Was macht gute Yogalehrer aus? Teil 1: Practise what you teach

Yogalehrer

Muss ich als Yogalehrerin einen Handstand können? Was macht gute Yogalehrer aus? Das ist eine Frage, die oft in der Yoga Vidya Yogalehrerausbildung gestellt wird. Antworten dazu geben wir mithilfe der Unterrichtsprinzipen von Yoga Vidya.

Prinzip 6 lehrt uns, Instrument zu sein und einen guten Mittelweg zwischen eigener Praxis und Demut zu finden. So ist der Lehrer auch immer ein Schüler.

Viele können keinen Kopfstand und bei fortgeschritteneren Asanas wie Handstand, Spagat oder Taube müssen die meisten passen. Wäre das Beherrschen dieser Positionen der Indikator für gute Yogalehrer, hätten wir nur sehr wenige davon. Zum Glück geht es im Yoga um etwas anderes. Nämlich darum, dass die Schüler in der Yogastunde die Erfahrung von Einheit und tiefer Harmonie machen.

Gute Yogalehrer unterrichten das genaue Spüren

Um ihnen das zu ermöglichen, müssen gute Yogalehrerinnen aufmerksam sein und sensibel für die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Der Yogalehrer muss einen Raum schaffen, in dem sich die Schüler aufgehoben fühlen, loslassen und entspannen können.

Es geht darum zu erkennen, was die Schüler, die jetzt gerade vor Dir stehen, brauchen. Dies kann von Woche zu Woche unterschiedlich sein, obwohl es dieselben Menschen sind. Deshalb sollten Yogalehrerinnen immer wach sein und ein gutes Einfühlungsvermögen haben.

Es ist viel wichtiger, die Schüler immer wieder zum genauen Spüren, achtsamen Atmen und zu einem liebevollen Umgang mit ihrem Körper zu ermutigen, als abgefahrene Asanas mit ihnen zu praktizieren.

Gute Yogalehrer üben beständig

Kobra für Durchsetzungskraft
Die Kobra erinnert uns daran beständig zu praktizieren und sich Mühe zu geben…

Dennoch sollten die körperlichen Grenzen des Yogalehrers keine Beschränkung für den Yogaunterricht darstellen. Das bedeutet, dass auch Asanas unterrichtet werden können, die der/die Yogalehrer/in selbst nicht beherrscht, wenn dies im Sinne der Schüler ist.

Um dies zu tun, zu können, ist es wichtig, dass Du diese Stellungen selbst übst. Denn nur so weißt Du, auf was es bei den Asanas ankommt und wie Du sie vermitteln kannst. Gleichzeitig kennst Du durch Deine eigene Praxis entsprechende Vorübungen und bist mit dem Einsatz von Hilfsmitteln vertraut. So kannst Du Deine Schüler auf dem Weg in das Asana begleiten.

Vom Ehrgeiz ablassen

Ob Du selbst bis in die Endstellung kommst, spielt dabei keine große Rolle. Natürlich ist es wichtig, weiter dranzubleiben, aber auch Yogalehrerinnen sollten liebevoll und achtsam mit ihrem Körper umgehen und sich nicht in Stellungen zwängen, für die ihr Körper noch nicht bereit ist.

Wie weiter oben schon gesagt: Im Yoga geht es nicht darum, eine bestimmte Körperhaltung zu erreichen, sondern um die innere Haltung. Es geht darum Ego, Ziele und Ehrgeiz loszulassen und zu üben, um des Übens willen. Hatha Yoga dient nicht zuletzt dazu, Körper, Geist und Seele in einem Zustand von Harmonie und Einheit gegründet zu wissen.

Gute Yogalehrer üben ihre Praxis in Demut

Vorwärtsbeuge
…und die Vorwärtsbeuge daran, mehr Geduld, Hingabe und Demut zu kultivieren

Das ist demütiges Üben. Eine Praxis, die achtsam ist, im Atemfluss und mit vollstem Respekt vor dem eigenen Körper. Im Vertrauen, dass immer das Richtige geschieht. Es ist eine Gnade, die kommt oder auch nicht.

