70 Raja Yoga – der psychologische Yoga – durch inneren König und Minister zur Gelassenheit

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Ein Herzstück des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcasts. Eine sehr effektive Technik, um zu Gelassenheit zu kommen, ist das Einberufen der inneren „Konferenz der Minister“. Wenn du diese Podcastserie schon eine Weile anhörst, bist du mit diesem Konzept schon vertraut – vielleicht probierst du es ja auch schon eine Weile aus – und arbeitest damit. Es ist jedoch gut, wichtige Konzepte öfter mal zu wiederholen. Also hier auch schriftlich die wesentlichen Punkte Grundlage ist das Raja Yoga Modell des menschlichen Geistes: Du bist das unsterbliche Selbst (Atman), Satchidananda (Sein-Wissen-Glückseligkeit). Du hast ein inneres Instrument, Antarkarana, die Psyche, deinen Geist mit seinen geistigen Fähigkeiten. Du hast auch ein äußeres Instrument, Bahirkarana. Das innere Instrument (Antarkarana) besteht aus Ahamkara (Ego), Buddhi (Vernunft, Urteilsvermögen, Entscheidungsvermögen), Manas (Denkprinzip), Chitta (Unterbewusstsein). Im Unterbewusstsein hast du viele innere Anteile, die es alle gut mit dir meinen. Du kannst dich selbst bzw. deine Buddhi als Führungspersönlichkeit (Raja, König) etablieren – und deine inneren Anteile als wohlwollende, aber manchmal irregeleitete Minister. Die Technik besteht darin, die Minister zu Wort kommen zu lassen, sie zu würdigen, sie wertzuschätzen. Bei einem Problem, das dich aus der Gelassenheit herausholt, kannst du zunächst den dominierenden Minister fragen. Dann kannst du einen zweiten, meist dem ersten entgegengesetzten Minister fragen. Dann kannst du mindestens einen, eventuell auch erheblich mehr Minister zu Wort kommen lassen. Anschließend kannst du mindestens den Grund/die Gründe deines inneren Ärgers, deiner Ängste, deiner Zerrissenheit besser würdigen. In vielen Fällen kannst du anfangen zu schmunzeln. In manchen Fällen fällt dir intuitiv eine gute Vorgehensweise ein. In manchen Fällen kannst du eine gute bewusste Entscheidung treffen.

Dies ist die 70. Ausgabe des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast von und mit Sukadev Bretz. Mitschnitt aus einem SeminarGelassenheit entwickeln“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

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Heute das Raja Yoga Modell des menschlichen Geistes. Du hörst etwas über den menschlichen Geist, du hörst etwas darüber, wer du wirklich bist, du hörst etwas über Identifikation und du hörst vor allen Dingen etwas über das Raja Yoga Modell der Ministerkonferenz. Du lernst, dich zu etablieren als König. Du lernst, dich zu etablieren als König, der so viele tolle Minister in sich hat. In diesem Abschnitt bekommst du eines der zentralen Elemente des Gelassenheitskonzeptes von Yoga Vidya mit, nämlich, alles in dir ist ursprünglich gut. Und du hast alle Fähigkeiten und Kräfte, die du brauchst, um in den Situationen, in denen du bist, gut und gelassen zu sein. Lerne die Sprache deiner Psyche, lerne die Sprache deines Unterbewusstseins kennen. Raja Yoga – Wer erinnert sich noch, was ist Raja Yoga?

Raja Yoga wird auch oft der königliche Yoga, der psychologische Yoga genannt, der Yoga der Geistesbeherrschung. Raja heißt König. Und dieser Name „Raja“ ist dort Programm. Königlicher Yoga heißt nicht, dass es nur für Adlige ist, nur für wenige vorbehalten. Raja Yoga heißt auch nicht, er ist besser als andere Yoga-Wege, sondern Raja Yoga ist dieses Konzept. Das Konzept, wir machen uns zum Raja, wir machen uns zum König. Und als König können wir dann herrschen. Nur jetzt müssen wir aufpassen. Was heißt herrschen? Manche missverstehen das Raja Yoga und denken, wir müssten jederzeit in der Lage sein, unseren Geist vollständig zu beherrschen. Und es gibt viele Menschen, die versuchen das seit Jahren und stellen fest, die ersten sechs Monate hat man gute Fortschritte gemacht und ab da haben die Fortschritte zu wünschen übrig gelassen.

