Yoga regelmäßig üben – so klappt das!

Yoga wirkt gut, tut gut, kost‘ nix und steigert Gesundheit und Stimmung – sofern man regelmäßig praktiziert, das ist der Haken.

Ich werde immer wieder gefragt, wie man das mit der Regelmäßigkeit hin bekommt. Hier findest du diverse Hilfen und Tricks, die sehr gut funktionieren. Wende davon möglichst viele an. Wenn du fest entschlossen bist, dann wende alle an – so mache ich das.

Akzeptiere, dass du erst lernen musst, regelmäßig zu üben; es muss sich eine neue Gewohnheit entwickeln. Das ist ein eigenständiger Lernschritt und braucht einige Zeit bis es klappt. Sei also nicht frustriert, wenn du aus der Regelmäßigkeit raus fällst, und geh` halt wieder hinein. Beim Laufen lernen bist du auch erst einige Male hingefallen bis es einigermaßen geklappt hat. Das ist hier genauso.

An manchen Tagen übst du 10 Minuten, an anderen 3 Stunden. Diese Schwankungen sind normal. 10 Minuten Praxis sind auch Yoga – Hauptsache, du hast überhaupt etwas gemacht, das hilft die Regelmäßigkeit zu entwickeln. Spätestens nach einigen Tagen Schmalspuryoga willst du einfach mal wieder die volle Dosis – et voilà, du bist wieder drin. An manchen Tagen machst du das volle Programm, an anderen nur Pranayama oder nur Meditation oder etwas anderes. Auch hier gilt: Programmänderungen sind normal. Du bist jeden Tag anders drauf, also übe jeden Tag deiner Tagesverfassung entsprechend. Mit der Zeit wirst du lernen diese Schwankungen zu überwinden, und trotzdem dein volles Programm durchzuziehen. Aber das dauert. In der ersten Klasse hast du auch erst Addition und Subtraktion gelernt, und nicht gleich mit Bruchrechnung oder Dreisatz losgelegt.

Nimm dir nach jedem Üben die Zeit, das daraus entstehende wunderbare Gefühl von Entspannung, Freude und Wonne noch einige Minuten zu genießen, gib deiner Freude ordentlich Raum sich in deinem Bewusstsein auszubreiten.

Du kannst auch anderen davon vorschwärmen. Das Wissen um die Wohltat, die du dir selber gönnst ist eine starke Belohnung: Diese Wonne wird dein Unterbewusstsein immer wieder haben wollen, und sorgt aus dem “Untergrund” heraus dafür, dass du deine Praxis nicht auslässt.

Fertige dir eine Liste an mit den Yoga-Praktiken, die du regelmäßig üben möchtest. Das können z.B. die unten stehenden sein. Trage diese Liste in eine Kladde oder ein Notizbuch ein und lege sie neben dein Bett. Schaue jeden Abend in diese Liste und hake ab, was du tatsächlich gemacht hast und was du vergessen hast. Notfalls mache an Ort und Stelle noch wenigstens 10 Minuten lang etwas. Diese regelmäßige Selbstkontrolle mit Korrektur erzieht deinen Geist zu Regelmäßigkeit.

Mögliches tägliches Übungsprogramm:

  • morgens: 15 Minuten Pranayama
  • tagsüber: 3 x 5 Minuten stehende Atem-Konzentration
  • abends: 15 Minuten Asana, 15 Minuten Meditation
  • beim Einschlafen: Tiefenentspannung

Lege für jeden Teil deiner Übungspraxis einen genauen Termin fest, wann sie stattzufinden hat. Plane diese Termine genauso fest in deinen Terminplan ein wie alles andere auch. Du hast zu diesem Zeitpunkt einen wichtigen Termin mit dir selbst – wenn du das vernachlässigst, dann vernachlässigst du dein Selbst, und hast irgendwann keine Energie mehr, um dich um die Angelegenheiten von anderen zu kümmern. Es ist zum Vorteil deiner Lieben und deiner Kollegen, wenn du dein Selbst gut pflegst, sie profitieren unmittelbar davon.

Wenn du dazu neigst deine Termine zu vergessen, dann stelle dir einen Wecker bzw. Alarm (PC, Handy, Armbanduhr), der dich daran erinnert.

