112 Verzichte auf Fleisch – für Gesundheit, Ethik, Ökologie und Ruhe des Geistes

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Fleisch wird nicht produziert. Fleisch kommt vom Verzehr von fühlenden Lebewesen. Fleischkonsum kann zu Reizbarkeit, Ängsten, Depression führen, und zwar über zwei Hauptmechanismen: (1) Tiere leiden, haben Ängste, schütten Stresshormone aus, die Schwingung ihrer Emotionen sind im Fleisch: Bei der Massentierhaltung am schlimmsten – aber auch die Tiere aus artgerechter Tierhaltung haben auf dem Weg zur Schlachtbank große Ängste. Der Mensch nimmt das alles auf. (2) Intuitiv weiß der Mensch, dass das Töten von Tieren nicht richtig ist: Auf einer unterbewussten Ebene beeinflusst das den Menschen: Stelle dir vor, du siehst einen Hasen, der verletzt am Boden liegt. Welche Gedanken kommen dir? Stell dir vor, du siehst eine Kuh im Stall: Welche Gedanken kommen dir? Das ist anders bei Katzen: Wenn sie eine Maus sieht… Auf unterbewusste Weise musst du gegen deine Natur gehen, um ein Tier zu verzehren. Daneben: Fleisch ist ungesund – Bluthochdruck, Arteriosklerose, Kopfweh, Krebsanfälligkeit, Hautkrankheiten, Allergien, Rheuma etc. können die Folgen sein. Auch diese Krankheiten stellen die Gelassenheit immer wieder auf die Probe… Für Fleischkonsum braucht man die 5-10-fache Anbaufläche um den Eiweiß- und Kalorienbedarf zu decken als durch pflanzliche Kost. Mithin könnten alle ökologischen Probleme der Erde durch vegane Kost gelöst werden: * Der Planet könnte, ohne Fleischkonsum, doppelt so viele Menschen ernähren wie heute – niemand bräuchte an Hunger zu sterben. * Bei der jetzigen Bevölkerung bliebe genügend Anbaufläche für Biotreibstoffe, Biogas etc. zur Verfügung – sodass die Treibhausgase erheblich reduziert würden. * Die Massentierhaltung führt zu Treibhausgasen – vermutlich stehen bis zu 51% der Treibhausgase mit der Produktion tierischer Produkte in Zusammenhang. Die ökologisch wirkungsvollste Entscheidung ist, sich vegan zu ernähren. Da dies die meisten Menschen unbewusst mitbekommen haben, führt Fleischkonsum auch über den Mechanismus der Bewusstheit des unethischen Verhaltens zu psychischer Belastung auf unterbewusste Ebene.

112. Folge des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast von und mit Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya.

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Ernährung für Gelassenheit. Ich spreche gerade über Nahrungsmittel, die man besser meidet. Heute: Fleisch.  Ja, ich bin Vegetarier, ich bin sogar Veganer, und ich will es nicht verhehlen, ich würde dich gern dazu inspirieren, auch Vegetarier, Veganer zu werden und kein Fleisch zu essen. Gleich von Anfang an. Wenn du jetzt abschalten willst, kannst du das ja machen. Aber das, was du isst, hat auch einen Einfluss, wie du dich fühlst und der Mensch ist ein mitfühlendes Wesen. Und er fühlt nicht nur mit mit anderen Menschen, er fühlt auch mit mit anderen Tieren. Fleisch wird ja nicht produziert. Fleisch kommt vom Verzehr von getöteten,  fühlenden Lebewesen. Fleischkonsum kann zu Reizbarkeit, Ängsten, Depressionen führen, und das kann sogar als empirisch gesichert gelten. Ich hatte schon mehrmals erwähnt, es gab diese eine Studie in England, die gezeigt hat, dass die Hälfte der Kinder mit ADS, ADHS Syndrom von ihren Symptomen geheilt wurden, wenn die Kinder auf Zucker und Fleisch verzichtet haben, oder mindestens Zucker- und Fleischkonsum erheblich eingeschränkt haben.