Wir können da auch wieder die Analogie von König und Königreich nehmen. Raja heißt König. Kann ein König wirklich jeden Teil seines Reiches beherrschen? Das geht nicht. Ein Raja, ein König, ist jemand, der – man kann sagen – das Land so regiert, dass alles gut zusammenpasst, der so dafür sorgt, dass sich alles gut entwickelt. Wirtschaft, Kultur und Soziales, dass sich das Reich in allen Aspekten gut entwickelt und es Fortschritte gibt, dass das Königreich in Frieden lebt mit anderen Königreichen drum herum und dass er den Bedürfnissen seiner – gegen den Ausdruck „Untertanen“ wehrt sich alles in mir – seiner Landesbewohner gerecht wird, dass die sich gut fühlen, ihre Bedürfnisse befriedigt sind, dass sie haben, was sie brauchen und die einzelnen sich gut entwickeln können. So wäre ein guter Raja. Es wäre jetzt unsinnig zu meinen, ein guter König müsste immer alles beherrschen können. Wir sind also Könige über unser Königreich, mindestens können wir das werden. Die meisten Menschen sind nicht wirklich Könige in ihrem Königreich, sondern Spielbälle des Chaos, das irgendwo im Inneren herrscht. Und Raja Yoga will uns wieder lehren, wie wir König werden können. Dahinter steckt ein bestimmtes Modell des menschlichen Geistes und auch des Menschen insgesamt.

Die Grundlage ist auch, wir sind Atman oder Atma. Atman heißt Selbst, Selbst-Bewusstsein, wird auch gesagt, ist Satchidananda. Das heißt, Sein, Wissen und Glückseligkeit. Jetzt sind wir fast wieder im Jnana Yoga drin. Das heißt, wir sind Bewusstsein, Chid, welches über Körper und Geist hinausgeht. Auch wenn ihr das Modell nicht komplett übernehmen wollt oder könnt: Die Technik ist auch für reine Materialisten durchaus hilfreich, sich als Raja zu etablieren und dann mit seinen Ministern zu arbeiten und sie gut miteinander zu kombinieren, aber ich will es trotzdem so sagen, wie es vom Spirituellen her gedacht ist. Wir sind nicht begrenzt auf Körper und Geist, wir sind Bewusstsein jenseits davon. Manche Menschen haben vielleicht in der Meditation, in der Tiefenentspannung so was schon mal erfahren, dass sie Körperbewusstsein transzendiert haben. Viele von euch haben es vielleicht auch schon erfahren in der Meditation, dass ihr die Gedanken beobachten konntet und gemerkt habt: „Nein, ich bin nicht die Gedanken.“ Worte mögen weiter kommen und gehen und Bilder mögen kommen und gehen, Gefühle mögen kommen und gehen, aber irgendwo merkt man: „Aber ich bin das nicht.“ Oder auch, es mag viele Gemütszustände geben. Mal ist man traurig, mal unruhig, mal genervt, mal geht es einem gut, mal euphorisch, all das sind Gemütszustände, aber das Ich bleibt gleich, das Ich ist immer da.

Und dieses Ich ist nicht einfach nur da, es ist bewusst, und dieses Ich ist auch Ananda und Ananda heißt Wonne und Freude. Das ist natürlich hoch optimistisch und sagt, tief im Inneren sind wir Freude. Und in Ananda steckt auch Prema drin, Liebe. Tief im Inneren sind wir Freude, tief im Inneren sind wir Liebe. Jetzt wird es noch optimistischer. Nicht nur wir selbst sind Freude und Liebe, sondern jeder andere auch. Und nicht nur sind wir selbst Freude, Liebe, Bewusstsein und andere auch, sondern in unserem göttlichen Kern sind wir alle miteinander verbunden. Große Aussagen. Wenn man aber in diesem Bewusstsein lebt – man kann sogar als Arbeitshypothese damit mal eine Weile leben:

„Angenommen, es wäre richtig, wie würde ich mich dann fühlen? Was hieße das?“ Das hieße unter anderem: „Wann immer ich will, kann ich zu den Tiefen meiner Seele hinkommen. Denn wenn ich dort hinkomme, spüre ich dort Freude.“ Und selbst wenn das dann nicht immer möglich ist, einfach zu wissen: „Ja, tief im Inneren ist die Freude da, auch wenn ich sie jetzt nicht gerade in dem Moment erfahren kann.“ , hilft schon weiter. Man muss ja auch nicht immer nur freudevoll sein. Irgendwo habe ich vor kurzem nochmal ein Buch gelesen – ich habe vergessen, wie es genau heißt, aber es war irgendetwas wie „wider die Diktatur der Freude“. Wir müssen nicht ständig freudig durch die Gegend rennen. Irgendwo war auch ein Kapitel „Lob der Melancholie“. Da wurde gesagt, gerade die Melancholiker – ich werde vielleicht später nochmal darauf zu sprechen kommen – haben schon viel Gutes bewirkt. Aber wir sind auch nicht die Melancholie, selbst wenn man Melancholiker ist. Auch der Melancholiker kann tief in sich hineingehen und dann wird er feststellen, da tief im Inneren ist auch Freude. Das gibt einem auch große Gelassenheit, wenn man weiß: „Ja, da ist etwas, da kann ich hin.“ Und selbst wenn es momentan nicht zugänglich ist, ist nicht so tragisch.

