Die yogische Chakrenlehre – Techniken zur Öffnung der Chakren

Patañjali I.14 „Die Übung bekommt ein festes Fundament, wenn sie lange Zeit ohne Unterbrechung und mit aufrichtiger Hingabe ausgeführt wird.“

Voraussetzung zur Öffnung

Die Leitfähigkeit der Energiekanäle (Nadis) muss verbessert werden und diese müssen gestärkt werden, wenn sich der Energiefluss durch spirituelle Praktiken verstärkt. Um die Energien besser fließen zu lassen, Dich nicht zu schwächen und um negative Reinigungserfahrungen zu vermeiden solltest Du keinen Alkohol trinken, nicht rauchen und Dich gesund ernähren. Eine allgemeine emotionale Festigkeit, intellektuelle Klarheit und Erdung sind auch wichtig. Fundamental sind in jedem Fall eine gemäßigte Lebensführung und ethische Verhaltensregeln. Patañjali beschreibt die Yamas (Regeln für Umgang mit anderen) und Nyamas (Regeln für den Umgang mit sich selbst) als Grundlage der spirituellen Entwicklung.

Letztlich sind die Yoga-Techniken ein großer Reinigungsprozess von Körper und Geist. Um Reinigung schnell, effektiv und auf allen Ebenen zu erfahren bietet sich der Weg der Verbindung aller Yoga-Arten an: der integrale Yoga. Der integrale Yoga beinhaltet Jnana Yoga, um intellektuell zu Deinem Selbst vorzustoßen, Raja Yoga, um den Geist zu beherrschen, Karma Yoga, um selbstlos und verhaftungslos zu werden, Bhakti Yoga, um sich einer höheren Wirklichkeit zu öffnen und Hingabe und Demut zu entwickeln, Hatha Yoga, um stark und feiner zu werden und Kundalini Yoga, um Energien zu erwecken und zu lenken.

Hinweise für die Anwendung

„… Das sollte direkt von einem Guru (Lehrer) gelernt werden. Selbst wenn man Millionen von Shastren (Schriften) theoretisch durcharbeitet, wird kein Licht darauf geworfen“ (Hatha Yoga Pradipika III. 78).

Die folgenden Techniken sollten nicht ohne Anleitung allein ausgeführt werden. Es kann zu Erweckungserfahrungen oder Blockaden (Granthis) kommen, bei denen Du bei einem geschulten Lehrer oder in einem Ort in dem Menschen sich damit beschäftigen am besten aufgehoben bist. Granthis sind Blockaden zwischen den Ebenen und können oberhalb des jeweiligen Chakras lokalisiert werden. Es gibt Brahma Granthi (Muladhara Chakra), Vishnu Granthi (Anahata Chakra) und Rudra Granthi (Ajna Chakra).

Über kurz oder lang werden sich auch bei Dir spirituelle Erfahrungen einstellen und bei solchen ist ein kompetenter Ansprechpartner notwendig. Alle Chakras sollten zur Blüte gebracht werden; doch häufig ist es sinnvoll mit dem darunterliegenden Chakra zu arbeiten, weil vielleicht ein Energiefluss von unten nach oben blockiert ist.

Die Basis muss stimmen. Man sollte sich gut um seinen Körper, um Verwurzelung, Erdung und Standfestigkeit (Muladhara Chakra) kümmern. Das eröffnet neue Möglichkeiten für die bewusste Auseinandersetzung mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen (Swadhistana Chakra, Manipura Chakra) und man kann bewusst auf die Bedürfnisse anderer eingehen (Anahata Chakra) und ihnen durch liebevolle Kommunikation (Vishudda Chakra) helfen. Wer sein Herz geöffnet hat und dieses durch wohlwollende Taten in der Welt zeigt, dem ist der Weg zur tiefen Intuition (Ajna Chakra) und zum Kosmischen (Sahasrara Chakra) geebnet.

Die Grundlage eines mächtig-erblüten Baumriesen sind seine starken und tiefen Wurzeln.

Techniken

Pranayama (Atemübungen, Lenkung der Lebensenergien) steht an vierter Stelle in Patañjali’s 8-fachen Pfad und gilt als Schlüsseltechnik, um an den Energien zu arbeiten. Es gibt vorbereitende, reinigende, energieerweckende, kühlende und harmonisierende Atemübungen, die mit Hilfe von Energieverschlüssen (Bandhas) zu intensiven Erfahrungen führen können. Die Bandhas müssen gekonnt mit Hilfe der Muskulatur gesetzt werden, damit sie Energieabfluss verhindern und Energie in die Chakras lenken. Die drei Hauptbandhas sind Mula Bandha (Beckenbodenverschluss), Uddyana Bandha (Zwerchfell zieht nach innen & oben) und Jalandhara Bandha (Kehlkopfverschluss).