Wie führt jetzt Fleischkonsum zu Reizbarkeit, Ängsten, Depressionen? Zwei Mechanismen, der eine ist: Tiere leiden, haben Ängste, schütten Stresshormone aus, die Schwingung ihrer Emotionen sind im Fleisch: Bei der Massentierhaltung ist es am schlimmsten. Die Tiere leiden von Geburt bis zum Tod und sie werden außerdem oft mit Hormonen gefüttert. Aber  auch die Tiere aus artgerechter Tierhaltung haben auf dem Weg zur Schlachtbank große Ängste. Tiere aus artgerechter Tierhaltung müssen Tiertransporte über sich ergehen lassen und gerade Tiere aus artgerechter Tierhaltung mögen das gar nicht. Und wenn sie dann in die Metzgerei, ins Schlachthaus hinkommen, dann riechen sie das ja. Sie wissen, was auf sie zukommt.  Sie müssen hineingeschoben, gedrückt, geschlagen oder mit Elektroschocks dort hin gebracht werden. Und gar nicht mal wenige Tiere sind noch nicht mal tot, wenn sie aufgeschlitzt werden. Also Tiere haben unendliche Ängste, bevor sie getötet werden.     Der Mensch nimmt das alles auf. Aus guten Gründen verschwinden die Schlachthäuser heutzutage aus den Großstädten, den Innenstädten, wo sie früher waren. Wenn Menschen das erleben würden, mit welchem Leid die Tiere getötet werden, würden sehr viele Menschen zu Vegetariern werden.

Du nimmst also diese Emotionen der Tiere auf, diese Ängste und –  ja – diesen Stress auf, wenn du Fleisch isst und  zweitens: weißt du ja auch, dass das Töten von Tieren nicht richtig ist: Auf einer unterbewussten Ebene weißt du das sehr wohl. Stelle dir vor, du siehst einen Hasen, der verletzt am Boden liegt. Welche Gedanken kommen dir? So wie du den verletzten Hasen siehst, denkst du sofort daran, ihn in die Hand zu nehmen, sein Fell von seinem Körper zu reißen, reinzubeißen und das Blut auszusaugen? Ist das der erste Gedanke, den du hast? Das ist bei einer Katze anders. Die Katze hat natürliche Tötungsinstinkte. Stelle dir vor, du hast eine Katze, selbst wenn du sie vegan ernährt hast – was übrigens auch möglich ist, auch gesund möglich ist – stell dir vor, diese Katze sieht eine verletzte, fiepende Maus  vor sich? Was wird die Katze machen? Sie wird hinrennen und sie beißen und fressen.

Stell dir vor, du siehst eine Kuh im Stall: Welche Gedanken kommen dir? Sie zu erwürgen und anschließend mit deinen Fingern das Fell runterzureißen, um deine Zähne in das Fleisch hineinzuhauen? Nein, natürlich nicht. Aber angenommen, du hast ein –  selbst wenn du hungrig bist – angenommen du hast fünf Tage nichts gegessen, und du siehst eine Kuh vor dir? Würdst du sie als erstes einfach erwürgen und mit deinen Händen irgendwo das Fell runterreißen? Unterbewusst weißt du, bewusst, unterbewusst weißt du: würdest du nicht machen. Aber stell dir vor, ein Tiger ist hungrig und er sieht eine Kuh vor sich: er wird sie natürlich töten und nichts dabei denken. Der Mensch hat einen natürlichen, eine natürliche Tötungshemmung und die muss durch Erziehung letztlich überwunden werden. Gut, Menschen können auch einen Tötungsinstinkt haben, wenn der erweckt wird. Nichtsdestotrotz, normalerweise wenn du Tiere siehst, denkst du nicht daran, sie zu umzubringen. Und intuitiv weißt du, dass das, was auf deinem Tisch ist, wie es produziert ist. Wenn du vor dir ein Stück Fleisch siehst, dann merkst du das.  Nicht umsonst wollen Menschen heute nicht mehr ganze Schweine verkosten. Und es werden immer mehr, die bearbeiteten Formen von Fleisch auf den Tisch kommen. Und roh – also roh – angenommen du würdest einen Hasen vor dir sehen, der einfach nur gehäutet ist und roh ist – würdest du den essen wollen? Ich bin jetzt heute recht sehr brutal, aber das ist, darum geht es letztlich.  Du könntest dir nicht vorstellen, einen gehäuteten Hasen, der vor dir auf dem Tisch liegt, einfach abzuknabbern und dann das rohe Fleisch zu verzehren.  Eventuell könntest du das, wenn das als Tatar vor dir ist, also durch den Fleischwolf gegeben und das Ganze ist eine rote Sauce – und noch mit Zwiebeln und so weiter im Geschmack verändert – aber wenn du den Hasen noch erkennen kannst, würdest du ihn nicht roh verzehren. Unterbewusst strebt sich alles dagegen, das zu machen. Wenn du bis hier hin meinem Podcast gefolgt bist, fühlst du dich hoffentlich nicht – nicht hoffentlich – aber ich kann mir vorstellen, wie es dir dabei gehst. Und weshalb vermutlich eine Reihe diesen Podcast längst abgeschaltet hat. Aber wenn du noch bisher hörst, dann weißt du, auf unterbewusste Weise musst du gegen deine eigene Natur gehen, um ein Tier zu verzehren. Und das belastet dich. Das führt auch zu inneren Konflikten, das führt zu Ängsten, das führt zu Ärger, das führt zu Niedergeschlagenheit. Und was du vermutlich auch weißt: Fleisch ist ungesund – Bluthochdruck, Arteriosklerose, Kopfweh, Krebsanfälligkeit, Hautkrankheiten, Allergien, Rheuma können die Folgen sein. Inzwischen gibt es so viele Hunderte, wahrscheinlich sogar Tausende von Studien, die zeigen, dass Fleischkonsum krank macht. Allein die Entscheidung, auf Fleisch zu verzichten,  erhöht dein gesundes Leben um vermutlich vier bis sechs Jahre. So kannst du allein durch Verzicht auf Fleisch sehr viel gesünder leben. Und natürlich auch Krankheiten stellen die Gelassenheit immer wieder auf die Probe. Wenn du gesund bist und schmerzfreier bist, kein Kopfweh hast, weniger Allergien hast, weniger Asthma und Rheuma, fällt es leichter, gelassen zu sein.