Aber während Du das ein oder andere Mal ambitioniert Yogapositionen übst, wirst Du viel über Deinen Körper und das Asana erfahren, sodass Du Deinen Schülern wertvolle Tipps eben kannst. Deswegen halte ich das letzte der Yoga Vidya Unterrichtsprinzipien für das allerwichtigste:

Teach what you practise, practise what you teach.“

Dadurch entsteht Authentizität und es beinhaltet, dass eine Yogalehrerin immer auch Schülerin ist. Wenn Du selbst praktizierst, wirst Du automatisch klar, wach und einfühlsam. Du wirst die Verbundenheit mit den Meistern spüren und ihre Energie wird durch Deine Yogastunden fließen und Dich und Deine Schüler tragen. Om Shanti

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Die Autorin

Seminarleiterbild Gauri Daniela Reich 2021

Yogalehrerin (BYV), Ayurveda Gesundheitsberaterin (BYVG), Vegane Ernährungsberaterin, ausgebildet in Yoga Personal Training, Vinyasa Sequenzing, Thai Yoga Massage und Yin Yoga, Lehrerin für Prävention und Gesundheitsförderung (BSA), Fitnesstrainer B-Lizenz, Cardiofitness- und Entspannungstrainerin, Diplom Betriebswirtin (BA).

“Yoga hat mein Leben von Grund auf verändert. Dank der ganzheitlichen Yogapraxis hat mein Leben heute einen Sinn. Ich bin zufriedener, gesünder, umgänglicher und habe erfüllendere Beziehungen. Dieses Glück steht allen Menschen zu und ich sehe es als meine selbstverständliche Pflicht, dieses Wissen mit anderen zu teilen.” Seit Gauri 2011 ihren Yogaweg begann, widmet sie ihr Leben voll und ganz dem Yoga.


7 Kommentare zu “Was macht gute Yogalehrer aus? Teil 1: Practise what you teach

  1. Was mir irgendwie im Beitrag fehlt: Die Verantwortung des Yogalehrers für seine Schüler. Aktuell noch wichtiger geworden.

  2. Yoga ist wichtig, um den Körper zu disziplinieren. Aber wie es sein sollte ..

  3. Yoga ist wichtig, um den Körper zu disziplinieren. Aber wie es sein sollte ..

  4. Yoga beschleunigt die spirituelle Entwicklung. Während es getan werden muss, verfolgen wir immer noch stressige Dinge. Ich fühle mich sehr friedlich beim Yoga.

  5. Yoga ist wichtig, um den Körper zu disziplinieren. Aber wie es sein sollte ..

  6. Margit Niebergall

    Ob es sich um “Yoga pur” oder “Gymnastik mit Yoga-Elementen” handelt, finde ich eigentlich nicht so wichtig. Mit letzterem komme ich z.T. sogar besser klar, weil das Feld “Religion/Spiritualität” bei mir schon besetzt ist und sich manche spirituellen Yoga- Praktiken nicht mit meinem Glauben vertragen.
    Wichtig finde ich in jedem Fall eine fachlich fundierte solide Ausbildung, vor allem dann, wenn Yoga im Reha-Bereich unterrichtet wird. Hier sind gründliche anatomische Kenntnisse sowie Kenntnisse über die gängigsten Krankheitsbilder unerlässlich.
    Schade, dass es im Moment noch so viel Wildwuchs gibt und sich im Prinzip auch jeder selbst ein hübsches Zertifikat ausdrucken und sich “Yogalehrer” nennen kann.
    Im Interesse der seriösen Yoga-Anbieter wäre es wichtig, sich über einheitliche Richtlinien bezüglich der Ausbildungsdauer und -inhalte zu verständigen.
    Wenn die Yoga-Verbände das nicht selbst auf die Reihe bekommen, muss hier eben der Staat eingreifen.

  7. Heinz Werner

    Für mich macht eine guter Yogalehrer(in) aus dass die Asanas die unterichtet werden.anatomisch korrekt ausgefühter werden und die Schüler nicht in Haltungen gezwängt werden für die es eine gute , lange und fundierte Vorbereitung braucht.
    Oft werden die Haltungen falsch und zu schnell gelernt, es gibt kein Arbeiten mit Hilfsmitteln wie im Iyengaryoga.
    Es reicht nicht nur ein paar Stellungen unterichten zukönnen sondern auch Ausrichtung und Hands on sollten dem Schüler helfen.
    Ein guter Yogalehrer braucht sehr viel und jahre lange Erfahrung
    um Yoga zu unterichten und nicht Gymnastik mit Yogaelementen.
    Jahrelange Praxis.und eine fundierte Ausbildung ist von nöten.

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