Karma Yoga – Der Weg zur Befreiung Teil 5

Karma Yoga kann uns zur Befreiung von unseren Wünschen führen

Karma Yoga ist der Yoga der Tat. Es geht darum, uneigennützig und ohne Belohnung Dinge einfach zu tun, weil sie notwendig oder „das Richtige“ sind. Karma Yoga baut richtig ausgeführt nicht nur Verhaftungen ab, ohne neue zu schaffen, sondern stärkt in uns auch den Wunsch nach Befreiung. Dazu müssen wir allerdings unsere nicht-yogischen Motive ablegen. Gar nicht so einfach, aber machbar.

Hier geht es zum ersten, zweiten, dritten und vierten Teil der Reihe.

Entsprechend dem Gesetz der Anziehung, bekommen wir genau das zurück, was wir in die Welt ausstrahlen. So erfüllen sich alle unsere Erwartungen mal mehr schlecht als recht, aber doch mit einer bestimmten Konstanz. Das gilt natürlich auch für die Karma-Yoga-Handlungen. Wenn wir etwas Gutes tun und dafür eine Belohnung erwarten, bekommen wir sie irgendwann auch. Das ist nicht wirklich yogisch gedacht. Viel mehr hängen wir bei dem Gedanken an Belohnung oder Bestrafung an unseren materiellen Verhaftungen fest. Wir sehen nicht das große Ganze, sondern sind eher gefangen in einer uns Recht-schaffenden Welt. Das setzt neue Verhaftungen und die ganze Geschichte geht von vorne los. Aber man kann auch aus anderen Gründen Gutes tun.

Wie in der Liebe

Wir können einfach handeln, weil es das Richtige ist. Wer schon einmal so richtig verliebt war, kennt es eventuell. Man will dem anderen etwas Gutes tun, allein aus dem Grund um ihm oder ihr etwas Gutes getan zu haben. Die andere Person soll uns danach nicht mehr mögen, etwas zurückgeben oder sonst wie entlohnen. Es geht uns einfach darum, dass es ihr gut geht. Wir handeln also in guter Absicht, schlicht und ergreifend, weil wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind und die Fähigkeit dazu haben. Sukadev erklärt in „Die Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von heute“, dass dieses Verhalten in uns den Wunsch nach Befreiung stärkt. Es ist quasi der Lohn für unsere Handlungen, den wir nicht als solchen herbei gezwungen haben.

Putzen kann den Wunsch nach Befreiung indirekt fördern

Hast du schon mal den Spruch von Kant gehört: „Der Schmerz ist der Stachel einer jeden Tätigkeit“? Genau hier hilft uns Karma Yoga den Wunsch nach Befreiung größer werden zu lassen. Wenn wir an unseren Handlungen haften, also Ergebnisse wollen oder sie bewerten, dann haben wir (Ab-)Neigungen gegenüber bestimmten Tätigkeiten. Wir wollen nicht Toiletten putzen, Teller waschen oder Ordner einheften, weil wir es als „niedere Arbeiten“ bewerten. Allerdings macht allein unsere Wertung diese Dinge „schlechter“. Führen wir sie nun aus, können wir uns entweder ärgern oder lernen, dass sie genauso eine Arbeit sind, wie jede andere auch. Unsere Motivation, nicht an unseren  Handlungen zu haften, wird also sehr schnell größer, weil es unseren Schmerz lindert.

Gut das ist eventuell etwas hart ausgedrückt, vom Prinzip her allerdings umsetzbar. Je mehr wir von dem tun, das wir verabscheuen, desto schneller lernen wir, allen Handlungen mit Gleichmut zu begegnen. Wir haben also erst nur einen stärkeren Wunsch nach Befreiung, dann kommt sie ganz von allein. Karma Yoga ist wie ein Joker zur schnellen Befreiung auf dieser einen Ebene. Es fällt uns immer leichter Abstand vom Materiellen zu nehmen ohne etwas verlieren zu müssen. Unlust überwinden wir und ohne etwas anderes zu verlangen, bekommen wir Gleichmut zurück.

Karma Yoga und die Selbsterkenntnis

Um zu sehen, ob wir wirklich aufrichtig handeln, kann uns Karma Yoga wie ein Test den Weg zeigen. Bei jeder einzelnen Handlung dürfen wir uns selbst fragen „Warum mach ich das?“. Steckt dahinter der Wunsch nach Ansehen, Geld oder auch Liebe, wissen wir, wir handeln nicht uneigennützig. Wer die Reihe aufmerksam verfolgt hat, sieht eventuell, dass es hier Überschneidungen mit dem ersten Weg, der Selbsterkenntnis gibt. Sobald wir unser Wissen praktisch umsetzen, können wir uns  beobachten und uns selbst Rückmeldung geben. Es gibt uns die Fähigkeit zu entscheiden, ob wir etwas wirklich erreichen wollen und diese Handlung wirklich der beste Weg ist. Wenn das nicht der Fall ist, können wir uns bewusst dagegen entscheiden und damit gleichzeitig diese Verhaftung loslassen. So wird Stück für Stück der Wunsch nach Befreiung größer, weil er aktiv gelebt wird.

 

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