Ein weiterer Gesichtspunkt: Für Fleischkonsum braucht man die 5-10-fache Anbaufläche, um den Eiweiß- und Kalorienbedarf zu decken als durch pflanzliche Kost. Denn die Tiere werden ja ernährt von Getreide- und Hülsenfrüchte. Denn ein großer Teil der Anbaufläche wird heutzutage genutzt, um Tiernahrung herzustellen. Die Tiere werden dann getötet und der Mensch isst dieses Fleisch. Mithin könnten könnten alle wichtigen, ökologischen Probleme der Erde durch vegane Kost gelöst werden. Die Klimakatastrophe, die Umweltverschmutung ist eigentlich gar nicht so kompliziert. Wenn alle Menschen Veganer werden würden, dann wären die Probleme mindestens der nächsten zwanzig bis dreißig Jahre gelöst. Der Planet könnte, ohne Fleischkonsum, doppelt so viele Menschen ernähren wie heute. Niemand bräuchte an Hunger zu sterben. Bei der jetzigen Bevölkerung bliebe genügend Anbaufläche für Biotreibstoffe, Biogas und so weiter zur Verfügung, sodass die Treibhausgase erheblich reduziert würden. Es würden also auch keine Bauern arbeitslos werden, nur weil man auf Fleisch verzichten würde. Sie müssten umstellen. Sie würden teilweise weit vielleicht mehr Gemüse anbauen, sie würden vielleicht den Getreideanbau weiter vorantreiben und sie wären gleichzeitig Energiebauern. Man bräuchte als jemand, der Biogasanlagen betreibt, oder der Biosprit in den Tank gibt, kein schlechtes  Gewissen zu haben, was vielleicht Nahrung für Menschen von der „Dritten Welt“ weggenommen wird.  Wenn es keinen Fleischkonsum mehr gäbe, gäbe es auch bei dreißig Prozent größerer Bevölkerung auf diesem Planeten genügend Nahrung für alle und genügend Biokraftstoffe, das man nahezu CO-frei Strom erzeugen könnte.

Dritter Punkt ist: Die Massentierhaltung führt zu Treibhausgasen. Die Methangase aus Kuhmagen, die gerade in der Massentierhaltung entstehen, tragen zu einem großen Prozentsatz zu den Klimagasen bei, zu den Treibhausgasen bei. Man könnte alles zusammengefasst sagen, dass über 50% aller Treibhausgase mit der Produktion tierischer Produkte in Zusammenhang steht und die restliche Hälfte könnte durch Biokraftstoffe weitestgehend oder vollständig ausgeglichen werden, wenn man zusätzlich auf die anderen, natürlichen Energieherstellungen zurückgreift, wie eben Windkraft und Sonne.