Eine weitere Technik, die auf Deine Energien einwirkt ist die universale Sprache der Musik. Diese verändert die Stimmung und wirkt direkt auf Deinen Energiekörper ein. Mantras sind mystische Energien, die von einer Klangstruktur umschlossen sind und die Deinen Körper, Deine Lebensenergie, Deine Emotionen, Deine Gedanken und Deinen Intellekt transformieren (Nada Yoga). Weiterhin öffnen sie das Herz und bringen Energien zum fließen. Für die Chakras sind insbesondere die Bija-Mantras essentiell. Mit diesen Mantras speziell für die Chakras kannst Du ganz spezifisch, genau und systematisch konkrete Chakras und deren Blütenblätter ansprechen und öffnen.

Weiterhin haben die Chakras eine jeweilige Farbe, Gestalt und Symbol und so kannst Du mit Hilfe von Yantra Yoga (Yoga der Bilder, Farben und Formen; Teil des Kundalini Yoga) besonders effektiv an den Chakras arbeiten. Außerdem kannst Du über die Wahrnehmung der Yantren Bewusstsein in das jeweilige Chakra bringen und sie so energetisieren.

Mit sogenannten Kriyas (Techniken zur Unterstützung der körperlichen Reinigung) kannst Du vor allem Deinen physischen Körper rein und stark machen, so dass auch Deine Energiekanäle stärker werden und Energien ohne Blockaden fließen können. Der Prozess der Energieerweckung verläuft dann harmonisch.

Die Konzentration auf die einzelnen Chakras während des Sonnengrußes oder während der Asanas (Körperübungen) aktiviert die Chakras ebenso. Vielen ist bekannt, dass Aufmerksamkeit Energie lenkt; dieses Gesetz kann man sich auch hier zunutze machen und einen Energiekreislauf entlang der Chakras symbolisieren. Weiterhin hat jedes Chakras Eigenschaften eines Tieres und wird durch ein solches symbolisiert. Man kann sich auf diese Eigenschaften konzentrieren und so das entsprechende Chakra aktivieren. Die Grundlage, um Körper und Geist zu harmonisieren und zu stärken ist letztendlich Hatha Yoga, der körperorientierte Yoga. Asanas reinigen Deine Nadis, Deine Chakras, Deinen physischen Körper, beseitigen Tamas (Trägheit) und harmonisieren Deine Gefühlsebene und Deinen Geist. Wie gesagt, können Energien besonders gut in einem gereinigten und gestärkten System fließen. Anzeichen für gereinigte Nadis ist die Ausstrahlung; im Besonderen die strahlenden Augen.

„Wenn die Nadis gereinigt sind, sind die dadurch bedingten Zeichen wahrnehmbar, d.h. der Körper wird schlank und hell“ (Hatha Yoga Pradipika II.19).

Anleitung der Wechselatmung: einer reinigenden und harmonisierenden Atemübung

Sitze in einer aufrechten Sitzposition und bringe den linken Daumen und linken Zeigefinger zusammen und lege die linke Hand sanft auf den linken Oberschenkel ab. Klappe den rechten Mittel- und rechten Zeigefinger ein und hebe die rechte Hand zur Nase. Verschließe mit dem rechten Daumen, dass rechte Nasenloch und atme links ein. Verschließe die Nasenlöcher mit dem rechten Daumen (rechtes Nasenloch) und dem rechten Ringfinger (linkes Nasenloch). Öffne rechts und atme aus. Atme nun wieder rechts ein und verschließe abermals; atme dann links aus und wiederhole den Vorgang einige Male in Deinem eigenen Atemrhythmus oder wähle das Verhältnis 1:4:2. Beispiel: Atme links zügig 4 Sekunden ein, halte den Atem für 16 Sekunden und atme rechts langsam und gleichmäßig 8 Sekunden lang aus. Dann atme rechts wieder 4 Sekunden lang ein usw.

 

Die Wechselatmung hilft, zur inneren Ruhe und Kraft zu finden. Emotionelle Ungleichgewichte werden umgewandelt in das ruhige Gefühl der Stärke und Kraft.

Achte darauf, dass Deine Schultern (vor allem die rechte) entspannt sind, Deine Rücken gerade ist und der Kopf gerade bleibt. Die Wechselatmung erhöht die Vitalkapazität, ist effektiv gegen Atemwegserkrankungen wie Asthma, harmonisiert beide Gehirnhälften miteinander, beruhigt und wird wegen ihrer großartigen reinigenden Wirkung auch Nadi Sodhana (Reinigung der Nadis genannt).

 Seminare rund um das Thema „Chakra“

Ausführliche Infos zu Chakras auf dem Yoga Vidya Chakra-Portal

 

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