Nehmen wir mal an, ihr seid irgendwo im Urlaub und ihr habt eigentlich ein gut gefülltes Bankkonto, jetzt seid ihr dort angekommen und die Kreditkarte ist kaputt. Und jetzt, man kann sich furchtbar darüber ärgern, aber ihr könnt auch sagen: „Ok, dann muss ich halt jetzt die nächste Woche mit 100 Euro auskommen, ist auch mal ein interessantes Abenteuer.“ Das kann man viel gelassener annehmen als die Situation, ihr kommt am Urlaubsort an und ihr stellt fest, ihr habt nicht die Kreditkarte verloren, sondern ihr habt tatsächlich kein Geld mehr und vielleicht kommt noch dazu die Nachricht, dass auch kein Nachschub kommen wird. Ich meine, wenn man weißt, vorübergehend hat man keinen Zugang dazu, ist nicht weiter tragisch, in einer Woche hat man ihn ja wieder. Und so ähnlich auch, wenn man mal vorübergehend eine Woche oder einen Tag jetzt nicht den vollen Zugang hat zur Freude und weiß, „ich habe sie aber trotzdem tief in mir“, ist nicht weiter tragisch. Wenn man ein paar Tage von seinem Partner getrennt ist, ist auch nicht so tragisch, man weiß, nachher ist er wieder da. Anders wäre es in anderen Situationen.

Also, das ein bisschen zu erfahren, ein bisschen daraus zu leben, kann einem auch schon große Gelassenheit schenken. Gut, dann gibt es das so genannte – man kann sagen – Gemüt, Psyche, wird es als Ganzes genannt, Antakarana. Antakarana heißt inneres Instrument, inneres Werkzeug. Das ist unsere Psyche. Es gibt dann auch Bahirkarana und Bahirkarana ist das äußere Instrument, das äußere Werkzeug. Was ist unser äußeres Werkzeug? Dieser physische Körper. Also, es heißt, wir sind in dieser Welt, um Erfahrungen zu machen, wir sind in dieser Welt, um etwas zu bewirken, wir sind in dieser Welt, um Kräfte zu entfalten, wir sind in dieser Welt, um etwas zu lernen und schließlich wieder zurückzukehren zu dem, was wir eigentlich sind.
Und angenommen, wir würden alle zusammen auf den Mars fahren, da brauchen wir auch ein Instrument, nämlich ein Raumschiff. Und angenommen, wir wollen uns dann auf dem Mars bewegen, was brauchen wir da? Einen Raumanzug mit allen möglichen Instrumenten, dass wir weiter dort leben können. So ähnlich ist es hier, wir sind auf dieser Welt, wir haben einen Raumanzug bekommen, der nennt sich dann Bahirkarana, physischer Körper. Und der ist ganz großartig, viel besser als alle von Menschenhand gemachten Raumanzüge, der wächst auch mit uns, hat aber auch irgendwo eine begrenzte Haltbarkeit, kann auch plötzlich defekt werden, ist auch verletzungsanfällig, aber eigentlich was ganz Großartiges. Das ist unser Bahirkarana. Um überhaupt in der Welt Erfahrungen zu machen, haben wir also ein Antakarana, ein inneres Instrument, man kann auch sagen, ein inneres Königreich, mit allen möglichen Inhalten, da sind alle möglichen Fähigkeiten drin. Da gibt es dann etwas, das nennt sich Ahamkara, und Ahamkara heißt wörtlich Ichmacher, das heißt, das Ego, die Identifikation. Als zweites, Buddhi. Buddhi ist ein schwer zu übersetzender Ausdruck, wie eigentlich all diese Ausdrücke keine wörtliche Übersetzung haben. Buddhi ist Vernunft, Urteilsvermögen, Entscheidungsvermögen, freier Wille. Im Grunde genommen können wir sagen, Buddhi ist das, was Mensch vom Tier graduell unterscheidet. Graduell, weil manche Tiere haben so ein beginnendes Buddhi und je weiter die Biologie fortschreitet, umso mehr verwässern die Unterschiede zwischen Mensch und Tier. Man kann heute Menschenaffen die Taubstummensprache beibringen und bei manchen Menschenaffen, Gorilla und Schimpansen, könnte man dann Intelligenztests angepasst machen, die hätten dann einen IQ von 70, 80, höher als manche Menschen, und die haben dann tatsächlich auch ein Selbstbewusstsein, die haben Humor, die können Witze machen, die können täuschen, die betrügen, die können sich freuen, die können kommunizieren, die können Dinge bauen usw. Sowie man ihnen beibringt, zu kommunizieren mit einem abstrakten System, kann man sagen, dann erwacht auch so ein bisschen wie ihre Buddhi. Und es gibt noch andere Tierarten, wo man das auch feststellen kann. Hier nähert sich durchaus die westliche Philosophie, Psychologie dem an, was die Inder immer schon gesagt haben: Der Unterschied zwischen Mensch und Tier ist nicht ganz so groß, wie man es sich vorstellt. Was natürlich auch heißen kann, dass man dann sagt: „Und soll ich dann Tiere essen und praktisch ermöglichen, erlauben, dass sie in Käfige zusammengezwängt werden?“

Ich höre lieber auf davon und gehe weiter zum nächsten, das ist Manas. Wir können sagen, also Buddhi, Entscheidung, Unterscheidung, Vernunft, ist letztlich das, was wir nachher als Raja etablieren können, der eben sagt: „Ich will mit meinen Ministern gut umgehen.“ Manas ist jetzt das so genannte Denkprinzip, das ist auch schwierig zu übersetzen, es ist eigentlich da, wo unser Denken und Fühlen stattfindet. Das, was ihr bewusst erlebt in eurem Gemüt, sowohl als Gefühle, als Bilder, als Worte, das ist alles im Manas. Das könnt ihr mit der Computersprache sagen, das wäre der Rahmenspeicher, der Arbeitsspeicher.