Die ökologisch wirkungsvollste Entscheidung ist, sich vegan zu ernähren. Da dies die meisten Menschen  unbewusst mit bekommen haben, führt Fleischkonsum auch auch über den Mechanismus der Bewusstheit des unethischen Verhaltens zu einem schlechten Gewissen und damit zu  psychischer Belastung auf unterbewusster Ebene. Wenn du anfängst, dich vegan zu ernähren, hast du ein gesünderes Selbstwertgefühl. Du hast nicht ein unterbewusstes, schlechtes Gewissen  –  und so hilft auch das dir für die Ruhe des Geistes. Übrigens: ich habe jetzt viel über Fleisch gesprochen. Bei Fisch gibt es auch kaum einen Unterschied. Fische spüren Schmerzen genauso wie auch die Kühe und wie Hühner und wie Schweine, wie Wild und Hase. Nur sie können nicht schreien.   Aber wenn du dich gesund ernähren willst, wenn du dich ökologisch ernähren willst, wenn dir mitfühlendes Leben wichtig ist, wenn dir Respekt vor anderen Lebewesen wichtig ist, führt das ganz natürlich dazu, dass du auch kein Fisch mehr konsumierst.

So, das war eine ganze Menge und wenn du bis hierher noch zugehört  hast, dann kannst du überlegen – gut, vielleicht bist du sowieso vegan – dann kannst du dich bestätigt fühlen, hast vielleicht einige neue Argumente bekommen, die du gebrauchen kannst. Ansonsten werde dir nochmals bewusst: Was isst du so ganz selbstverständlich? Werde dir bewusst, wenn du das nächste Mal Huhn auf dem Tisch hast, angenommen du hättest ein lebendiges Huhn vor deinem Tisch, würdest du ihm mit deinen bloßen Händen die Gurgel rumdrehen, die Federn rausziehen und es dann essen? Wenn du das nicht kannst, dann lass es. Natürlich, bevor du sagst: ist mir alles zu kompliziert, ist es immerhin schon gut, wenn du deinen Fleischkonsum reduzierst. Etwas weniger Fleisch zu essen führt schon zu etwas weniger Leid und zu einem etwas besserem Gewissen und zu einer etwas besseren Ökobilanz. Jedes Stück Fleisch, jedes Schnitzel, das nicht verzehrt wurde, reduziert Leiden auf dieser Welt.

Überlege bis zum nächsten Mal, ob du in deiner Ernährung etwas umstellen kannst. Bis zum nächsten Mal – ach ja, und wenn du mehr wissen willst über Ernährung, dann schaue auf www.yoga-vidya.de – dort gib oben rechts in den Suchschlitz ein: Ernährung – und du findest eine Menge von Informationen auch positive Aspekte von Ernährung, was du auch Gutes machen kannst. Natürlich, in diesem Podcast werde ich jetzt erstmal fortfahren über Nahrungsmittel, die du besser nicht konsumieren solltest, aber ich werde dann auch sprechen über Nahrungsmittel, die du konsumieren kannst. Vielleicht auch etwas, wenn dir Fleischkonsum sehr am Herzen liegt, dann geh dich mal in einen Naturkostladen und schaue dort nach, was es an Fleischersatzprodukten gibt. Es  gibt heute durchaus vegane Schnitzel, es gibt veganes Ravioli, es gibt alle möglichen Fleischersatzprodukte.  Viele Vegetarier und Veganer mögen auch diese nicht. Denn wenn du eine Weile kein Fleisch mehr gegessen hast, verschwindet auch der Geschmack an Fleisch relativ gründlich. Aber falls du dir nicht vorstellen kannst, auf Dauer auf Fleisch zu verzichten, kann es dir helfen, mal zu schmecken und festzustellen: Ja, es gibt Veganeralternativen. Und noch etwas: wenn du eine Weile kein Fleisch mehr gegessen hast, dann schmeckst du den Unterschied nicht mehr. Viele Fleischesser sagen: „Ja, vegane Schnitzel, ganz schön und gut, aber das schmeckt schon anders, als ein richtiges Schnitzel.“ Es gilt auch, dass du das mal ausprobierst, das du mal verschiedene Schnitzelsorten, vegane Schnitzelsorten, ausprobierst.  Wahrscheinlich wirst du schon etwas feststellen, was dir gut schmeckt. Aber wenn du eine Weile kein Fleisch mehr isst, hast du den Geschmack des Fleisches etwas vergessen und dann werden dir, wenn du wirklich den Fleischgeschmack weiter haben willst,  die veganen Alternativen deine Sinne ausreichend befriedigen. Du musst niemanden dafür umbringen lassen – und Fleischessen heißt, jemanden dafür umbringen lassen – du musst niemanden dafür umbringen lassen, damit du deinen – damit du gut und schön isst, damit es dir schmeckt und damit du dich wohlfühlst beim Essen. Om Shanti. Shanti heißt Frieden.

 

 

1 Kommentar zu “112 Verzichte auf Fleisch – für Gesundheit, Ethik, Ökologie und Ruhe des Geistes

  1. I like this page. I do meditation daily without break.

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