährung als Normalernährung. Da bin ich konsequent.

Was ich bisher über ideale Ernährung, sattwige Ernährung, gesagt habe, das ist tatsächlich meine Normalernährung. Ab und zu mal schlage ich aber auch über die Stränge, ich sündige, um es mal so zu sagen, auf dem Ernährungsgebiet. Dann esse ich vegane Schokolade oder veganen Kuchen oder es passiert auch mal, dass ich Pommes esse oder auch Eis ohne Milch. Das ist auch alles nicht ganz gesund, aber ab und zu mal das zu essen, das tut mir doch irgendwo gut. Ich würde es nicht täglich essen, aber ab und zu mal als kleine Sünden, die mir dann gut tun, mache ich es. Aber was ich nie essen würde, ich würde nie Fleisch essen, nie Fisch essen, nie alkoholische Getränke zu mir nehmen. Das kommt mir gar nicht in den Sinn, das würde ich eben auch nie machen.

Ich kannte mal einen Rohköstler, der hat im Normalfall nur Rohkost gegessen. Aber so ab und zu mal hat es ihn in den Fingern gejuckt und dann hat er eine gekochte Kartoffel gegessen. Das war für ihn dann immer eine große Sache. Das war für ihn über die Stränge schlagen. Das war für ihn dann auch höchster Genuss. Einmal die Woche in etwa eine gekochte Kartoffel zu sich zu nehmen. Ich fand das immer ganz lustig. Aber letztlich das Prinzip ist klar. Also, er hatte Rohkost und die hat ihm sehr gut geschmeckt, es war nicht so, dass er da viel auf etwas verzichtet hat. Er hat immer vorgeschwärmt, wie toll das alles schmeckt, was er so isst. Aber ab und zu mal Kartoffel, das hat er gebraucht, das war sein über die Stränge schlagen. Er wäre nie auf die Idee gekommen, Milch zu trinken, Milchprodukte, Fleisch, Pommes oder auch Schokolade, auch keine vegane Schokolade usw. zu essen. Das wäre für ihn undenkbar gewesen. Du kannst jetzt selbst überlegen, was heißt das für dich? Wie wäre für dich eine normale, gesunde Ernährung? Wie ist sie? Was erlaubst du dir als Ausnahme, um mal auf dem Ernährungsgebiet zu sündigen, um mal über die Stränge zu schlagen? Und was würdest du nie essen? Wenn du das so machst, dann ist das psychologisch sehr geschickt. Und so kannst du eine gesunde Ernährung haben und hast dennoch auch ein Ventil, wenn du mal etwas anderes brauchst. Beim nächsten Mal möchte ich sprechen über Ernährungsumstellung, wie du das machst, langsam oder schnell, teilweise oder radikal, was ist besser. Und da habe ich durchaus einen bestimmten Standpunkt, den ich dir gleich schon verraten will: Es kommt darauf an.

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