Gebet – Der Weg zur Befreiung Teil 4

Das Gebet ist ein Weg zur Befreiung von Wünschen

Gebete gibt es in vielen Religionen und Glaubensrichtungen. Sie sollen uns befreien vom Schlechten und das Gute in unser Leben einladen. Darunter fällt auch der Wunsch nach Befreiung. Durch das Beten zu Gott, etwas höherem oder etwa dem wahren Selbst, können wir diesen Wunsch in uns verstärken und uns dieser Lebenseinstellung zuwenden. Statt den Geist immer weiter nach Außen auf Wünsche und Objekte zu richten, können wir uns in uns zurückziehen durch das Gebet.

Hier geht es zum ersten, zweiten und dritten Teil der Reihe.

Mit dem Gebet beginnt Yoga. Swami Sivananda beschreibt, dass es das erste Glied des Yogas ist und somit die wichtigste Praxis im spirituellen Sadhana. Das klingt bis jetzt sehr nach Glauben und Religion. Natürlich spielt das Gebet eine zentrale Rolle in vielen Religionen und jeder hat seine eigenen Regeln. Aber das Gebet ist nicht an die Kirche, Moschee oder Tempel gebunden. Es kommt von dem Wort „Bitte“ und beschreibt die Anrufung von etwas. Dabei muss der Betende nicht nur nach etwas fragen. Sie kann auch einfach “Danke” sagen oder in Kontakt treten. Es gibt viele Formen und Gründe für`s Beten, eine davon ist die Suche nach Befreiung von Wünschen.

Aus 1 mach 2

Den Wunsch nach Befreiung können wir über das Gebet auf zwei verschiedene Weisen stärken, entweder als direkte Bitte oder als Wirkung. Zum einen können wir schlicht und ergreifend darum bitten, weniger Wünsche zu haben bzw. den nach Befreiung stärker werden zu lassen. Das ist eine direkte Bitte an Gott, die wir wie ein Mantra oder eine Affirmation wiederholen können. Diejenigen, die an das göttliche Glauben, stellen sich also vor, wie sie von einer höheren Macht erhört werden und diese antwortet, indem sie etwas tut. Beispielsweise nimmt sie andere Wünsche, erfüllt den gesendeten Wunsch oder lässt etwas passieren. Für diese Wirkung muss es also einen Gott oder vergleichbares innerhalb oder außerhalb von uns geben, bzw. wir müssen an ihn/sie glauben. Bei der zweiten Wirkung ist das nicht der Fall.

Selbst wenn jemand der betet nicht an Gott glaubt, kann das Gebet wirkungsvoll sein, da es uns Stück für Stück näher zum Transzendentalen bringt. Wir geben unser Ego auf und geben uns ganz hin. Was oder wem wir uns hingeben ist dabei in dem Sinne zweitrangig. Wir lösen aktiv unsere Verhaftungen und Identifikationen mit dem Materiellen und richten unser Bewusstsein auf höhere Werte aus. Das gelingt allerdings nur, wenn wir es aufrecht tun.

Im Gebet kommt es nicht darauf an, wen wir anbeten. Es geht um den Prozess der Hingabe

Statt also zu Gott zu beten, können wir auch an die göttliche Mutter, die Liebe, den Frieden oder andere Werte, die uns wichtig sind, beten. Wir könnten auch hypothetisch durchspielen, was wir sagen würden, wenn es Gott gäbe, etwa: „Wenn es dich gäbe, dann würde ich folgendes sagen…“. Wir ziehen die Möglichkeit der Existenz in Erwägung und können uns dadurch von unserer eigenen Perspektive leichter lösen. Dazu muss das Gebet nicht logisch aufgebaut sein und man muss nicht viel wissen. Sukadev betont in seinen Vorträgen immer wieder, dass wir durch unser Gefühl zu Gott gehen. Es ist also weniger Kopfarbeit als viel mehr Herzensangelegenheit.

Bhakti Yoga zur Loslösung von Wünschen

Diese Hingabe kennen viele unter dem Begriff Bhakti Yoga. Bei dieser speziellen Form des Yogas geht es darum, sich ganz hinzugeben. Unter Hingeben versteht der Yoga, dass alle Handlungen aus tiefer Überzeugung und von ganzem Herzen jemand anderem gegeben wird, in der Regel Gott oder Synonyme. Die eigenen Wünsche werden losgelassen und an ihrer Stelle tritt der Wunsch nach Gottesliebe. Das bedeutet, wenn wir vollkommene Hingabe praktizieren, dass wir mit vollem Bewusstsein und aktiver Teilnahme nach idealen Leben, die wir innerhalb und außerhalb von uns anerkennen. Der Wunsch nach Befreiung wird also ganz von alleine immer größer im Gebet.

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