Lege genau fest an welchem Ort du üben wirst, und sorge dafür, dass dein Üben nicht ausfallen kann, weil du z.B. deine Matte vergessen hast. In solchen Fällen übe eine stehende Yoga-Übungs-Reihe oder sei sonstwie kreativ. Vergessene Utensilien und falsche Kleidung sind kein Grund die Praxis ausfallen zu lassen.

Erzähle anderen Menschen von deinem Vorhaben. Sie werden ab und zu interessiert nachfragen wie es läuft – du gehst damit eine moralische Verpflichtung ein. Das motiviert ungemein. Bitte deine Freunde, dir zu regelmäßiger Praxis zu verhelfen, indem sie dich immer wieder daran erinnern, was du vorhast. Verabrede dich mit anderen zum gemeinsamen Üben. Das motiviert noch stärker.

Pflege die Vorfreude auf deine Yogapraxis, indem du im Tagesverlauf mindestens einmal pro Stunde an den nächsten Praxisabschnitt denkst und dich auf seine wohltuende Wirkung freust. Du lenkst damit deine Aufmerksamkeit und deine Energie in eine sehr erfolgversprechende Richtung, und wirst pünktlich unbändige Lust verspüren, zu üben.

Es gibt ungezählte Möglichkeiten, die eigene Yogapraxis virtuos an die gegebenen Möglichkeiten anzupassen, bis du völlig zeitneutral überall üben kannst, wo du gerade bist: Im Supermarkt, während eines Vortrags, im Fahrstuhl und im Stau.

Mehr darüber lernst du in meinen Workshops und Ausbildungen.

Ein Artikel von Mahashakti Engeln – erschienen im Yoga Vidya Journal

Mahashakti Engeln – Heilpraktikerin, Yogatherapeutin und Yoga Vidya Acharya, Entspannungs-, Atem- und Meditationslehrerin, umfangreiche Unterrichts- und Ausbildungserfahrung. Als Gründerin und ehemalige langjährige Leiterin der Yogatherapie bei Yoga Vidya begleitet sie in Kursen und Einzelberatungen Menschen auf ihrem Weg zu verbesserter Gesundheit.

Hier findest du das aktuelle Projekt von Mahashakti:

3 Kommentare zu “Yoga regelmäßig üben – so klappt das!

  1. Danke danke danke – genau das habe ich heute gebraucht – damit ich irgendwie wieder einen Anfang finde. Habe also heute schon Pranayama gemacht und werde jetzt gleich die ersten 5 Minuten Atem-Konzentration üben.
    Vielen Dank und Namasté ihr Lieben

  2. Yoga täglich üben,Ja das geht.
    Zugegeben,anfangs viel mir das auch nicht leicht und tausend Ausreden hinderten mich daran Yoga zumachen.
    Aber so langsam funktionierte es doch.
    Anfangs nur mal einen , naja vielleicht auch zwei Sonnengrüsse.
    Allmählich kamen Asanas dazu.
    Inzwischen übe ich (fast) täglich und merke wie gut mir das körperlich und seelisch tut.
    Mitunter fällt es mir schwer,mich auf die Yogamatte zu begeben.
    Aber sitze ich mal darauf ist mir die halbe Stunde manchmal zu schnell vorbei.
    Einmal die Woche gehe ich in einen Yogakurs, Sonntags übe ich zu Hause eine Stunde.
    Was soll ich sagen,mir geht es gut.
    Zuletzt möchte ich noch Sukadev für seine wunderbaren Trainingsvideos danken.
    Ohne diese,da bin ich mir ganz sicher,hätte ich es nicht geschafft täglich Yoga zu machen,denn ich brauche jemanden der mich anleitet.
    Einfach nur hinstellen und sich verbiegen,das klappt bei mir nicht.
    Danke Sukadev und Namaste‘

  3. Guten Morgen,
    vielen Dank für den Satz mit dem Laufen lernen. Ich habe ihn oft benutzt, als ich noch Lehrerin war und Eltern damit überzeugen konnte, dass Kinder Fehler machen dürfen nicht sofort z.B. die Rechtschreibung beherrschen.
    Auf mich selbst habe ich ihn nie angewendet. Danke fürs „Anstupsen“.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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