Dann gibt es natürlich auch noch eine Festplatte und die nennt sich Chitta, das Unterbewusstsein. Allerdings ist das beileibe nicht wie eine Festplatte, sondern da ist sehr viel mehr, unser menschlicher Geist ist viel komplexer als alle Computer dieser Welt zusammengenommen. Im Chitta, das sind jetzt alle möglichen Fähigkeiten, da sind alle möglichen Talente, da sind alle möglichen Erfahrungen, da ist das Gedächtnis, da sind Wünsche. Also alles, was so auf der unterbewussten Ebene ist, das ist hier alles im Chitta. Jetzt nehmen wir mal ein Beispiel, wie so etwas ablaufen kann.

Angenommen, von eurer Arbeit, wenn ihr nach Hause geht, auf dem Weg dort ist ein wunderbarer Naturkostladen und dieser Naturkostladen hat so ein wunderbares Biogebäck, Schokokuchen. Und eines Tages entdeckt ihr den und esst ihn. Am nächsten Tag geht ihr wieder hin und, der Kuchen hat gut geschmeckt, also wieder Schokokuchen. Nach einer Woche geht ihr wieder hin, ihr braucht nicht mehr zu bestellen, es wird nur gefragt: „Wie immer?“ Nach vier Wochen stellt ihr fest, ein Kilo zugenommen. Zum zweiten stellt ihr fest, auch Bioschokokuchen ist immer noch Zucker-Fettgemisch. Und noch nicht mal notwendigerweise vegan. Dann könnt ihr sagen: „Es kann nicht so weitergehen.“ Also, ihr entscheidet euch, kein Schokokuchen. Am nächsten Tag geht ihr dort wieder an dieser Straße vorbei. Was entdeckt ihr dort? Schokokuchen. Was merkt ihr? Eine magische Anziehungskraft, die dort ist, physisch fast spürbar, wie ein Gummiseil, das euch dorthin zieht. Und jetzt könnt ihr sehen, wie ihr miteinander kommuniziert. Ihr könnt zum einen sagen: „Ich will einen Schokokuchen, aber ich sollte nicht.“ Mit was habt ihr euch dann identifiziert? Wenn man sagt, „ich will, ich möchte“? Man hat sich identifiziert mit dem Wunsch, mit dem Wunsch nach Schokokuchen. Man ist in dem Moment Wunsch geworden. Und das andere, „ich sollte“, das kommt jetzt von außen. Wenn man es so macht und sich so identifiziert mit dem Wunsch und dagegen steht das „ich sollte“, dann wird es schwierig. Dann nämlich passiert Folgendes: Entweder man geht dorthin und isst den Schokokuchen trotzdem und hat nachher ein schlechtes Gewissen oder man isst ihn nicht und ist nachher frustriert und zwei Straßen weiter gibt es ein anderes Café und dort gibt es den Schokokuchen zwar nicht bio, aber wenigstens Schokokuchen. Vielleicht gerade weil man frustriert ist und dann braucht man irgendetwas, um das Frustrationsgefühl loszuwerden und das geht eben wunderbar mit Zucker-Fettgemischen. Wenn man das wüsste, könnte man auch eine Banane mit Mandeln essen, dann hat man auch Zucker-Fettgemische. Schokolade ist nichts anderes als Zucker-Fettgemisch, deshalb mögen wir es. Es ist noch nicht mal das Theobromin, dieser Mythos hat ausgedient, sondern es ist einfach Zucker-Fettgemisch in Verbindung mit irgendwelchen Erinnerungen und vielleicht für manche noch mit Harry Potter Vorstellungen, was dort der Schokolade alles zugeschrieben wird. Aber es ist eigentlich Zucker-Fettgemisch und da gibt es gesündere Formen.

