08 Sadhana Chatushthaya – Spirituelle Eigenschaften für Gelassenheit

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Entwicklung von Gelassenheit durch tiefe spirituelle Eigenschaften. Teil 8 der Podcastreihe “Der Königsweg zur Gelassenheit” mit Sukadev Bretz. Der Yoga Meister Shankaracharya machte das Konzept von Sadhana Chatushtaya um 800 n.Chr. populär. Er sagte, dass ein Aspirant diese Eigenschaften entwickeln solle, um vom Jnana Yoga Weg, des Wegs der Erkenntnis (Vedanta), zu profitieren.

Sukadev zeigt dir, wie diese 4 Eigenschaften dir auch helfen können, Gelassenheit zu entwickeln.

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8. Teil dieser Podcast-Serie. Die vier Eigenschaften eines Suchenden. Sadhana Chatushthaya. Das letzte Mal hatte ich einiges erzählt über Shatsampat – auch Sadhana Shartanam oder auch Sada Shartakam. Die 6 edlen Tugenden der Gelassenheit und die 6 Schritte zur Gelassenheit. Die 6 Schritte zur Gelassenheit, gehören zu den vier Eigenschaften eines Schülers, Sadhana Chatushthaya, die Shankarachaya, der große Vedantameister um 800 nach Christus erwähnt. Die vier Eigenschaften sind

  • Viveka – Unterscheidungskraft
  • Vairagya – Nicht anhaften, loslassen
  • Shatsampat– die sechs edlen Tugenden des Gleichmuts und der Gelassenheit
  • Mumukshutva, intensives Verlangen nach der Wahrheit.

Es ist klar, dass man, wenn man diese Eigenschaften in sich entwickelt hat, natürlich auch Gelassenheit hat. Gut, Gelassenheit gehört selbst dazu.

Viveka ist die Unterscheidungskraft. Und Shankaracharya unterscheidet verschiedene Unterscheidungen nämlich

  1. Sat-Asat Viveka – die Unterscheidung zwischen dem Wirklichen und dem Unwirklichen.
  2. Atma-Anatma Viveka ist die Unterscheidung zwischen dem Selbst und dem Nicht-Selbst. Selbst, wer bin ich und nicht Selbst, wer bin ich nicht. Diese Frage ist etwas, was ich später, wenn ich über Jnana Yoga spreche, noch mehr untersuchen werde. Wenn Du dich aber fragst, wer bin ich und wovon hänge ich wirklich ab, kannst Du vieles in die richtige Perspektive setzen. Wenn Du weißt, ich bin Bewusstsein, dann wirst Du dich nicht zu sehr aufregen über andere Dinge. Wenn Du dich mit deinem Körper identifizierst, natürlich wirst Du dann alle möglichen Probleme haben, wenn der Körper Probleme hat. Wenn Du aber weißt, ich bin nicht der Körper, ich bin unsterbliches, unendliches Bewusstsein, dann wirst Du dich weder zu sehr darüber aufregen, wenn etwas mit dem Körper passiert, noch, wenn etwas mit der Psyche passiert.
  3. Das dritte ist Ananda-Dukha Viveka – oder auch Ananda Sukha Viveka – die Unterscheidung zwischen wahrer Freude und Leiden oder wahrer Freude und Vergnügen. Vergnügen kommt und Vergnügen geht. Aber tief im Inneren- Ananda bleibt.
  4. Schließlich Nitya Anitya Viveka – die Unterscheidung zwischen dem Ewigen und dem Vergänglichen. Das, was vergänglich ist, ändert sich, das was ewig ist, ändert sich nicht. Wenn Du erkennst, dass etwas nicht ewig ist, sich ständig verändert, kannst du die Veränderungen akzeptieren. Viele Menschen regen sich auf, wenn etwas, das da war, plötzlich verschwindet. Nitya Anitya Viveka ist ja etwas ganz entscheidendes. Zu erkennen, Dinge kommen, Dinge gehen, das ist der Lauf der Welt, daraus resultiert letztendlich Vairagya.

 

Vairagya heißt Nichtanhaften, loslassen, Verhaftungslosigkeit, Entsagen. Vairagya heisst auch Nicht-Wünschen. Indem Du die Dinge so annimmst, wie sie kommen, kannst du gelassen sein. Indem Du siehst, dass Du von Deinen Wünschen loslassen kannst, kannst Du alles akzeptieren. Indem Du erkennst, dass die Dinge vergänglich sind, kannst Du gelassen bleiben, wenn Du merkst, sie sind tatsächlich vergänglich. So ist Vairagya eine zweite wichtige Eigenschaft. Über Shatsampat, die 6 edlen Tugenden hatte ich schon gesprochen. Die vierte Eigenschaft für einen Aspiranten ist Mumukshutva, intensives Verlangen nach der Wahrheit. Die tiefe Überzeugung, dass es eine tiefe Wirklichkeit gibt und dass diese höhere Wirklichkeit auch erfahrbar ist, und der Wunsch, diese auch tatsächlich zu erfahren. Mumukshutva setzt alles andere in die angemessene Perspektive. Wenn Du den tiefen Wunsch hast, ja ich will das Höchste erfahren, nimmst Du vieles andere in Kauf und vieles andere spielt nicht die ganz große Rolle.

Es ist so ähnlich, wie wenn du wirklich einen Berg besteigen willst. Dann stört es dich jetzt nicht so, dass Bäume auf dem Weg vor