Der Königsweg zur Gelassenheit, Teil 95 Erdung und Verwurzelung – nicht nur zur Vata Beruhigung

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Zu viel Vata heißt oft: Zu abgehoben sein, in den Wolken schweben. Viele Ideen ist ja gut. Zu abgehoben sein, kann dann aber zur Vata Störung führen – dann entstehen Ängste, Schlafstörungen, Nervosität, Unruhe etc. Erdung kann da helfen. Wie kann du dich erden? Darüber spricht Sukadev in diesem Podcast, der 95. Ausgabe des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast von und mit Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya. Mehr zu Ayurveda

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Heute geht es um Erdung, Verwurzelung. Ich bin ja beim Thema, wie man Vata beruhigen kann. Zu viel Vata heißt oft, zu abgehoben sein, in den Wolken schweben usw. Viele Ideen zu haben, ist ja gut, Leichtigkeit ist gut, immer wieder Dinge von einer anderen Perspektive aus zu sehen, ist gut. Aber wenn du zu abgehoben bist, dann kann das zu einer Vata-Störung führen. Außerdem, in Wolken zu schweben, im Wolkenkuckucksheim zu wohnen, das führt irgendwann zu Realitätsferne, das kann Ängste begünstigen, Schlafstörungen, Nervosität, Unruhe usw., oft können Borderline-Symptome dazukommen oder andere psychische Störungen. Es muss nicht soweit kommen. Erdung kann da helfen.

Und wie kannst du dich erden? Es gibt viele Möglichkeiten. Eine einfache Möglichkeit wäre anstrengender Sport, Krafttraining. Indem du dich körperlich anstrengst, egal, ob Krafttraining oder Joggen oder auch Treppensteigen, all das hilft, dass du in den Körper zurückkommst. Und der Körper ist letztlich mit der Erde verbunden. Und gerade, wenn der Körper angestrengt ist, dann bist du schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen. Im Hatha Yoga würde man besonders empfehlen, anstrengende Asanas zu üben, wie die Stehhaltungen, Hund, Bauchmuskelübung, Heuschrecke, Vogel. Übungen, die Menschen mit Vata-Überschuss gerne vermeiden, weil sie ja lieber in die Flexibilität gehen und die wunderschönen, leichtmachenden Asanas üben. Aber wenn du dich erden willst wegen einem Übermaß an Vata, dann übe anstrengende Asanas.

Die nächste Möglichkeit ist natürlich auch Gartenarbeit. Mit Gartenarbeit kannst du dich auch gut erden. Oder du erdest dich mit einer einfachen Erdungsübung im Sitzen oder Stehen. Dazu gibst du die Fußsohlen flach auf die Erde, du sitzt gerade oder du stehst gerade, also hier ist der kreuzbeinige Sitz ausnahmsweise nicht geeignet, sondern du stehst entweder, oder du sitzt auf einem Stuhl, so dass die Fußsohlen den Boden berühren, du kannst dich anlehnen, du kannst aber auch ohne Lehne gerade sitzen oder eben bequem stehen. Dann atme ein paar Mal tief mit dem Bauch ein und aus, dazu gib eine Hand auf die Nabelgegend, und beim Ausatmen geht der Bauch hinein, beim Einatmen geht der Bauch hinaus. Beim Ausatmen geht der Bauch hinein, beim Einatmen geht der Bauch hinaus. Atme so ein paar Mal tief ein und aus. Wenn du so ein paar Mal tief ein- und ausgeatmet hast, dann spüre die Erde unter deinen Füßen. Und du kannst dir vorstellen, dass du über Wurzeln mit der Erde verbunden bist. Du kannst dir vorstellen, dass die Füße sind wie Fortsetzungen der Wurzeln und diese Wurzeln gehen an den Stamm des Rumpfes. Du kannst dir vorstellen, von der Erde aus gehen verschiedene Wurzeln in deine Füße und du spürst dich über diese Wurzeln gut verbunden mit der Erde. Du nimmst diese sanft beruhigende, harmonisierende Erdenergie über die Füße auf. Und diese sanft harmonisierende Energie der Erde steigt langsam durch die Füße hoch in die Waden und Oberschenkel, in den Bauch. Und diese sanft erdende Energie steigt weiter hoch zum Bauch und weiter zu Brustkorb, Armen, Händen und zum Kopf. Du kannst dir sogar vorstellen, dass du einatmest, Erdenergie von der Erde über die Beine zum Beckenbereich, und ausatmend diese Erdenergie hoch und über die Äste und Zweige in Arme, Hände und Kopf. Einatmen, Erdenergie von unten aufnehmen über die Wurzeln und ausatmen als ob du die Energie über Stamm und Äste und Zweige in Blätter und Früchte, Blüten ausatmest. Einatmen, Erdenergie über die Wurzeln hoch zum Stamm, ausatmen, über den Stamm und die Äste und Zweige in Blätter und Blüten.

Atme so ein paar Mal tief ein und aus. Fühle dich gut zentriert und dann spüre, wie du durch diese Erdenergie gut strahlen kannst. Du kannst auch noch weiter gehen. Du kannst dich von unten verwurzelt fühlen und du kannst dir vorstellen, dass von oben die wärmende Energie der Sonne kommt. Auch Sonnenenergie ist gut, um Vata zu harmonisieren. Du stellst dir also vor, von unten diese angenehme Erdenergie und von oben die sanfte Sonnenenergie. Beide kommen zusammen und so zentrierst du dich, so beruhigst du dich, so harmonisierst du dich. „Ich bin gut verwurzelt“, kannst du sagen. „Ich bin gut verwurzelt. Ich bin gut verwurzelt und ich öffne mich für Sonnenenergie. Ich bin gut verwurzelt, ich öffne mich für Sonnenenergie. Ich bin gut verwurzelt, ich werde gut gewärmt. Ich bin gut verwurzelt und habe innere Wärme. Ich bin gut verwurzelt und habe innere Wärme.“ Du kannst diese Übungen immer üben, wann immer du willst, du kannst sie üben, wann immer du dich erden willst. Du kannst es machen am Schreibtisch, du kannst es machen in einer U- oder S-Bahn. Du magst sagen, da ist es schwieriger, sich Wurzeln vorzustellen, aber vielleicht geht es auch. Ansonsten mache es, wo auch immer du bist, und zentriere dich immer wieder, verwurzele dich und öffne dich für die Sonnenenergie. So bist du harmonisch, beständig und hast Kraft, etwas zu verändern.

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