Wie könnte man stattdessen umgehen? Man könnte sich etablieren als Buddhi, als König. Und dann könnte man sagen, da melden sich jetzt mehrere Minister. Da meldet sich zum einen der Minister für Gemütlichkeit und Genuss und der sagt; „Gib dem Kind seine Schokolade.“ Man könnte auch sagen, der Sozialminister für Wohlbefinden oder Vergnügungsminister hat ein gutes Anliegen, es war ja ein anstrengender, schwieriger Tag und irgendwo soll es dem gutgehen. Also, es ist nicht so, dass man böse ist, es ist jetzt auch nicht so, dass das irgendwo schlecht ist oder undiszipliniert. Man kann sagen, man hat einen starken Minister für Wohlbefinden, und der sagt, Schokolade essen. Dann habt ihr noch jemanden in euch, das ist der Minister für Gesundheit. Der Gesundheitsminister sagt: „Nein, nicht gut, Fett-Zuckergemische in dieser Menge sind nicht gut.“ Dann hat man zwei und die beiden bekämpfen sich. Dann kann man fragen: „Ist noch jemand da?“ Dann gibt es vielleicht noch den Minister für Reputation. Der sagt: „Zu dick ist nicht gut.“ Und jetzt hat man mehrere, die dort miteinander sprechen. Und jetzt ist das Schöne, man holt die alle aus der Verborgenheit heraus. Keiner ist böse. Die Gier nach Schokolade ist nichts Böses und „du sollst nicht“, ist auch nicht irgendein Überbewusstsein oder irgendein Vater-Ich, das einem eins draufhauen will, sondern die meinen es alle wohl. Dann hat man die alle sprechen lassen und dann anschließend trifft man eine Entscheidung. Man etabliert sich selbst als Raja und das ist letztlich die Buddhi. Die Buddhi wird zum Raja, zum König. Und die entscheidet dann. Manchmal geht es vernünftig, manchmal geht es auch per Intuition. Gar nicht mal so selten brauchen wir bloß alle Minister zu Wort kommen lassen und danach spürt man einfach, „und das mache ich jetzt“. In der Mehrheit der Fälle wird es dann zu guten Entscheidungen führen. Gut, letztlich muss man ja sagen, sowieso trifft die Mehrheit der Menschen in der Mehrheit der Fälle gute Entscheidungen. Es ist ja nur ein kleiner Prozentsatz, die nicht so gut sind.

Also, dieses Modell von König mit Ministern, um es nochmal so zu beschreiben, geht davon aus, wir können uns als König etablieren. Das ist erst mal wichtig. Und es geht davon aus, wir können rauskommen aus dieser Identifikation mit einem Minister. Wir kommen raus aus der Tyrannei des einen Ministers, gegen den dann z.B. jemand anderes rebelliert. Das ist das erste Prinzip. Das zweite Prinzip ist, alles, was in einem drin ist, meint es irgendwo gut, ist irgendwo ein Ausdruck eines guten Ministers, um es mal so zu sagen. Alles. Das nächste ist, wie dieser Minister sich dann tatsächlich manifestiert, das ist nicht immer gut. Ein nächstes Prinzip wäre, Minister, die nicht beachtet werden, machen sich bemerkbar. Sie machen sich bemerkbar über Emotionen. Sie machen sich bemerkbar über unruhige Energien oder Energiemangel. Sie machen sich zum Teil bemerkbar über Krankheiten. Sie machen sich bemerkbar über plötzliches Ausbrechen. Die meinen das nicht böse, sondern sie meinen es gut. Man kann sagen, in dieser Hinsicht sind die Minister ähnlich wie kleine Kinder. Es gibt ja auch so eine der vielen Erziehungstheorien, die sagen, Kinder wollen beachtet werden und wollen wertgeschätzt werden. Wenn Kinder nicht beachtet und wertgeschätzt werden, dann rebellieren sie, sie machen sich bemerkbar und sie stören. Dann werden sie wenigstens beachtet, wenn auch selten wertgeschätzt und weil sie immer noch nicht wertgeschätzt werden, müssen sie natürlich noch mehr stören. So ähnlich ist es mit all unseren inneren Anteilen. Die wollen wahrgenommen werden und wertgeschätzt werden und uns ihre Information und Hilfe anbieten. Und dann, wenn wir die Information und Hilfe bekommen haben, dann können wir gut entscheiden und die Minister werden die Entscheidung dann auch annehmen.

Sind nun diese Minister schon von Geburt an vorhanden oder entwickeln sie sich erst? Man kann sagen beides. Manche Minister sind schon von Anfang an da und manche kommen im Laufe der Zeit dazu. Oder man kann sagen, manche Ausprägungen kommen dazu. Es gibt jetzt auch nicht das Ministerkabinett, das für jeden zutrifft. Das Ganze ist eine spielerische Geschichte. Man könnte ja auch statt Ministern Sevaka sagen. Dann kommt nämlich noch etwas dazu. Die Minister, die wir haben, die können wir nicht loswerden, wir können sie nicht absetzen, wir können sie nicht ersetzen, wir können sie nicht in Gefangenschaft setzen und wir können sie auch nicht feuern. Nichts davon. Man könnte auch sagen, wenn man ein anderes Modell nehmen würde, das wäre wie ein Chef, der Sevaka hat, die alle wohlmeinend sind, manchmal ausgesprochen ungeschickt miteinander kommunizieren und handeln, aber man kann die Sevakas nicht loswerden. Man kann sie weder kündigen, noch freisetzen, man kann sie nicht outsourcen, man kann sie noch nicht mal abmahnen, man hat keines dieser Instrumente zur Verfügung. Aber man hat ein tolles Team von Sevakas, das darauf wartet, gebraucht zu werden, beachtet zu werden, geführt zu werden und zu helfen.

Nehmen wir ein Beispiel. Also angenommen, ihr kommt nach Hause. Vor dem Nachhausegehen war ausgemacht, dass, wenn ihr zu Hause ankommt, ist das Zimmer eures Teenies sauber. Ihr kommt nach Hause und Chaos. Wie fühlt ihr euch? Manche haben jetzt schon ein großes Gefühl der Gelassenheit, sie fühlen sich irgendwo toll: „Ich habe es ja gewusst und meine hellseherische Fähigkeit war gut.“ Aber die typische Mutter oder der typische Vater fühlt sich jetzt erst mal genervt, frustriert, traurig, wütend, man will am liebsten gleich reinrennen. Also, wir haben jetzt mehreres. Zum einen, wütend, zum zweiten „ich habe versagt“, dann als drittes vielleicht, man fühlt sich nicht ernstgenommen, nicht beachtet. Aber vielleicht kommt noch was dazu. „Ja, vielleicht hat er ja einen Grund. Vielleicht gab es ja einen schwierigen Tag. Vielleicht sollte ich ihn erst mal in den Arm nehmen.“ Gut, jetzt könnte man – ich werde euch jetzt keine Tipps geben zur Kindererziehung, auf jeden Fall nicht Teenieerziehung, sondern mehr, wie geht man jetzt selbst mit dem Frust um, bevor man jetzt loslegt.
Zunächst mal könnte man dort jetzt eine Ministerkonferenz einberufen. Zuerst mal kann man feststellen: „Ich bin wütend.“ Dann kann man sagen: „Wut, wer meldet sich dort?“ Dann meldet sich vielleicht der – ich weiß nicht, ob wir das Justizminister nennen können, der findet: „Vereinbarungen sind einzuhalten. Man muss sich doch an Regeln halten. Man muss sich an Vereinbarungen halten.“ Man könnte ihn Justizminister nennen oder Polizeiminister oder Ordnungsminister. Also, dann meldet sich der oder die Ordnungsminister/in: „Das muss sein.“ Dann stellt man fest: „Das hat einen guten Grund, dass du mir das sagst, ist klar, du bringst mir das auch mit großer Vehemenz bei, wie ich gerade in mir spüre. Wer ist dort noch da, wer ist noch beteiligt?“ Der Erziehungsminister. Der Erziehungsminister sagt: „Ich habe als Erzieherin versagt.“ Dann kann man sagen: „Erziehungsminister, was sagst du?“ „Ich habe nicht die richtigen Mittel gefunden für die Erziehung.“ Dann kann man sagen: „Ja, du hast auch einen Punkt, das ist auch wichtig, ich bin hier als Erziehungsperson auch gefragt. Ich bin hier nicht nur gefragt als Ordnungsministerin, sondern als Erzieherin.“ Dann kann man auch noch fragen: „Was hättest du mir denn sonst geraten, was soll ich sonst machen?“ Und dann ist die Erziehungsministerin manchmal sprachlos. Dann hat man schon einen, der seine Sache gesagt hat. Wen gibt es noch? Letztlich auch: „Vielleicht hat er doch einen schwierigen Tag gehabt und ich sollte ihn erst mal umarmen.“ Fürsorgeminister vielleicht oder Sozialministerin ist auch da. Und dann stellt man fest: „Ja, du hast ja auch Recht. Es ist ja möglich.“ „Aber es war jetzt auch schon so oft irgendeine Ausnahme“, sagt dann der Ordnungsminister. Und dann können die alle etwas sagen und danach stellt man noch die nächste Frage: „Gibt es noch jemanden, der hier was zu sagen hat? Irgendein anderer Minister, der noch was Kluges dazu sagt?“ Fällt euch noch jemand ein? Hier würde man vielleicht sagen, Minister für Weisheit, Verständnisminister oder Wissenschaftsminister. Wissenschaftsminister sagt: „Das ist jetzt einfach eine Phase, ist halt so, Teenager gehen durch Höhen und Tiefen und verstehen sich selbst und andere nicht, können sich in andere auch gar nicht hineinversetzen.“ Das scheint tatsächlich so zu sein, dass Menschen mit elf, zwölf, dreizehn, die Fähigkeit verlieren, sich in andere hineinzuversetzen und das erst mit fünfzehn, sechzehn wieder kommt. Die können gar nicht spüren, wie ihr Verhalten auf andere wirkt. Die wollen gar nicht andere bewusst provozieren, die verstehen das gar nicht. Das ist zumindest ein Ansatz der Entwicklungspsychologie, die meint, das sogar experimentell bewiesen zu haben. Teenager können plötzlich Gesichtsausdrücke nicht mehr korrekt deuten, das können Einjährige besser als ein Vierzehnjähriger. Sie können Reaktionen auf ihr Verhalten nicht mehr vorhersagen, das können sechs Monate alte Babys besser als ein Fünfzehnjähriger. Schwangeren Frauen soll das auch so gehen wegen der Hormonumstellung. Also, Wissenschaftsminister sagt auch noch: „Das geht vorbei. Der ist jetzt in der Phase.“ Und jetzt hat mal all die dort. Und dann meldet sich vielleicht noch der Minister für Verantwortung und sagt: „Aber wenn ich meinem Teenie nicht Ordnung beibringe, wird er nie eine Frau kriegen.“ Denn heutzutage räumen Frauen den Dreck ihrer Männer nicht mehr weg. Und es gibt tatsächlich Umfragen, die zeigen, dass das für Frauen wichtig ist, dass ein Mann für sich selbst sorgen kann. Das spielt vielleicht nicht bei einer Kurzfristbeziehung eine Rolle, aber ob man zusammenzieht, heiratet und Kinder zusammen bekommt. Wenn man die alle zu Wort kommen lässt, was in jedem Fall passiert, ist weniger Emotion da. Vielleicht ist mehr Energie da, vielleicht mehr Humor. Und jetzt kann ja überlegen, wie man mit der Situation umgeht. Jetzt überlegt jeder für sich so einen Fall. Manche machen das lieber im Geist aus als es aufzuschreiben. Aber ihr könnt euch eine Situation aufschreiben, die euch nervt. Ihr müsst nicht die schlimmste Situation wählen, nehmt irgendeine, es könnte aber auch eine schwierige sein. Und dann könnt ihr erst mal überlegen, in euch, welche wohlmeinenden Minister sind da? Zunächst mal, wer ist am stärksten, der sich vielleicht zum Diktator dort hochdrängt oder den ihr versucht, gefangen zu nehmen? Ihr könnt herauskriegen, wer ist da? Wie würdet ihr ihn nennen? Und welche positive Funktion hat er? Also nicht den Minister für Ärger, sondern es kann der Verteidigungsminister sein, es kann der Minister für Ordnung sein, es kann wer auch immer sein, Minister für Gerechtigkeit. Also, drückt den Minister positiv aus, welche positive Funktion er oder sie hat und wie ihr es positiv ausdrückt. Also, erst Minister im Vordergrund. Dann der nächste Schritt wäre, typischerweise gibt es dann einen zweiten Minister, der besonders aktiv ist. Auch den wieder positiv bezeichnen, Anliegen würdigen. Und dann mindestens einen bis zwei zusätzliche. Erst wenn ihr mindestens drei habt, mit denen ihr euch unterhalten könnt, wird es gelassener und meistens auch lustiger, ansonsten habt ihr nur einen Konflikt.
Es könnte auch noch einen Vernunftsminister geben. Ob ihr ihn als Wissenschaftsminister oder Vernunftsminister bezeichnet, der Raja kann ja eben auch zwischen Vernunft und Emotion vermitteln. Die Schwierigkeit ist oft, dass die Emotionen sehr aktiv sind. Sich abzutrennen von seinen Emotionen und zu schauen, wen habe ich denn da, das ist schwierig. Man kann auch sagen, erst mal braucht es so eine Grundpraxis, die man täglich übt, um überhaupt eine gewisse Entspannung, Energie, Ruhe zu haben.

Auch Euphorie wäre ein Gefühl, mit dem, man könnte sagen, so ein innerer Anteil sich bemerkbar macht. Es ist auch ein Minister und da kann man auch sagen: „Ah, wer ist denn jetzt gerade so euphorisch?“ Und dann kann man noch fragen: „Gibt es da noch andere, die auch was dazu sagen wollen?“ Ob wir die jetzt Minister nennen oder innere Anteile, ist jetzt eine andere Sache. Und es ist eben auch wichtig, sie positiv zu würdigen. Also, es gibt ja manche Menschen, die laufen ständig rum und schimpfen über sich. Übrigens, das Schimpfen ist auch an und für sich nicht unbedingt schlecht. Da gibt es dann auch jemanden in einem, der will einen antreiben, besser zu werden. Da sagt man: „Aha, da ist mein innerer Erziehungsminister oder da ist mein Minister für Geschwindigkeit oder mein Minister für Vollkommenheit oder wie auch immer man es ausdrücken will, der hat hohe Ansprüche und es ist toll, dass ich ihn dort drin habe.“ Und dann sagt man: „Es ist toll, dass er da ist und mir immer wieder sagt, was ich noch besser machen kann. Aber wen gibt es denn noch in mir?“ Man kann auch sagen: „es ist schön, dass es dich gibt, aber du musst dich nicht zu sehr in den Vordergrund stellen.“ Und auch jemand, der oft bezeichnet wird als der innere Schweinehund, den will ich noch kurz erwähnen.

Der innere Schweinehund, ist der gut oder schlecht? Sowohl als auch. Erst mal meint er es gut. Wer übrigens keinen inneren Schweinehund hat, der ist höchst Burnout gefährdet. Ein starker innerer Schweinehund ist die beste Versicherung gegen Burnout. Wenn ihr feststellt, ihr habt einen starken inneren Schweinehund, freut euch erst mal, würdigt das erst mal, einer der Flüche dieser Zeit – oder Flüche ist vielleicht übertrieben – wird euch nicht so schnell befallen. Vom Ayurveda her würden wir sagen, der innere Schweinehund ist ein Ausdruck vom Kapha-Prinzip. Wir können auch sagen, der innere Schweinehund ist der Minister für Gemütlichkeit und der ist gut. Natürlich, man kann ihn auch ersetzen, wenn er nicht so stark ist, aber man kann ihn auch etwas stärker werden lassen, wenn man zu streng mit sich ist, was oft dann Menschen in monatelangen psychosomatischen Klinikaufenthalten beigebracht wird, die mit Burnout gekommen sind. Sie sollen mal überlegen: Was magst du eigentlich? Was hättest du denn gerne? Wie sieht für dich ein gemütlicher Tag aus? Für Burnout-Menschen eine grässliche Vorstellung, an so was zu denken. Es muss etwas getan werden. Aber man kann den „Schweinehund“ dann auf diese Weise stärken. Man kann ihn auch schon vorher würdigen. Deshalb, wenn ihr einen starken Gemütlichkeitsminister habt – ich finde das ist ein schöneres Wort als innerer Schweinehund – wenn ihr einen starken Gemütlichkeitsminister habt, dann ist das erst mal gut. Der sollte euch natürlich auch nicht beherrschen, das ist auch nicht gut. Also, kein Minister sollte zum Diktator werden, kein Minister sollte dort einen Staatsstreich machen, sondern ihr könnt das würdigen als wertvolle Anteile. Temperamente sind unterschiedlich, aber erst mal ist anzuerkennen: „Alles in mir meint es gut. Es gibt nichts Schlechtes und Verdammenswertes in mir von der Intention her. Es gibt Handlungsweisen, die nicht gut sind und es gibt Sachen, die destruktiv für mich selbst und andere sein können.“ Aber es gilt, erst mal zu schauen, welche positiv zu würdigende Intention steckt dahinter?

Das ist der Grundansatz dieses Raja Systems, das ist auch der Grundansatz der philosophischen Richtung, aus der wir hier stammen, eben Advaita, es gibt kein Schlechtes und Böses im Menschen. Das ist auch das, wo die moderne Biologie heute hingekommen ist, die Evolutionsbiologie, die versucht, jedes Verhalten damit zu erklären, ob es dem Menschen geholfen hat, auf dem Planeten zu überleben und sich zu vermehren. Und sie kommt dann auch dazu, eigentlich alles im Menschen war zu irgendeinem Zeitpunkt irgendwann mal gut, um zu überleben und sich zu vermehren. Und genauso gibt es auch moderne Ansätze der Psychologie, wo es heißt, Probleme sind Lösungen, jedes Problem, das man heute hat, war irgendwann mal eine funktionierende Lösung oder mindestens ein Versuch einer Lösung, die sich verewigt hat, auch wenn sie heute nicht mehr sehr sinnvoll ist.

Ich fasse noch einmal das Wesentliche zusammen: Sei dir bewusst, du bist Sat, unendliches Sein, du bist Chid, unendliches Bewusstsein, du bist Ananda, unendliche Freude, du bist reines Bewusstsein und alles andere spielt sich eben ab auf der Oberfläche deines Geistes. Du bist auf dieser Welt, um etwas zu bewirken, du bist auf dieser Welt, um Erfahrungen zu machen, du bist auf dieser Welt, um einiges zu tun und einiges zu leisten. Du bist aber auch auf der Welt, um Ananda, Freude zu erfahren. Und dies gelingt, indem du aktiv in der Welt bist, indem du Erfahrungen bewusst machst. Und dies gelingt insbesondere, wenn du dich nicht zu sehr mit allem identifizierst. Daher lerne, du bist Atman, du bist das unsterbliche Selbst. Lerne, dass du für das Sein in dieser Welt ein inneres Instrument hast, Antakarana, und ein äußeres Instrument, Bahirkarana. Und dass in diesem inneren Instrument, der Psyche, alle möglichen tollen Anteile sind, alle möglichen tollen Fähigkeiten, alle möglichen tollen Sevaka, Minister. Lerne, die Sprache deiner inneren Anteile, deiner Minister, deiner inneren Sevaka und lerne, mit ihnen zu kommunizieren. Und du brauchst niemanden zu vertreiben, du brauchst vor niemandem Angst zu haben, im Gegenteil, freue dich über alles, was du in dir hast und finde heraus, was in dem scheinbar Störenden letztlich für positive Intentionen und für positive Kräfte stecken. Lebe aus diesem Geist eine Woche lang mindestens, dann merkst du, ob dieses Prinzip für dich wirkt. Und für diejenigen, die das schon eine Weile probiert haben, übe es vielleicht nochmals. Oder vielleicht ist das ja auch schon zu deiner zweiten Natur geworden.

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